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Günzburg

01.09.2019

Lange Nacht der Volkshochschulen auch in Günzburg

Demmel 1
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An der Langen Nacht der Volkhochschulen beteiligt sich auch die Vhs Günzburg. Leiterin Petra Demmel und Mitarbeiterin Nathalie Charlet (von links) zeigen das Plakat der bundesweiten Veranstaltung.
Bild: Till Hofmann

An der bundesweiten Veranstaltung am 20. September beteiligt sich die Vhs Günzburg als eine von wenigen in Schwaben. Warum Gedichte und ein Alterssimulationsanzug dabei eine Rolle spielen.

Die Volkshochschulen (Vhs) feiern deutschlandweit ihr 100-jähriges Bestehen – und das mit einer besonderen Aktion: der „Langen Nacht der Volkshochschulen“ am 20. September. Damit soll in der Republik ein Zeichen gesetzt werden für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Günzburger Vhs, die für den Altlandkreis Günzburg zuständig ist, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 gegründet. Das hindert Leiterin Petra Demmel freilich nicht daran, diesen Jubiläumsabend im Haus der Bildung in Günzburg zu gestalten.

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Im Fokus steht der Zusammenhalt in der Gesellschaft

„Zusammenleben. Zusammenhalten“ lautet die Klammer des Vhs-Abends, der in Günzburg um 18 Uhr mit einem Sektempfang beginnt und gegen 23 Uhr mit einem Buffet endet. Wie das Motto umgesetzt wird, bleibt den örtlichen Bildungseinrichtungen für Erwachsene vorbehalten.

Nachtveranstaltungen sind den Vhs-Verantwortlichen nicht unbekannt. Der „Nachtschwärmer“ der Günzburger Volkshochschule ist ein ähnliches Format. „Dieses Mal geht es aber weniger um Kurse und Seminare an einem Abend, sondern mehr um Aktionen, bei denen Mitmachen gefragt ist. Man kann aber auch nur zuschauen und sich inspirieren lassen“, sagt Nathalie Charlet. Die Vhs-Mitarbeiterin bereitet thematisch an der Vhs Integration vor und begleitet Integrationskurse.

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Gedichte zum Mitnehmen

Flüchtlinge spielen bei der „Poesie von der Leine“ eine wichtige Rolle. Sie haben in ihren Kursen Gedichte in ihrer Sprache verfasst: In der Form eines „Elfchens“, also elf Wörter auf fünf Zeilen verteilt (in der Regel in der Wortanzsahl 1-2-3-4-1); oder eines Haikus. Die Gedichte zu den vier Themen „Liebe“, „Heimat“, „Frieden“ und „Sommer“ hängen an Leinen kreuz und quer im Dossenberger Hof.

Wenn es dunkel ist, können Gäste mit einer Taschenlampe trotzdem die Poesie in der Sprache und Schrift der Flüchtlinge aufnehmen. Auf der Rückseite des Blattes haben die Autoren ihre Gedanken auf deutsch übersetzt. Wem ein Gedicht gefällt, der kann es abhängen und mitnehmen. Oder sich selbst im Verfassen versuchen. Und es dann noch mithilfe von Kalligrafie, der Kunst des Schönschreibens, veredeln beziehungsweise veredeln lassen.

Spielregeln gegen Missverständnisse

Die Poesie ist aber nur ein Stützpfeiler der fünf Stunden am 20. September. Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich einen Alterssimulationsanzug anzulegen. Interkultureller Tanz und Musik werden angeboten. Auf Menschen, deren Gehör geschädigt ist, wird eingegangen. Wie kann mit ihnen gut kommuniziert werden? „Die meisten Regeln erscheinen einem als selbstverständlich. Aber doch werden viele nicht beachtet. Und das kann schnell zu Missverständnissen führen“, sagt Demmel, seit 32 Jahren Leiterin der Volkshochschule.

Eine Fotobox soll aufgestellt werden. Eine Aufnahme ist aber an Bedingungen geknüpft: Mindestens zwei Personen müssen sich ablichten lassen. Und die dürfen sich nicht kennen. Auf Klamauk wie falsche Schnurrbärte, Hüte und andere Accessoires wird verzichtet.

Spezielle Momentaufnahmen

Die Hoffnung ist, das Motto des Abends vielleicht auch mit der einen Momentaufnahme zu treffen.

Den Eröffnungsvortrag hält der Donauwörther Sprachwissenschaftler Joachim Grzega. „Nackte Lerner und Maitressen. Sprach- und kulturgeschichtliche Anekdoten zur Erwachsenenbildung“, ist er überschrieben. Warum der rätselhafte Titel? Das vermögen Demmel und Charlet auch nicht zu sagen. Aber sie sind sich sicher, weil sie den Referenten kennen: „Das wird gut.“

In ganz Deutschland nehmen 407 Volkshochschulen an der „Langen Nacht“ teil. In Schwaben sind es drei: Augsburg Stadt und Land sowie Günzburg.

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