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Jettingen

07.11.2017

Liebesnest wird zur Privatklinik

Im Stück „Ein Schlüssel für zwei“ von der Bühne 99 hilft Anne (Anja Häberle, vorne rechts) ihrer Freundin Harriet (Nicole Werner, hinten rechts). Gordon (Wolfgang Marian, links) und Alec (Christoph Bell, Mitte) sollen nicht erfahren, dass sie beide Liebhaber von Harriet sind.
Bild: Gah

Bei der Bühne 99 kommt Lebedame Harriet in die Bredouille. Das sorgt für köstliche Verwicklungen.

Eine, die das süße Leben liebt und diese Vorliebe über alle Barrieren hinweg bis zum Schluss durchzieht, ist Harriet in der Komödie „Ein Schlüssel für zwei“ aus der Feder des britischen Autorenduos John Chapman und Dave Freeman. Dieses Stück feierte bei der Bühne 99 in Jettingen Premiere.

Hauptfigur Harriet, gespielt von Nicole Werner, lässt sich von zwei verheirateten Herren aushalten, die allerdings nichts voneinander wissen. Sie genießt die körperlich intensiven Schäferstündchen mit dem Geschäftsmann Gordon (Wolfgang Marian) und dem Fischer Alec (Christoph Bell). Gordon ist eher geistig orientiert, Alec eher handfest. Beiden leiert sie viel Geld aus den Rippen, nicht nur mit körperlichen Zärtlichkeiten, sondern auch mit ihrer süß flötenden Stimme. So kassiert sie oft zweimal, zum Beispiel für die Reparatur eines Gartenzauns. Durch ein Missgeschick passiert eines Tages dann doch das Unausweichliche: Die zwei Herren treffen aufeinander. Gordon rutscht in der Küche auf einem Fisch aus und bricht sich das Bein, sodass Harriet ihn nicht mehr aus dem Haus schaffen kann. Alec kommt früher als erwartet von einem Termin in New Haven zurück.

Aus dieser Bredouille kommt Harriet heraus, weil sie eine Helferin hat. Plötzlich steht Freundin Anne (Anja Häberle) vor der Tür, die sich von ihrem Mann Richard getrennt hat. Anne weiß von der Dreiecksgeschichte und bewundert Harriet für ihre Raffinesse. So gibt sie Gordon in Gegenwart von Alec als ihren Mann Richard aus. Dann erzählt Harriet Gordon, der andere Mann im Haus sei ihr gewalttätiger Exmann, ein Gangster aus Peru. Köstlich die Szene, in der Alex mit Gordon ein Gespräch beginnt und dieser vor lauter Angst nur dumme Antworten gibt. Außerdem wird Gordon mehrmals unter lautem Wehklagen mit krankem Bein von Harriet, Anne und Alec von einem Bett ins andere transportiert.

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Dann verkompliziert sich die Lage, da die Ehefrauen von Harriets Liebhabern auftauchen. Da Gordon ausgerechnet am Geburtstag seiner Frau Magda verunfallte, macht er ihr am Telefon glauben, er sei einer Privatklinik und gibt Harriets Telefonnummer an. Weil Anne in Gordons Komödie eingeweiht ist, übernimmt sie bei dem Krankenbesuch geistesgegenwärtig die Rolle einer Krankenschwester und weist Harriet die Rolle der Oberschwester zu. Die besorgte Magda (Gertrud Reichhardt), selbst Tochter eines Arztes, ist zwar anfangs verwundert über die unorthodoxen Behandlungsmethoden, lässt sich aber relativ leicht überzeugen, dass sie sich in einer Klinik aufhält. Schwieriger wird es da schon bei Alecs resoluter Ehefrau Mildred (Elke Zengerle). Sie kam durch einen Privatdetektiv auf Harriets Spur. Doch am Ende glaubt auch sie, ihr Ehemann sei psychisch krank und behandlungsbedürftig. Und noch ein Kunststück schaffen die falschen Krankenschwestern: Als der alkoholisierte echte Richard auftaucht (beträchtlich schwankend und brüllend: Matthias Soppart), können sie diesen auch noch als verrückten Psychiater verkaufen. Schauspieler und der Regisseur Andreas Werner ernten bei der Premiere tosenden Applaus.

Nächste Aufführungen am 11. und 18. November um 19.30 Uhr sowie am 12. November um 18.00 Uhr in der Turn-und Festhalle Jettingen. Kartenvorverkauf bei der Bäckerei Wengenmayer, Telefon: 08225/693.

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