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Lieber Fußballer testen als keinen

Lieber Fußballer testen als keinen
Kommentar Von Jan Kubica
04.05.2020

Der hitzige Diskussion um lückenlose Corona-Tests für Spitzenfußballer taugt nicht als Argument gegen die von den Bundesligaklubs favorisierten "Geisterspiele".

Wenn dir kein Argument einfällt, recycle einfach eines, das bereits millionenfach verwendet wurde und im Idealfall ein aktuell strittiges Thema berührt. Dann wird es schon niemanden interessieren, ob es zutrifft oder nicht.

Ein aktuelles Beispiel für diese Art der Wortmeldung bietet die Diskussion „Geisterspiele im Profifußball“. Hier prallen in Sachen „Wichtigkeit“ Welten aufeinander, vermischen sich Luxusprobleme millionenschwerer Sportler mit Alltagssorgen ganz normaler Angestellter, pendelt die Einschätzung der Systemrelevanz zwischen knallharten Fakten (nein) und einem Stück Wohlfühlkultur in schweren Zeiten für eine sehr, sehr große Minderheit (ja).

Der sportpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Max Deisenhofer, hat nun seine ablehnende Haltung in dieser Frage insgesamt fundiert begründet. Mit einer Ausnahme. Die Sache mit den hierfür benötigten Corona-Tests, die angeblich dem Gesundheitssystem fehlen, ist in zweifacher Hinsicht falsch. Erstens aufgrund der Zahlen: Wenn das deutsche Gesundheitssystem an 20000 Tests für Sportler zugrunde geht, haben wir mit Verlaub wirklich andere Sorgen als eine Diskussion um Fußball. Zweitens, und wesentlich wichtiger, wegen der vom Robert-Koch-Institut festgestellten Tatsache, dass es in Deutschland inzwischen einen massiven Überhang an Corona-Tests gibt, die nicht genutzt werden. Diesen Unfug abzustellen, ist nicht Sache der Profifußballer und ihrer Fans, es ist Sache der Politik.

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