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Mehr Respekt für den besonderen Besuch der Sternsinger

Kommentar Von Christian Kirstges
05.01.2019

Viele freuen sich, wenn sie an der Tür klingeln. Doch nicht jeder kann noch etwas mit ihnen anfangen - und zeigt ihnen das auch.

Es ist ein schöner Brauch, dass die Sternsinger von Haus zu Haus gehen, singen und die berühmten Buchstaben C, M und B sowie die Jahreszahl über die Tür schreiben. Eine kleine Spende zu geben und sich bei ihnen mit etwas Süßem zu bedanken – oder sie gar zu einem heißen Getränk in die Wohnung einzuladen – ist ebenso gute Sitte.

Ich kann die Freude der Buben und Mädchen an diesem Dienst nachvollziehen, und die ihrer Begleiter. Denn auch ich bin früher unter anderem als Sternenträger mitgegangen und habe erlebt, wie dankbar viele waren, diesen besonderen Besuch zu bekommen – und wie fasziniert gerade kleinere besuchte Kinder von denen waren, die da an ihrer Haustür standen. Allerdings kann ich mich auch noch an die weniger schönen Begegnungen der Sternsinger erinnern.

Anstand sollte auch gegenüber den Sternsingern selbstverständlich sein

Nicht nur, dass das Wetter den Gang durch die Wohngebiete mitunter zu einer rutschigen und somit nicht immer ungefährlichen Angelegenheit gemacht hat, gerade wenn die Häuser an Hängen und steilen Zufahrten lagen. Auch geht es da nicht vordergründig darum, dass auch die Zwiebelmethode bei der Kleidung unter dem Gewand bei eisigen Temperaturen irgendwann nicht mehr geholfen hat. Es geht vor allem um die Menschen, die den Dienst der Sternsinger nicht zu schätzen wissen.

Niemand ist gezwungen, ihnen und denen, für die sie sammeln, etwas zu geben. Niemand muss sich den Gesang anhören, nicht einmal einlassen muss man sie. Aber ein Mindestmaß an Anstand und Respekt sollte auch hier selbstverständlich sein statt so zu tun, als sei man nicht da, an der Gegensprechanlage nach dem Klingeln mitunter unverschämt zu werden oder damit zu drohen, den Hund loszulassen, wenn man das Grundstück nicht augenblicklich verlässt - so wie ich es durchaus erlebt habe.

Fangen wir mit der Unterstützung bei den Sternsingern an

Es ist schön zu erfahren, dass die Sternsinger in unserer Region so etwas oder Ähnliches nicht oder nur selten erleben müssen, und dass sogar viele Muslime bereitwillig den christlichen Brauch unterstützen. Aber es gibt sie eben, die Menschen ohne Gefühl für das, was andere für die Gesellschaft tun. Und es ist traurig, dass es je nach Region in Deutschland inzwischen nötig ist, sich für diesen Besuch anzumelden. Denn je größer der Ort, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute mit dem Brauch der Sternsinger nichts mehr anzufangen wissen und diese weite Wege oft umsonst laufen, weil keiner mehr öffnet.

Abgesehen davon, dass das Interesse am Ehrenamt grundsätzlich abnimmt: Wer bereits dabei enttäuscht wurde oder von anderen davon erzählt bekam, wird es sich gründlich überlegen, weiter mitzumachen oder überhaupt damit anzufangen. Wenn wir noch in einer Welt leben wollen, in der andere für einen da sind, müssen wir endlich wieder Wert darauf legen, diese anderen auch selbst zu unterstützen. Fangen wir doch jetzt bei den Sternsingern an!

Lesen Sie hier den Bericht: "Wenn die Sternsinger den Segen bringen"

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