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Landkreis Günzburg

29.11.2018

Landräte wollen Druck bei mehreren Themen erhöhen

Die schwäbischen Landräte (in der Mitte Hubert Hafner) haben sich in Aichach getroffen. Thema der Tagung war unter anderem das Kernkraftwerk Gundremmingen.
Bild: Wolfgang Müller/Landratsamt Aichach-Friedberg

Zehn Landräte aus dem Bezirk Schwaben tauschen sich aus. Es geht auch um das Atomkraftwerk Gundremmingen: Muss es runtergefahren werden?

Das Ringen um den Erhalt der Geburtshilfe am Aichacher Krankenhaus ist derzeit auf allen politischen Ebenen ein wichtiges Thema. Auch bei der Arbeitstagung der zehn schwäbischen Landräte, die sich jetzt zu einem mehrstündigen Meinungsaustausch im Aichacher Kreisgut versammelt hatten, war das so. Der Günzburger Landrat Hubert Hafner sagte: „Jetzt ist der Zeitpunkt, um den Druck auf die Bayerische Staatsregierung zu erhöhen.“ Hafner ist Sprecher der Landräte im Bezirk Schwaben. „Es kann nicht sein, dass der Landkreis am Ende der Kette für Dinge zahlen muss, über die nicht richtig nachgedacht worden ist.“

An Gesprächsstoff herrschte kein Mangel in Aichach, nicht selten wurde Klage geführt über übergeordnete Stellen. Etwa dann, wenn aus Berlin Aussagen kommen, die sich nicht decken mit Verlautbarungen aus München. So hieß es etwa grundsätzlich: Die Dinge im Gesundheitssystem seien nicht ausgegoren. Und mit Blick auf die viel diskutierte Geburtsstation merkte Klaus Metzger als Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg an: „Krankenhausplanung ist eine staatliche Aufgabe.“

Die Landräte suchen noch nach Lösungen

Bei der Pressekonferenz streiften Hafner und Metzger viele Bereiche, in denen sie und ihre Kollegen noch nach Lösungen suchen müssen; gleichzeitig waren sie auch darauf bedacht, nicht den Eindruck zu erwecken, in ihren Landkreisen stünden an allen Ecken und Enden Sorgenkinder. „Es ist nicht alles schlecht“, versicherte Hafner. Aber: „Es knirscht an einigen Stellen. Es wird immer schwieriger, immer komplizierter.“ Damit meinte er speziell die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung. Metzger sprach einen positiven Aspekt an, dem Tag für Tag große Bedeutung zukommt: „Die finanzielle Unterstützung der Landkreise ist besser geworden.“

Wo nach wie vor eine ganze Reihe von Fragen offen sind, das ist das Digitale Klassenzimmer. Die Betreuung der Computer und EDV-Anlage sollen von Mitarbeitern des Landratsamtes und der Gemeinden übernommen werden. Dazu der Kommentar von Hafner: „Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Jede Schule hat ein eigenes Konzept – das passt nicht zusammen.“ Es käme zu einem Bruch, wenn jemand die Schule wechsle. Daher sei es wichtig, dass ein durchgängiges System geschaffen werde. Metzger kündigte an, im Wittelsbacher Land werde man eine zentrale Lösung anstreben, also „nicht mehr dezentral an jeder Schule“.

Vieles bleibt im Ungefähren

Wie verfährt man mit dem Familiengeld, werden Leistungen des Jobcenters angerechnet? Hafner teilte dazu mit: „Wir machen das familienfreundlich.“ Gesprochen wurde in Aichach auch über Angelegenheiten, die nicht so sehr im Vordergrund stehen. So ist nicht daran gedacht, spezielle Anordnungen für die Bekleidung der Mitarbeiter in den Landratsämtern während der heißen Sommermonate zu erlassen. Beim E-Government sei die Resonanz aus der Bevölkerung überschaubar. Darunter versteht man die Möglichkeit, verschiedene Vorgänge online zu erledigen, etwa das Abmelden eines Autos.

Als Beispiel für eine Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern wurde die geplante Reaktion auf einen möglichen Ausbruch der afrikanischen Schweinepest genannt. Unklar ist etwa, wie die Entsorgungsstellen für die Tiere personell besetzt werden sollen. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass überall Fachpersonal fehle, was zum einen an den Kandidaten liege und zum anderen an den finanziellen Mitteln.

Muss das AKW Gundremmingen runtergefahren werden?

Auf das Wetter kamen die Landräte ebenfalls zu sprechen. Das Kernkraftwerk Gundremmingen bezieht Kühlwasser aus der Donau. Weil dieser Fluss aber wegen der ausbleibenden Regenfälle wenig Wasser führt, erscheine es denkbar, dass dieses Werk vorübergehend abgeschaltet werden muss. Das wäre kein Einzellfall. In Belgien, so hieß es, seien von sieben Kernkraftwerken derzeit sechs außer Betrieb.

Die Sprecherin des Kraftwerks in Gundremmingen erklärt auf Anfrage, dass es einen Vorwarnhinweis des Landratsamtes gebe, weil an der Messstelle Faimingen ein leichter Wasserrückgang verzeichnet werde. Aber der Grenzwert liege bei 33 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, derzeit bewege sich der Wert um 54 Kubikmeter. Im Fall der Fälle könnte auch Reservewasser aus einem Stausee bei Rottach eingespeist werden. Doch man sei hier in der glücklichen Lage, dass die Iller Wasser in die Donau speist, „es gibt keinen Grund zur Sorge“. (mit cki)

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