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Landkreis Günzburg

16.12.2020

Landkreis Günzburg will mit mehr Corona-Tests als anderswo das Dunkelfeld aufhellen

Das Landratsamt betont, es teste mehr als andere.
Bild: Ole Spata/dpa (Symbolbild)

Auch für Besucher der Krankenhäuser gibt es neue Vorgaben – und ein Angebot für Menschen in Quarantäne zu den Feiertagen. Derweil wird der Klinikbetrieb heruntergefahren.

Den ersten Tag des erneuten umfassenderen Lockdowns hat Günzburgs Landrat Hans Reichhart ( CSU) am Mittwoch zum Anlass genommen, um in einem Pressegespräch über die Lage im Kreis zu sprechen, aber auch über teils abweichende Regeln im Vergleich zu Vorgaben der Staatsregierung. Zwar betonte er erneut, dass gut 40 Prozent der Corona-Fälle im Kreis Günzburg im Umfeld sozialer Einrichtungen aufgetreten seien, weil es in der Region sehr viele davon gebe und man auch sehr viele Klinikbetten in Relation zur Einwohnerzahl habe. Das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) in Ursberg beispielsweise sei die größte Behinderteneinrichtung in Süddeutschland. Das sei aber kein Grund, nachlässig zu werden. Schließlich beschränkten sich die Infektionen nicht hierauf.

Das Landratsamt „fährt eine konsequente Teststrategie“, es werde mehr als anderswo und mehr als vom Robert-Koch-Institut (RKI) vorgegeben getestet, beispielsweise alle Kontaktpersonen von Infizierten, ob sie Symptome zeigen oder nicht. Denn man wolle zumindest mehr Licht ins Dunkelfeld bringen. So würden Bewohner und Mitarbeiter der Senioren- und Behinderteneinrichtungen regelmäßig getestet, ebenso Besucher, wenn sie zu jemandem wollen.

Die Kapazitäten der Testzentren seien ausgebaut worden. Zusammen mit Arztpraxen und weiteren Stellen würden zwischen zwei und drei Prozent der Kreisbevölkerung getestet, manchmal auch mehr. Und um nicht nur zu reagieren, sondern präventiv zu wirken, würden nun auch für Besucher der Krankenhäuser Schnelltests verpflichtend vorgeschrieben.

Nur dringend nötige OPs sollen in den Kreiskliniken durchgeführt werden

Um Menschen, die bereits zehn Tage in Quarantäne sind, Weihnachten im Kreise der Familie zu ermöglichen, sollen für diese Gruppe an Heiligabend und am 26. Dezember die Testzentren ebenfalls geöffnet sein. Wenn der dortige Schnelltest dann negativ ist, könnten sie die Quarantäne verlassen. Auf schwäbischer Ebene habe man sich zudem darauf verständigt, die Kapazitäten von Kliniken herunterzufahren, das gelte auch für die Krankenhäuser im Landkreis Günzburg. Nur dringend nötige Operationen sollen vorerst noch durchgeführt werden beziehungsweise Eingriffe, die sich nicht auf die Belegung der Intensivstationen auswirken. „Wir wollen die Verlegung beatmeter Patienten vermeiden“, wie sie etwa in Augsburg bereits nötig geworden sei, erklärte der Landrat.

Weiterhin gelte die Maskenpflicht, wenn man vor Bäcker, Metzger und Co. wartet. Das sei sinnvoller, als dies auf einzelne Plätze zu beschränken. In für den Publikumsverkehr geschlossenen Geschäften bestellte Ware abzuholen, werde jedoch nicht möglich sein, nur die Lieferung. Auch werde es keine Ausnahme für Gottesdienstbesucher etwa an Weihnachten geben: Die Ausgangssperre ab 21 Uhr gelte schließlich. Aber die Kirchen seien kreativ, Alternativen anzubieten. Das Landratsamt Günzburg arbeite natürlich weiter, so gehe etwa das Jugendamt nach wie vor in Familien, wo es nötig ist.

Werbekampagne mit Menschen aus dem Landkreis fürs Impfen

Reichhart betonte auch, dass man in den Impfzentren bereit sei, jetzt fehle nur noch der Impfstoff. „Personen und Persönlichkeiten aus dem Landkreis“ wie der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel, der Landrat selbst, aber auch Krankenschwestern, Hebammen oder Fußballer seien die Gesichter einer Werbekampagne für den Corona-Impfstoff. Diese sei nötig, denn gerade in sozialen Netzwerken würden häufig Fehlinformationen verbreitet – und mitunter sei es bewusste Desinformation, die dort gestreut werde. Nun gelte es, gerade über die Feiertage und den Jahreswechsel noch mehr aufeinander zu achten, um die Infektionszahlen zu senken.

Wie bei den Tests vor Klinikbesuchen werde man auch in einer anderen Sache anders agieren, als es der Freistaat vorgebe: Für Besuche in sozialen Einrichtungen und Kliniken sind demnach weiter aktuelle Tests nötig und keine, die schon etwas älter seien – was der Freistaat über die Weihnachtstage sonst ermögliche. Denn je älter ein Test sei, desto höher sei das Risiko. Ausnahmen gebe es bei Zeitvorgaben für Schnelltests aber dann, wenn ein Angehöriger im Sterben liege und man sich von ihm verabschieden möchte.

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