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Landkreis Günzburg

05.12.2019

Mehr als 20.000 Lämpchen beleuchten Röfinger Weihnachtshaus

Philipp Rosam hat sein Wohnhaus in Röfingen in der Marienstraße mit tausenden von Lichtern dekoriert. Schon Monate vor Weihnachten beginnen seine Planungen.
Video: Bernhard Weizenegger

Philipp Rosam hat das Gebäude in Röfingen, in dem er mit seinem Partner wohnt, üppig beleuchtet und dekoriert. Dafür bedarf es einer monatelangen Planung.

Häuser mit weihnachtlicher Dekoration und mit Lichtern geschmückte Gärten gibt es viele im Landkreis, auch in Röfingen. Doch das Anwesen an der Marienstraße in dem Ort bei Burgau sucht seinesgleichen in der Region. Am Zaun glitzern die Lämpchen in verschiedenen Farben, beleuchtete Nikoläuse und Schneemänner grüßen, und an die Hauswand wird ein sich bewegender, von Eiskristallen umgebener, mit Schal und Mütze behangener Schneemann projiziert. Bereits vor 20 Jahren hatte Philipp Rosam an seinem Elternhaus in Burgau mit einer solchen Dekoration begonnen und sie immer weiter ausgebaut. Doch seit er vor drei Jahren nach Röfingen zog, sind die Dimensionen noch größer geworden.

Innen verwendet der 35-Jährige 17.210 einzelne Lämpchen – er hat sie gezählt – und außen 3200. Wer meint, angesichts dessen müsse die Stromrechnung der des ganzen Ortes gleichen, irrt. Wie Rosam sagt, führen die stromsparenden LED-Lichter dazu, dass dieses leuchtende Hobby nur 80 Euro im Monat koste, zumindest was den Energieverbrauch angeht. „Früher hat sich der Stromzähler schneller gedreht.“ Insgesamt dürfe die Weihnachtsausstattung einen Wert zwischen 5000 und 7000 Euro haben.

Im August geht die Planung los

Jedes Jahr fange er bereits im August damit an, sich Gedanken über die nächste Dekoration zu machen. Schließlich will er stets etwas Neues bieten, den Spaß gönnt er nicht nur sich selbst, die Außenwirkung ist ihm durchaus wichtig. Wie das Ganze wirkt, überrasche ihn immer aufs Neue, wenn die Beleuchtung zum ersten Mal eingeschaltet wird. Es gebe durchaus Nachbarn, denen es im Wortsinn zu bunt wird, aber andere äußerten ihre Begeisterung.

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Philipp Rosam erfreut sich an der Dekoration. So auch an einem kleinen Kinder-Kaufladen in einer Ecke des Wintergartens.
Bild: Bernhard Weizenegger

Auf den einschlägigen Internetseiten – der stationäre Handel biete hier einfach zu wenig – stöbert er immer wieder nach Neuigkeiten. Bevor nicht alle Lichterketten und Dekoartikel aufgebaut sind, findet er keine Ruhe. Ende Oktober geht es los, jeden Tag wird etwas gemacht, in der vergangenen Woche wurde dann sozusagen der Schalter wieder umgelegt. „Steckdosen haben wir keine mehr frei“, sagt er und lacht. Sonst könnte es schon sein, dass er weiter herumbastele.

Im Wintergarten steht ein Kinder-Kaufladen

Um die Konzeption kümmert er sich selbst, bei der Installation hilft sein Lebenspartner Felix Schulz-Rosam. Der ist selbst ein „Weihnachtsmensch“, sagt er, und das Bunte gefalle ihm auch. Ganz so extrem würde er aber allein nicht dekorieren. Zwar habe er nach dem Kennenlernen schnell gewusst, dass Philipp Rosam ein Beleuchtungsfan ist, das Ausmaß habe ihn dann aber doch überrascht, meint er lachend. Seit 2010 sind die beiden zusammen.

Das Haus, in dem sie zur Miete wohnen, fällt auf – was beabsichtigt ist. Es freut sie, dass man es auch von der Umgehung aus sieht. Zumindest ein wenig. Wären da nicht die Bäume... Beim Einkaufen würden sie schon mal angesprochen, geklingelt habe aber noch keiner, der sich auch mal innen umsehen wollte. Dabei gibt es auch hier viel Dekoration, inklusive einem Kinder-Kaufladens im Wintergarten und einem Christbaum mit tausenden Lämpchen und 150 Kugeln.

Ein Haus in Leibi war die Inspiration

Von Freunden bekommt Rosam schon zu hören, dass er verrückt sei, „anschauen wollen sie es dann aber doch“. Auch bei der Arbeit – er ist bei Regens Wagner in Glött als Reinigungskraft tätig – sei die Beleuchtung Thema. Sein „Vorbild“ ist übrigens ein bunt beleuchtetes Haus in Leibi im Kreis Neu-Ulm, auch der Weihnachtsfilm „Die schöne Bescherung“ habe sein übriges getan. Um 17 Uhr geht die Beleuchtung an, um 21 Uhr aus. „Später fährt kaum einer vorbei.“

Die Advents- und Weihnachtszeit begeistert das Paar aus Röfingen. Und das ist auch im Haus nicht zu übersehen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Noch bis Heilige Drei Könige bleibt die Beleuchtung. Aber ist es nicht nur ein großer Aufwand, das alles auf-, sondern auch abzubauen? Es geht, ist die Antwort. Es stecke ein System dahinter, nach zwei Tagen sei alles in gut 40 Kartons im Keller verstaut. Und auf Kleiderbügeln ließen sich auch Lichterketten gut einrollen. Der 35-Jährige hat das Umfeld des Hauses bis dahin so gut es geht im Blick, denn Angst vor Vandalismus hat er schon.

Sogar die Katze hat ein Weihnachtshäuschen

Rosam hat überlegt, auch zu Halloween das Haus üppig zu dekorieren, aber der Aufwand lohne nicht für nur einen Tag. Sein Vater sei übrigens froh, dass der Sohn seit ein paar Jahren das „eigene“ Haus beleuchtet, seine Mutter habe aber wohl aus Liebe immer gesagt, man solle ihm sein Hobby lassen. Wenn es nach ihm ginge, würde er auch einen Glühweinstand aufbauen, aber dafür brauche es ja Genehmigungen. Also gibt es nur für die Familie und Freunde ein kleines Fest, wenn alles fertig dekoriert ist. Im nächsten Jahr hätte Rosam gerne beleuchtete, nachgeahmte Eiszapfen am Dach.

Und ohne Not trennt er sich von keinem Gegenstand, alles wird wieder verwendet. Bloß als er die Lichter auf die LED-Technik umstellte, habe er einiges wegwerfen müssen. Im Haus sind das Erd- und Obergeschoss stark dekoriert, die restlichen Etagen seien nicht ganz so stark beleuchtet. Aber die Katze habe auch ein Weihnachtshäuschen – ohne Beleuchtung, fügt Rosam hinzu.

Viele Menschen dekorieren ihre Häuser in der Weihnachtszeit mit Lichterketten und Figuren. Wir zeigen die schönsten Dekorationen aus der Region.

Philipp Rosam aus Röfingen (Landkreis Günzburg) hat sein Haus auch aufwendig geschmückt.
11 Bilder
Das sind die schönsten Weihnachtshäuser in der Region
Bild: Bernhard Weizenegger
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