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Handball

19.08.2016

Mein Sport in Rio: Akribisch arbeiten, von Gold träumen

Konzentriert strebt Stephan Hofmeister seinem Arbeitsplatz Trainerbank zu. Immer dabei ist der Ordner mit den taktischen Analysen.
Bild: Ernst Mayer

Für Stephan Hofmeister sind die Spiele in Rio eine Fortbildungsmaßnahme. Die aktuellen Erfolge der deutschen Männer sieht er als Bestätigung für den Günzburger Weg.

Verschiedene Menschen verbinden unterschiedliche Begriffe mit den Olympischen Spielen. Das Wort „Fortbildungsmaßnahme“ allerdings fällt vermutlich nur ganz wenigen ein. Zu diesen Zeitgenossen zählt Stephan Hofmeister, Handball-Cheftrainer des VfL Günzburg. Ihn interessiert in diesen Tagen vor allem, wie die internationalen Topmannschaften mit den aktuellen, seit 1. Juli geltenden Regeländerungen umgehen. Siebter Feldspieler, Blaue Karte und manches mehr sind als neue Elemente im Spiel. Deshalb ist Hofmeister nicht nur als Fan dabei, wenn die deutsche Nationalmannschaft in der Future Arena in Rio de Janeiro auftritt.

Der Auswahl von Trainer Dagur Sigurdsson traut er nach dem Triumph bei der Europameisterschaft zu Jahresbeginn nun auch in Rio alles zu. Vor dem heute anstehenden Halbfinale gegen Frankreich spricht Hofmeister Klartext: „Wenn man als Handballer mal von Gold träumen darf, sollte man keine Gedanken an Silber, Bronze oder den ehrenvollen vierten Platz verschwenden.“ In seiner Vorstellung findet das Wort „Niederlage“ ohnehin nicht statt. Klar: Wer als Trainer keine Zuversicht vorlebt, kann seinen Spielern allenfalls eingeschränkt Siegermentalität einimpfen.

Nun ist Hofmeister nicht nur ein akribischer Arbeiter, der bereits auf vergleichsweise bescheidenen Ebenen des Amateurbereichs konsequent moderne Trainingsmethoden und Videoanalysen einsetzt, um seine Mannschaften ständig zu verbessern. Er ist gleichzeitig auch ein Trainer, der den Vorbildcharakter der großen Handball-Welt gerne im Kleinen umsetzt. Deshalb ist er auch überzeugt davon, dass sich Handball als momentan attraktiver Gesprächsstoff positiv auf Zuschauerinteresse und sportbegeisterte Kinder auswirken kann. Allzu weit dürfe man die mit den aktuellen Erfolgen der deutschen Männer verbundenen Hoffnungen allerdings nicht treiben, schränkt Hofmeister ein. „Strukturprobleme vor Ort sind mit Erfolgen einer Nationalmannschaft nicht zu lösen.“

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Lehren aus der Vergangenheit gezogen

Genau solche Probleme existieren aber, vor allem im deutschen Süden, und es gab sie auch über Jahre hinweg beim einst höhenflug-verwöhnten VfL Günzburg. Diese Zeiten sind vorbei. Weil sie inzwischen die Lehren aus der Vergangenheit gezogen und auf ihrem Weg viele sportliche Erfolge geerntet haben, wollen die Weinroten ihre Anstrengungen in der eigenen Talentschmiede weiter verstärken. Auch hier zieht Hofmeister Parallelen zu den Spielen in Rio. „Der Jugendstil der Nationalmannschaft passt gut zum Jugendstil beim VfL Günzburg“, sagt er. Und in beiden Fällen profitiert momentan vor allem der Männerbereich massiv von der hervorragenden, langjährigen Jugendarbeit. Der Vorbildcharakter des Deutschen Handball-Bundes (DHB) für die Arbeit an der Basis ist auch der Hauptgrund dafür, dass sich alle Günzburger Trainer in der Ausbildung an die Rahmentrainingskonzeption des DHB halten, führt Hofmeister aus. „Das ist ein Leitfaden vom Mini-Handballer bis zum Nationalspieler. Da wird altersgerecht dargestellt, was in welcher Entwicklungsstufe genau trainiert werden muss“, erklärt der Trainer den sperrigen Begriff.

Dankbar ist Hofmeister für die neue Handball-Euphorie in der Region. Die Bayernliga-Aufstiege des VfL Günzburg und des TSV Niederraunau könnten das Feuer weiter anheizen. Und das derzeit noch bestehende Nord-Süd-Gefälle im Spitzenhandball ist aus seiner Perspektive zumindest kein grundsätzliches Problem. Er sieht, dass sich im bayerischen Handball einiges tut und zählt auf: „Im Norden sind mit Coburg und Erlangen zwei Vereine in die Bundesliga aufgestiegen und auch Rimpar in der 2. Liga unternimmt große Anstrengungen in diese Richtung. Es fehlt nur noch, dass sich das in den Süden überträgt.“

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