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Handball

09.06.2020

Liqui Moly geht auf die Brust der Günzburger Handballer

Trikotpräsentation in pompösem Rahmen: Liqui Moly-Marketingleiter Peter Baumann, Handball-Abteilungsleiter Armin Spengler, Liqui Moly-Chef Ernst Prost und VfL-Marketingexperte Martin Frey besiegelten im Leipheimer Schloss eine zunächst auf drei Jahre angelegte Partnerschaft.
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Trikotpräsentation in pompösem Rahmen: Liqui Moly-Marketingleiter Peter Baumann, Handball-Abteilungsleiter Armin Spengler, Liqui Moly-Chef Ernst Prost und VfL-Marketingexperte Martin Frey besiegelten im Leipheimer Schloss eine zunächst auf drei Jahre angelegte Partnerschaft.
Bild: Peter Wieser

Die Zusammenarbeit mit dem Drittliga-Aufsteiger VfL Günzburg wird auf dem Leipheimer Schloss besiegelt. Unternehmer Ernst Prost deutet sogar einen Zuschlag an.

Die Günzburger Handballer werden in der neuen Saison 2020/21 den Namen des Schmierstoff-Spezialisten Liqui Moly auf der Brust tragen. Über die Größenordnung der finanziellen Zuwendung an den Drittliga-Aufsteiger wurde beiderseits Stillschweigen vereinbart. Die zunächst für drei Spielzeiten angelegte Zusammenarbeit besiegelten Handball-Abteilungsleiter Armin Spengler und Liqui Moly-Geschäftsführer Ernst Prost an diesem Dienstag, 9. Juni, im Leipheimer Schloss, dem Wohnort des Unternehmers.

Nach Spenglers Angaben schöpfen die VfL-Handballer deutlich mehr als nur finanziellen Nutzen aus der Liaison. Immerhin sei Liqui Moly Namenssponsor der Handball-Bundesliga und trete weltweit als Geldgeber bei sportlichen Großveranstaltungen in Erscheinung. Für Spengler ist es da „schon ein Ausrufezeichen für den Sport im Landkreis Günzburg, wenn Ernst Prost bei uns einsteigt.“

VfL Günzburg ist das Armenhaus der Liga

In Kontrast zum feudalen Rahmen bekräftigte Spengler, dass die Günzburger rein finanziell betrachtet das Armenhaus der Liga sein werden. Der Euphorie schade das allerdings mitnichten, betonte der Funktionär. Die Mannschaft habe unter allen Umständen in die 3. Liga aufsteigen wollen. Alle Spieler hätten einvernehmlich auf Aufwandsentschädigungen verzichtet und seien grundsätzlich auch bereit, das im Notfall weiterhin zu tun. Dennoch sei die Zusammenarbeit mit Liqui Moly nur ein erster, wenngleich gewaltiger Schritt hin zu einem Saisonetat, der jenen der Bayernliga-Spielzeit deutlich toppen wird.

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Dabei wird die Drittliga-Spielzeit in Sachen Fahrtkosten möglicherweise sogar etwas günstiger als es die höchste bayerische Spielklasse war. „Alles andere wird aber teurer“, sagte der Spartenchef und zählte unter anderem steigende Kosten für Schiedsrichter und Kampfgericht auf. Zusätzlich fordert der Deutsche Handball-Bund ( DHB) Bürgschaften. „Da werden dir schon ein paar Dinge auferlegt, die etwas gewichtiger und teurer sind als auf bayerischer Ebene“, stöhnte Spengler. Umso wichtiger ist es aus seiner Sicht, in den kommenden Wochen noch zwei, drei weitere großzügige Geldgeber an Land zu ziehen, die sich vom guten Ruf des VfL Günzburg und vom großen Namen des neuen Hauptsponsors Liqui Moly locken lassen.

Neuzugänge müssen her

Ein dicker Brocken im Etat ist trotz aller Kooperationsbereitschaft der Spieler das Team. Zumal die Aufstiegshelden Hilfe von außen benötigen werden. Sie allein können die sportlichen Anforderungen in der 3. Liga nicht schultern, so viel ist klar. Und Spengler ist realistisch genug um zu formulieren: „Neuzugänge werden hier nicht für einen Euro fünfzig spielen.“

Heimspiel: Liqui Moly-Geschäftsführer Ernst Prost unterschreibt im Leipheimer Schloss den Vertrag zur Sponsorenvereinbarung mit den Handballern des VfL Günzburg.
Bild: Jan Kubica

Andererseits kann und will sich der VfL keine Profis leisten. Zwei weitere Gebote stehen für den Spartenchef ebenfalls nicht zur Diskussion. Erstens: „Wir werden sparsam haushalten.“ Und zweitens: „Aus Aktionen oder Sponsorengeldern, die ausdrücklich für die Jugend oder für die Frauen bestimmt sind, werden wir keinen Cent für die 3. Liga abzweigen.“

Prost ließ unterdessen durchblicken, Liqui Moly könne in Sachen neue Spieler durchaus ein paar Kontakte zum DHB spielen lassen. Immerhin sieht er das wirtschaftliche Umfeld und auch die Lebensqualität im Raum Günzburg positiv; es könne starke Magnetwirkung auf Handballer ausüben. Direkt an Spengler gewandt, sagte der Unternehmer: „Falls es bei einem Spieler tatsächlich am Geld mangeln sollte, dann reden Sie halt noch mal mit uns. Wir müssen alle Chancen ergreifen, die Liga zu halten.“ Das Wort „mindestens“ vermied der 63-Jährige in diesem Zusammenhang. Gleichzeitig stellte Prost unmissverständlich klar, aus welcher Warte er auch im Sport Entscheidungen trifft, indem er sagte: „Wir steigen lieber auf als ab.“

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