Handwerk

06.02.2019

Maurer unter sich

Tobias Maurer (rechts) ist stolz auf seinen Cousin Andreas, der zweitbester Maurerlehrling in Schwaben wurde. Bald lernt der junge Mann für die Gesellenprüfung im Juli.
Bild: Julia Gleis/Landesbauinnung

Wie ein Auszubildender seinen Chef stolz macht

Schwäbische Effizienz – das ist zum Beispiel, wenn der Familienname und die Berufsbezeichnung mit einem Wort abgedeckt sind: Das ist so bei Tobias und Andreas Maurer. Der eine, Tobias, hat sich 2002 selbstständig gemacht. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist in Hafenhofen ein Unternehmen geworden, das Häuser schlüsselfertig hinstellt: Erdarbeiten Rohbau, Mauern, Betonarbeiten, Verputzen, Estrich, Außenanlagen – alles inklusive. 22 Mitarbeiter sind inzwischen Teil des Handwerksbetriebs. „Und ich könnte von der Auftragslage noch locker acht Leute einstellen.“ Sie zu finden ist das Problem. Deshalb können auch nicht alle Aufträge angenommen werden.

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Wenn schon die Anzahl der Mitarbeiter nicht passt, so stimmt doch die Qualität, was auch an den Auszubildenden zu erkennen ist. Das führt direkt zum anderen Maurer, zu Tobias Maurers Cousin Andreas, der sich für diesen Beruf und diese Firma entschieden hat, obwohl er auch Praktika als Zimmermann und Landmaschinenmechaniker gemacht hat.

„Körperlich fit“ müsse man sein, Interesse am Beruf haben und von der Mittelschule zumindest den QA mitbringen, sagt der Chef. Andreas Maurer, inzwischen im dritten Lehrjahr, investiert noch mehr: Neugierde, Fleiß, Gewissenhaftigkeit. Im Juni 2018 legte er die Zwischenprüfung der Maurerlehrlinge ab und ging hier als Innungsbester der Bauinnung Günzburg-Krumbach/Neu-Ulm hervor. Dadurch wurde er von der Bauinnung zur Begabtenförderung für den vergangenen Januar ausgewählt.

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In dem einwöchigen Kurs musste er ein Mauerstück bauen, das auch schon einmal vor zwei Jahren bei der Deutschen Meisterschaft im Maurerhandwerk erstellt worden war: ein Wandstück mit Bogen und zwei Aussteifungsvorlagen, wie man es noch an alten Kirchen oder Burgen sehen kann. Andreas Maurer belegte mit seinem Werkstück den zweiten Platz der Maurerlehrlinge in Schwaben.

Firmenchef Tobias Maurer kann über seinen Cousin ganz ohne Verwandtenbonus sagen: „Er ist auf jeden Fall ein sehr guter Lehrling. Die Berufsschule passt ganz gut. Auf den Baustellen ist er überall beliebt. Man kann ihm auch schwierige Aufgaben übertragen, an die geht er mit Engagement heran.“

Der Hafenhofer Betrieb ist in der Region, aber auch außerhalb gefragt. Das alles soll so weitergehen – nach der Gesellenprüfung im Juli auch weiterhin mit Andreas Maurer. Die Übernahme des aufstrebenden jungen Mannes nach der Ausbildung ist für seinen Chef keine Frage. Er antwortet mit zwei Worten: „Ja klaro.“(ioa)

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