1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Macht die Lehre wirklich Karriere?

Leipheim

04.12.2019

Macht die Lehre wirklich Karriere?

Sie alle diskutierten miteinander, wie die Zahl der Abiturienten, die einen Beruf erlernen, gesteigert werden kann. Der direkte Dialog zwischen Schulen und der Wirtschaft könne noch verstärkt werden, war eine Ansicht des gemeinsamen Austauschs.
Bild: IHK

Vertreter von Gymnasien, der Wirtschaft und Politiker diskutieren auf Initiative der IHK Schwaben in Leipheim, was konkret zu tun ist, um Abiturienten für eine Berufsausbildung zu gewinnen.

Schulpartnerschaften, P-Seminare oder Betriebsbesuche – die Gymnasien in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm tun bereits viel, um ihre Schüler davon zu überzeugen, dass ein Studium nicht der einzige Weg zu einer steilen Karriere ist. Aber es könnte noch mehr passieren, so der Tenor eines Austausches im Rahmen eines Runden Tisches in Leipheim. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Gymnasien diskutierten dabei auf Initiative der IHK Schwaben, wie man die Berufsorientierung an Gymnasien weiter verbessern könnte.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Viele Vertreter am Runden Tisch

Mit dabei waren unter anderem der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger, der stellvertretende Landrat Anton Gollmitzer für den Landkreis Günzburg, die Schulleiter der Gymnasien aus den beiden Landkreisen, Mitglieder des Vorstandes der IHK-Regionalversammlungen Günzburg und Neu-Ulm, Vertreter der beiden Bildungsregionen Günzburg und Neu-Ulm, sowie IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar.

Seit 2014 führt die IHK jährlich Runde-Tisch-Gespräche mit Vertretern verschiedener Schularten in allen Regionen Schwabens. Zentrales Thema dabei: Wie kann man qualifizierte Fachkräfte bedarfsgerecht auf hohem Niveau ausbilden und im Anschluss auch in der Region halten? „Gerade für Gymnasiasten ist der Weg über eine fundierte berufliche Ausbildung mit der Möglichkeit, ein berufsbegleitendes Studium anzuschließen sehr attraktiv, betont Wolfgang Haschner von der IHK Schwaben. Dass diese Optionen noch mehr ins Bewusstsein der jungen Leute rücken sollen, daran wollen Wirtschaft, Politik und Schulen künftig stärker arbeiten. In den vergangenen Jahren sei mit der Einführung sogenannter Koordinatoren für die Berufliche Bildung und der Etablierung von Schulprogrammen an den Gymnasien bereits einiges passiert, lobte Stipar. „Als Vertreter der regionalen Wirtschaft wollen wir diesen eingeschlagenen Weg unterstützen und ihm weitere Dynamik verleihen“, sagte Thomas Zenzinger, Mitglied des Vorstandes der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm.

Macht die Lehre wirklich Karriere?

Duale Ausbildung weiter ein Erfolgsmodell

Allein in diesem Jahr wurden im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben mehr als 9300 neue Ausbildungsverhältnisse in IHK-Berufen geschlossen, davon rund 1400 in Westschwaben. „Die duale Ausbildung bleibt damit ein Erfolgsmodell“, so Oliver Stipar. Der Anteil der Abiturienten an den Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen – von zehn Prozent im Jahr 2009 auf inzwischen 18 Prozent.

Nach wie vor haben aber fast drei Viertel aller neuen Auszubildenden zuvor die Mittel- oder Realschule besucht. „Es wäre unter den Abiturienten also noch Luft nach oben“, sagt Silvia Meinl, Mitglied des Vorstandes der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm.

Aber wie kann man die Gymnasiasten noch besser über die Möglichkeiten und Chancen einer beruflichen Ausbildung informieren? In dem Austausch wurde deutlich, dass Schulpartnerschaften mit Firmen, wie sie bereits mehrere Gymnasien mit einem oder gleich mehreren regionalen Unternehmenspartnern geschlossen haben, in Sachen Berufsorientierung intensiviert werden sollten. So könnten beispielsweise gezielt Unternehmensvertreter zu Elternabenden eingeladen werden, um ein authentisches Bild vom Leitspruch „Lehre macht Karriere“ zu vermitteln. Daneben sollte die Zusammenarbeit zwischen den Koordinatoren für berufliche Bildung an jedem Gymnasium und der regionalen Wirtschaft weiter verstärkt werden. „Diese Lehrkräfte sind eine hervorragende Brücke zwischen Schule, IHK und Unternehmen“, erläuterte Haschner.

Schüler und Lehrer sind in Unternehmen eingeladen

Auch die IHK-Ausbildungsscouts – das sind Azubis, die Schulklassen besuchen und dort ihre Berufe vorstellen – können den Gymnasiasten wertvolle Einblicke aus der Praxis liefern. Genauso wie betriebliche Praktika und P-Seminare, bei denen industrienahe Themen stärker in den Fokus gerückt werden. Zielgruppe sollten aber nicht nur die Schüler sein, betonten die Wirtschaftsvertreter. Auch die Lehrer sind herzlich in unsere Unternehmen eingeladen, um stets auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Für Elternabende zur Berufsorientierung in der zehnten und elften Jahrgangsstufe bot die IHK, die mit ihrer Initiative „Lehre macht Karriere“ dem Fachkräftemangel begegnet, umfassende Unterstützung an.

Direkter Dialog als Impulsgeber

Freudenberger und Gollmitzer lobten das Engagement auf beiden Seiten: „Es ist wichtig, dass wir an einem Strang ziehen, um dem Fachkräftemangel, unter dem viele Firmen in unserer Region leiden, zu begegnen. In dem direkten Dialog zwischen Schulen, Unternehmen, der Politik und der IHK sehe ich dafür viele wertvolle Impulse.“ (zg)

Weitere Informationen zur Beruflichen Bildung und den Angeboten der IHK finden Sie unter www.schwaben.ihk.de/produktmarken/berufliche-bildung oder auf dem Azubi-Portal der IHK Schwaben unter www.lehre-macht-karriere.de.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren