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Burgau

14.02.2018

Letzter Faschings-Einsatz für Burgauer Polizisten

Der Umzug in Jettingen-Scheppach war der letzte Faschings-Einsatz für Helmut Briegel als Polizist. Im Sommer geht er in den Ruhestand.
Bild: Bernhard Weizenegger

Es gibt wohl kaum jemanden in der Region, der Helmut Briegel nicht kennt. Der Beamte führte die Faschingsumzüge im Streifenwagen an – nun zum letzten Mal.

Insgesamt 43 Jahre und zehn Monate wird er am 31. Juli dieses Jahres Polizist gewesen sein. Dann geht Helmut Briegel mit 60 Jahren in den Ruhestand. An vielen Stationen hat er in seiner Laufbahn schon gearbeitet, doch in Burgau ist er mit Abstand am längsten. Hier ist er für das Thema Verkehr zuständig – und für den Fasching. Seit dem Jahr 2000 ist er bei jedem närrischen Umzug im Dienstgebiet der Polizeiinspektion dabei gewesen, davor im Rahmen des Schichtdienstes auch schon oft. Doch am Dienstag hat er in Jettingen im Streifenwagen mit Inspektionsleiter Stefan Eska seinen letzten Umzug im Streifenwagen gewissermaßen angeführt.

Wie wichtig er in dieser Funktion ist, merkt man sofort. Draußen, auf der Straße, geht kaum jemand an ihm vorbei, ohne ihn zu grüßen. „Bist du heute auch wieder im Einsatz“, sagt eine Frau, ohne das wohl als Frage zu meinen. Schließlich ist er das eben seit vielen Jahren bei jedem Umzug. Man kennt ihn, und das ist gerade auch im Umgang mit den Aktiven der Vereine ein großer Vorteil. Wenn er etwas sagt, hat das ein anderes Gewicht. Sicherlich auch deshalb, weil er einer von ihnen ist, von 1982 bis 1984 war er im Elferrat in Burgau und 1988 Markgraf. „Es war immer ein Heimspiel, es hat die Arbeit leichter gemacht, die Leute zu kennen“, sagt Briegel.

Im Alter von 16 Jahren kam er zur Polizei. Dabei wollte er zunächst eigentlich Handwerker werden. Aber sein Vater hatte einen Bekannten, der Polizist war, und ein Beamter informierte die Jugendlichen in der Schule. So bekam er Interesse an dem Beruf, und er wollte etwas abwechslungsreiches machen, bei dem er mal draußen und mal drinnen sein konnte. Auch einige Mitschüler gingen damals zur Polizei. Nach der Ausbildung etwas anderes zu machen wäre für ihn nie infrage gekommen, „wenn man damals was ergriffen hat, hat man das auch weitergemacht“.

Im Fasching ist er ein szenekundiger Beamter

Er begann mit einem Vorpraktikum, ging dann für die dreijährige Ausbildung zur Bereitschaftspolizei – damals war der Standort in Königsbrunn noch ganz neu und eher provisorisch –, und kam nach weiteren Stationen schließlich für fünf Jahre zum Präsidium nach München. Ungern und gegen seinen Willen ging er damals dort hin, „ich bin sehr heimatverbunden“, sagt der gebürtige Günzburger. Aber der Bedarf war damals so groß, dass viele in die Landeshauptstadt mussten. Im Nachhinein war die Zeit von 1978 bis 1983 eine seiner schönsten, mit 22 Jahren war er bereits Streifenführer. Er war privat viel mit dem Motorrad unterwegs, „der halbe Münchner Westen hat mir gehört“, erzählt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Anschließend kam er zum Einsatzzug nach Günzburg, er war Gruppenführer. Als die Einheit 1986 nach Neu-Ulm verlegt wurde, ging er nach Burgau, und das habe er nie bereut. Heute ist er in der Gegend längst heimisch. Stefan Eska ist begeistert, wie vernetzt Briegel bei den Narren ist. Beim Fußball gibt es sie, beim Eishockey auch, und so könnte man den Polizeioberkommissar als szenekundigen Beamten im Fasching bezeichnen.

Er hat ein Angebot von einem Faschingsverein bekommen

Während es für andere Inspektionen nur wenige, kleinere Umzüge zu bewältigen gilt, sind es bei der Burgauer Dienststelle bis zu neun, die meisten davon größere. Und dort ist Briegel immer der Ansprechpartner gewesen. „Ich hab’s gerne gemacht, Wehmut ist schon dabei, wenn ich aufhöre“, sagt er. Aber er wird mit Sicherheit dann als Zuschauer dabei sein, und ein Verein in der Umgebung habe ihm schon ein Amt im Elferrat angeboten. Sein Nachfolger, den er noch einarbeitet, wird es da schwer haben, könnte man denken. Aber auch er ist im Fasching aktiv.

Eine neue, blaue Uniform hätte Briegel noch haben können, aber für die kurze Zeit hätte sich das nicht gelohnt, „das wollte ich mir nicht antun“. Wer weiß, ob sie direkt gepasst hätte. Vermissen wird er in jedem Fall den Kontakt zu den Bürgern, aber Zwölf-Stunden-Tage wie am Rosenmontag in Burgau braucht er nicht mehr. „Das strengt mich mittlerweile schon an“. Stattdessen will er sich seinen Pferden widmen und mehr von der Welt sehen. Mit den Kollegen bleibt er natürlich in Kontakt, und auf die neue Dienststelle ist er schon besonders gespannt.

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