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Kreis Günzburg

21.11.2017

Mängel an Brennstäben im Atommeiler Gundremmingen

Kleiner Kratzer mit großen Folgen: Im Kernkraftwerk Gundremmingen werden Brennelemente von Hersteller Areva verwendet, die nicht den Vorgaben entsprechen. Die Grünen laufen Sturm.

Nach einer Produktionspanne beim französischen Hersteller Areva sind betroffene Brennelemente auch im Atomkraftwerk im schwäbischen Gundremmingen verwendet worden. Wie ein Sprecher des RWE-Konzerns am Dienstag erklärte, haben die Brennelemente "Spezifikationsabweichungen".

Ein Defekt sei an den Brennstäben allerdings nicht festgestellt worden. Eine Gefährdung durch die Brennelemente schließt RWE aus.

Zuvor hatten das Schweizer Fernsehen und der Bayerische Rundfunk über die Probleme mit den Brennelementen in Gundremmingen berichtet. Die Grünen im bayerischen Landtag verlangten von der Staatsregierung Aufklärung über den Fall.

Bei den betroffenen Elementen des Kerntechnikunternehmens Areva sind Qualitätssicherungsfehler festgestellt worden. Die Atomaufsicht in der Schweiz hatte vergangene Woche von 22 Elementen im Atommeiler Leibstadt berichtet, wovon allerdings erst sechs im Reaktor waren. Diese sollen nun ausgetauscht werde. Auch in französischen Kraftwerken wurden entsprechende Brennelemente eingesetzt.

Brennelemente weisen fehlerhafte Hüllen auf

Die Probleme sollen die Hüllen der Brennelemente betreffen. An den sogenannten Hüllrohren sollen Abweichungen festgestellt worden sein, beispielsweise Kratzer. In Gundremmingen sollen zwei Brennelemente noch im Einsatz sein, zwei weitere seien bereits im Abklingbecken, erklärte RWE-Sprecher Jan Peter Cirkel.

"Die betroffenen Brennelemente werden seit fünf Jahren befund- und defektfrei ohne Auffälligkeiten betrieben." Auch Hersteller Areva NP betonte, dass keins der betroffenen Elemente bisher einen Mangel während des Einsatzes im Reaktor gezeigt habe.

Bayerns Atomaufsicht ist nach Angaben von RWE informiert worden. Der Energiekonzern hält es derzeit nicht für nötig, den Block C des Kraftwerks im Landkreis Günzburg runterzufahren, um die Brennstäbe auszutauschen. Der energiepolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Martin Stümpfig, kritisiert dieses Vorgehen.

"Es ist vollkommen unverständlich und grob fahrlässig, wie hier gehandelt wird." Die bayerische Atomaufsicht drücke "wieder mal alle Augen zu, wenn es in Gundremmingen zu Verstößen kommt". dpa/lby

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