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Günzburg

20.08.2013

Legoland: interner Sieg für Betriebsratsvorsitzenden

Legoland-Betriebsratsvorsitzender Nikolaus Lauter am Samstag bei der Kundgebung im dänischen Billund.
Bild: NGG

Nikolaus Lauter bleibt wohl Betriebsratsvorsitzender im Legoland. Seine drohende Kündigung ist aber nicht vom Tisch.

Nikolaus Lauter bleibt aller Wahrscheinlichkeit Betriebsratsvorsitzender im Legoland Deutschland in Günzburg. Seine Liste erhielt bei den Betriebsratswahlen am Freitag neun von 13 Sitzen und damit die absolute Mehrheit. Das teilte Tim Lubecki von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die Wahl war nötig geworden, weil das Betriebsratsgremium durch Rücktritte immer kleiner geworden ist. „Ich freue mich riesig über dieses tolle Ergebnis“, kommentiert Lauter den Ausgang. „Ich werde mit meinem Gremium die Arbeit der letzten Jahre fortsetzen.“

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Damit bekommt Legoland ein Problem nicht vom Tisch. Denn die Geschäftsführung will Lauter loswerden. Aufgrund mehrerer Verfehlungen hat Legoland gegen ihn drei fristlose Kündigungen ausgesprochen. Vor dem Arbeitsgericht gab es für den Betriebsratsvorsitzenden in erster Instanz eine Niederlage. Lauter habe sich zu Unrecht selbst Urlaub genehmigt und sich in einem Zeitungsbericht inakzeptabel geäußert. „Der Weg für eine Kündigung ist in dieser Instanz freigegeben“, stellte der Richter Thomas Taubert Anfang Mai fest.

Der Kündigungsprozess geht nun in die nächste Runde. Das Betriebsratsgremium des Freizeitparks hatte seine Anwälte beauftragt, Beschwerde gegen den Beschluss des Arbeitsgerichts einzulegen. Der nächste Gerichtstermin findet am 15. November um 11.15 Uhr vor dem Landesarbeitsgericht in München statt, so die NGG.

Legoland: interner Sieg für Betriebsratsvorsitzenden

Lauter sei mit seiner Liste „Gerechtigkeit“ in die Betriebswahlen gegangen, informiert Lubecki. „Kurz vor Toresschluss tauchten zwei weitere Listen auf, auf denen die Namen von relativ vielen Vorgesetzten standen.“ Statt üblicherweise auf einer Liste eine bestimmte Zahl von Kollegen anzukreuzen, die sich zur Wahl stellen, hatten die Legoland-Beschäftigten somit nur eine Stimme für eine Liste. Die Liste Nummer 2 des bisherigen Betriebsratsvorsitzenden und seines Gremiums bekam die absolute Mehrheit.

Nach Angaben des Regionalgeschäftsführers der NGG, Lubecki, ist es nur eine Formsache, dass Lauter bei der konstituierenden Sitzung in wenigen Tagen als Vorsitzender bestätigt wird. „Dieses Ergebnis zeigt: Nikolaus Lauter genießt bei der Belegschaft eine hohe Anerkennung. Die Parkleitung wäre gut beraten, jetzt auch die Kündigungsverfahren gegen den wiedergewählten Betriebsratsvorsitzenden einzustellen und Verhandlungen über einen Haustarifvertrag aufzunehmen“, so Lubecki. Auch die Linke fordern einen Tarifvertrag und die Rücknahme der Kündigung.

Für Legoland-Chef Hans Aksel Pedersen ist die Angelegenheit eigentlich erledigt. „Ich werde mich nicht über das Arbeitsgericht stellen. Dass sich Herr Lauter falsch verhalten hat, ist die Aussage des Gerichts, nicht meine“, so Pedersen. Legoland folge der Entscheidung der Justiz und werde auch das Ergebnis der zweiten Instanz akzeptieren. Eine Einstellung der Kündigungen sei für die Geschäftsführung kein Thema.

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