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Triathlon

20.08.2016

Mein Sport in Rio: Von der anderen Sorte

Raus aus dem Wasser, raus aus dem Neoprenanzug, rauf auf das Fahrrad – Doris Kraus in Roth.
Bild: marathon-photis.com

Doris Kraus findet das Miteinander der Sportler aus aller Welt toll. Den deutschen Starterinnen traut sie in Rio de Janeiro gute Platzierungen zu.

2008 begann für Doris Kraus (Jahrgang 1982) das Triathlon-Zeitalter beim TV Lauingen. Sie musste erst einmal das Kraulen lernen, sich ein Rennrad kaufen und mit den Klickpedalen zurechtkommen. Laufen konnte die sportliche Dame – sie kommt schließlich von der Leichtathletik. Mit jedem Jahr Training steigerte Doris Kraus ihre Leistungen und schnupperte auch schon mal Bayernliga-Luft. Die Mitteldistanz bei den Bayerischen Meisterschaften in Lauingen meisterte sie bravourös und absolvierte zuletzt einen Staffel-Start beim legendären Triathlon in Roth. Es war ihr erster Auftritt bei einer Ironman-Distanz mit 3,8 Kilometer Schwimmen.

Was begeistert Sie so sehr am Dreikampf Schwimmen/Radeln/Laufen?

Kraus: Es ist die Vielseitigkeit, die Triathlon bietet. Die Abwechslung zwischen drei Sportarten und deren Ausdaueranforderungen. Es gibt für jeden Athleten Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen im Wettkampf – das macht das Ganze spannender für den Athleten und auch für die Zuschauer. Es geht am Vortag schon los mit dem Besichtigen der Radstrecke. Welche Wassertemperatur herrscht im See? Ist der Neopren-Anzug, der ja für den nötigen Auftrieb sorgt, erlaubt oder nicht? Das Bike in der Wechselzone muss richtig positioniert werden, eventuell die Schuhe schon eingeklickt, sodass man am Tag der Tage nur noch aufspringen muss.

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Ihre Prognose für die deutschen Olympiastarter?

Kraus: Leider waren keine deutschen Männer in Rio dabei. Bei den Frauen starten jetzt Anne Haug und Laura Lindemann. Es wird auf jeden Fall kein leichtes Rennen, die Konkurrenz ist sehr groß. Bei uns werden Wettkämpfe meist im See ausgetragen – Süßwasser. In Rio dagegen müssen die Athletinnen mit Salzwasser kämpfen und den Wellengang überwinden. Eine große Herausforderung. Hinzu kommen noch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen. Aber ich glaube, wenn am Wettkampftag alles passt, wenn die körperliche wie mentale Verfassung stimmt, sehe ich die deutschen Damen auf jeden Fall unter den besten Zehn. Ein Sieg wie damals 2008 von Jan Frodeno wäre natürlich ein Highlight.

Was sagen Sie zu den äußeren Bedingungen in Rio?

Kraus: Rio ist eigentlich bekannt dafür, dass es keine Abwasserklärung gibt. So waren die Wasserwerte letztes Jahr höchst alarmierend und für Menschen sehr gefährlich. Es wurde versprochen, dass dies bis zu den Spielen verbessert wird. Aber den genauen Stand der Dinge kenne ich nicht. Die Zika-Warnung ist meiner Meinung nach für Schwangere und Frauen, die es werden wollen, berechtigt. Man muss einfach eine Balance zwischen Vorsicht und Spaß finden, um diese Spiele genießen zu können.

Welche Bedeutung hat ein Olympiastart für Triathleten? Oder ist der Ironman einfach wichtiger?

Kraus: Olympische Spiele sind für jeden Athleten ein einmaliges Erlebnis. Man ist nirgendwo anders so nah an anderen Weltsportlern dran. Wer hat schon mal die Möglichkeit, in der Mensa zum Beispiel neben Usain Bolt zu stehen? Man lernt viele unterschiedliche Menschen aus den verschiedensten Ländern mit ihren Mentalitäten und ihren Sportarten kennen. Das hat man beim Ironman nicht ganz so. Da sind zwar auch Weltstars vertreten, jedoch nur von der eigenen Sorte.

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