Newsticker

Umfrage: Jeder zweite Deutsche hat Sorgen vor deutlichem Wieder-Anstieg der Infektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Lyn Conary aus dem Kreis Günzburg hat drittes Album veröffentlicht

Landkreis Günzburg

30.06.2020

Lyn Conary aus dem Kreis Günzburg hat drittes Album veröffentlicht

Lyn Conary zeigt sich in ihrem dritten Album, das seit 16. Mai auf ihrem Youtube-Kanal zu hören ist, von ihrer rockigen Seite. Für die Finanzierung hat sie eine Crowdfunding-Kampagne organisiert.
Bild: Archiv Lyn Conary

Plus Die Sängerin aus dem Kreis Günzburg verarbeitet negative Gefühle in rockigen Sounds. Wohin soll ihre musikalische Reise nun gehen? Sie hat schon ganz konkrete Pläne.

Es sind aufregende Wochen, die die Sängerin Lyn Conary aus dem Kreis Günzburg hinter sich hat. Am 16. Mai veröffentlichte sie ihr drittes Album „Anything But Your Truth“, zwei Tage später startete sie online ihre erste Crowdfunding-Kampagne, um die dadurch entstandenen Kosten zu decken. 2400 Euro wollte Conary auf diese Weise bis 21. Juni auftreiben – mit Erfolg. „Es hat bis kurz vor Schluss so ausgesehen, als würde es nicht klappen, aber in letzter Sekunde kam eine Spende aus Nordrhein-Westfalen rein, die die Summe komplett gemacht hat“, erzählt Conary glücklich.

Vor sechs Jahren hat sich die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin mit ihrer Musik selbstständig gemacht. „Seit ich 17 bin, schreibe ich Songs. Und ich fand es so schade, dass die niemand hört.“ Nach langen Überlegungen wagte sie den Schritt, kündigte ihren Job und widmete sich vollständig ihrer Musik. Sie setzte sich mit Tontechnik auseinander und schaffte sich das notwendige Equipment an, um ihre Songs zu Hause aufnehmen zu können. Geld verdiente sie damit zunächst nicht. „Es war eine lange Durststrecke.“ Trotzdem zog Conary weiterhin ihr Ding durch, hielt sich mit Ersparnissen und 450-Euro-Jobs über Wasser. Und das zahlt sich langsam aus. Den Anfang macht jetzt die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, die Conary als Zeichen deutet, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Lyn Conary singt ausschließlich auf Englisch

Von dem Geld will sie das Mastering, also die künstlerische Endbearbeitung der Tonaufnahmen der neuen Songs, bezahlen. Zudem soll auch das dritte Album, wie die beiden Vorgänger, auf CD erscheinen. Das Cover hat Conary bereits designt, mit dem Spendenerlös lassen sich die Herstellungskosten decken. Zudem versucht die Sängerin, in Übersee einen Fankreis aufzubauen. Dafür schreibt sie täglich zehn bis 20 amerikanische Magazine, Blogbetreiber und Radiostationen an, um – meist kostenpflichtig – Werbung zu schalten.

Lyn Conary aus dem Kreis Günzburg hat drittes Album veröffentlicht

Auf dem dritten Album der schwäbischen Sängerin, die ausschließlich auf Englisch singt, ist im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen ein deutlicher Einschlag in Richtung Rock bemerkbar. „Ich wollte unbedingt härtere E-Gitarren dabei haben“, erzählt Conary. Sie habe in diesem Album negative Gefühle verarbeitet und über unschöne Dinge geschrieben, die ihr oder anderen Menschen widerfahren seien. Soundtechnisch hat sich Conary an den Bands Linkin Park und Limp Bizkit orientiert.

Viele Musiker aus ihrem Bekanntenkreis kämpfen um die Existenz

Da die 35-Jährige, wie sie erzählt, auf der Gitarre nicht so versiert sei, hat sie sich für die Aufnahmen Unterstützung von befreundeten Musikern geholt. Normalerweise spielt sie alle Instrumente selbst ein. Unterricht hatte sie nur in Klavier. „Da war ich 16 Jahre alt und es ging nicht lang gut – ich wollte mein eigenes Ding machen und habe Klavier eher begleitend gespielt.“ Gitarre, Schlagzeug und Grundkenntnisse in Bass hat sie sich selbst beigebracht, was umso erstaunlicher ist, wenn man weiß, dass sie bis heute keine Noten lesen kann und ausschließlich nach Gehör spielt.

Aktuell lässt sie es mit dem Schreiben der Lieder langsam angehen. „Die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate müssen erst einmal sacken.“ Die Corona-Krise hat für Conary nicht viel verändert, doch viele Musiker aus ihrem Bekanntenkreis mussten Auftritte oder Tourneen absagen und kämpfen um ihre Existenz. „Die Branche ist wahnsinnig hart getroffen worden.“ Conary selbst hatte Glück: Sie wollte sich in diesem Jahr um die Aufnahme neuer Songs für das vierte Album und die Zusammenstellung einer Band kümmern und hatte vorerst keine Auftritte geplant. Auch Konzertbesuche standen nicht auf ihrem Programm. „Es klingt vielleicht seltsam, aber ich hatte das Gefühl, dass dieses Jahr irgendwas anders sein wird, darum habe ich nicht so geplant wie sonst.“

Jetzt geht es ans Aufnehmen der Songs fürs vierte Album

Für ihr viertes Album hat die 35-Jährige schon alle Songs geschrieben. Jetzt geht es an die Aufnahme. Was dürfen die Fans erwarten? „Es wird wieder leichterer Stoff als im dritten Album, mit ethischen und melodiösen Elementen und weniger E-Gitarre – ich möchte wieder alles selbst einspielen.“

Etwa ein bis zwei Jahre werde es bis zur Fertigstellung noch dauern. Zeitgleich schreibt sie bereits an ihrem fünften Album, das eher in eine futuristische, elektronische Richtung gehen soll. „Es wird sehr künstlerisch“, sagt sie augenzwinkernd. Sowieso sei es das Künstlerische, das sie an ihrem Job begeistere. Darum wünsche sie sich, irgendwann das Marketing abgeben zu können, das etwa 70 Prozent ihrer Arbeit ausmache, und sich auf das Schreiben von Songs konzentrieren zu können. „Ich möchte in erster Linie Künstlerin sein.“

Lesen Sie auch dazu:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren