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Gundremmingen

08.05.2019

Ministerpräsident Söder trifft auf E-Jugend-Kicker

Erst ein 9:2 Sieg, dann ein Autogramm und ein Foto mit Ministerpräsident Markus Söder und dem Europaabgeordneten Markus Ferber: Die E-Jugendspieler der SpVgg Gundremmingen hatten einen richtig erfolgreichen Dienstag.

Nicht nur für die jungen Fußballer der SpVgg Gundremmingen wurde der Besuch von Markus Söder ein besonders denkwürdiges Ereignis. Bei der routinemäßigen Untersuchung nach Sprengstoff werden Spürhunde ausgerechnet auf einen CSU-Gegenstand aufmerksam.

Die E-Junioren der Spielvereinigung Gundremmingen hatten einen Lauf an diesem Dienstagabend. Noch nie war ihr Weg ins Auwald-Stadion so gut bewacht – mit bewaffneten Polizeibeamten, die den Weg am Damm entlang säumten. Mit 9:2 Toren hatte der Tabellenzweite dann den Gästen der Spielvereinigung Krumbach seine spielerische Stärke demonstriert. Und nur Minuten nach dem Abpfiff war es Ministerpräsident Markus Söder höchstpersönlich, der den Nachwuchskickern zum Erfolg gratulierte. „Ein Ergebnis von 9:2 – so etwas kenne ich aus Nürnberg natürlich nicht“, räumte dieser später im Auwald-Zentrum ein, wo Markus Söder den Europa-Wahlkampf von Markus Ferber, dem CSU-Europaabgeordneten unterstützte.

Flutpoldergegner entrollen ein Banner

Dem kleinen Grüppchen der Leipheimer Flutpolder-Gegner, die vor dem Sportzentrum ihr Banner entrollt hatten, hatte der Ministerpräsident wie auch schon bei seinem Besuch im vergangenen Sommer zugehört , das Reden aber seinem Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart überlassen.

Ganz voll war der Saal nicht geworden, ein überwiegend älteres Publikum hatte die meisten Plätze des Raumes gefüllt, für den ebenfalls größte Sicherheitsvorkehrungen galten. Die brachten sogar das übliche Protokoll der Veranstaltungen ein wenig durcheinander – denn normalerweise spricht der Parteichef der CSU ausschließlich hinter den eigenen Pulten seiner Partei. Diesmal nahm Söder allerdings mit dem Metall-Pult der Gemeinde Gundremmingen vorlieb. Auch wenn es ihn „etwas an ein Absperrgitter“ erinnere, so der Ministerpräsident. Abgeordneter Markus Ferber klärte in seinen einführenden Worten über den Grund auf: Routinemäßig sei der Saal auf Sprengstoff untersucht worden: „Ausgerechnet beim CSU-Pult haben die Hunde angeschlagen.“

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Ministerpräsident Söder und seine Zuneigung zum Landkreis Günzburg

Ministerpräsident Söder nahm’s mit Humor – seiner Zuneigung zum Landkreis Günzburg, den er als eine der erfolgreichsten Regionen Europas bezeichnen sollte, tat der Zwischenfall offenbar keinen Abbruch. Das liege natürlich am hiesigen CSU-Personal, das er seit vielen Jahren freundschaftlich begleite, so Söder. „Alfred Sauter ist der Einzige, der das Kunststück geschafft hat, mit Horst Seehofer und mir gleichzeitig befreundet zu sein“, so der Ministerpräsident an die Adresse des Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden der Partei.

Ausnahmsweise am Rednerpult der Gemeinde Gundremmingen: Ministerpräsident Markus Söder sprach bei seinem Besuch im Auwaldzentrum hinter dem „Absperrgitter“, nachdem Sprengstoff-Suchhunde beim Rednerpult der schwäbischen CSU angeschlagen hatten.

Freundschaftlich verbunden sei er selbstverständlich auch seinem Minister für Bau und Verkehr, Hans Reichhart aus Jettingen-Scheppach: „Ich erinnere mich noch gerne an die vielen Schilder damals – dafür hast Du zwar viel Schimpfe bekommen, von mir aber das Ministeramt“, spielte Söder auf die Aktion der Jungen Union und seines Landesvorsitzenden vor anderthalb Jahren an, mit der sich der CSU-Nachwuchs in der parteiinternen Personaldebatte auf seine Seite gestellt hatte. Und auch für Bezirksrätin Stephanie Denzler, mit der er seit JU-Zeiten verbunden sei, gab es freundliche Worte.

Europawahl ist für Söder eine ernste Angelegenheit

Die gute Laune, die Söder bei seinem Besuch an den Tag legte, konnte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass für den Ministerpräsidenten die anstehende Europawahl eine ernst zu nehmende Sache ist – deutlich mehr als das vielleicht in der Vergangenheit der Fall war. Alfred Sauter hatte es in seiner Begrüßung angedeutet: „Der Mann hat’s nicht einfach, aber er wollte es ja auch so.“

Tatsächlich gehe es bei der anstehenden Wahl ums Ganze, um die Richtung, in die sich Europa entwickelt. „Es gibt immer etwas zu verbessern. Aber jetzt geht es darum, ob Europa überhaupt so bleibt, wie es ist“, warnte Söder vor Bestrebungen, die sich gegen die Union richteten. „Spalter, Hetzer, Populisten und Nationalisten versuchen, den Grundgedanken von Europa zu zerstören. Wir wollen Europa nicht den Spaltern überlassen.“ Dabei sehe sich Europa neben den Problemen im Inneren verstärkt Angriffen von außen ausgesetzt. Söder sprach in diesem Zusammenhang das Seidenstraßenprojekt Chinas und die chinesischen Auslands-Investitionen an. Lesen Sie dazu auch: Was sich hinter Chinas Neuer Seidenstraße verbirgt Söder: „Wir müssen auch bei uns zulassen, dass größere Unternehmen entstehen, die weltweit führend sein können. Ich wünsche mir weniger Veto gegen europäische Firmen, aber mehr gegen Einkäufe in Europa.“

Söder: Bundeswehr braucht eine angemessene Ausstattung

Sicherheit in Europa war einer der zentralen Punkte in der Rede Söders. Die schlechte Ausstattung der Bundeswehr ist ihm dabei ein Dorn im Auge. „Wir brauchen eine europäische Armee, aber dazu brauchen wir erst eine Bundeswehr, die funktioniert.“ Soldaten brauchten nicht nur warme Worte, sondern auch eine angemessene Ausstattung. Dafür setze sich die CSU ein: „Wir sind die Partei der Bundeswehr.“ Auch dafür gab es viel Applaus im Auwaldzentrum.

Gerade hat der Ministerpräsident eine Reise nach Äthiopien hinter sich, „auf den Spuren unseres Bundesentwicklungsministers Gerd Müller“, wie Söder sagte. Sein Fazit: „Wir könnten viele Probleme lösen, wenn wir mit viel weniger Geld eine gute, vorausschauende Nachbarschaftspolitik machen.“

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Bildergalerie: Markus Söder zu Besuch in Äthiopien
Bild: Peter Kneffel, dpa

Söder hatte auf der Reise auch ein Flüchtlingscamp besucht, ein Termin, der ihn offenbar nachhaltig beeindruckt hatte. In Gundremmingen machte er deutlich: „Wir können nicht akzeptieren, dass im Mittelmeer Menschen ertrinken, weil Schlepper und Schleuser ihr schlimmes Handwerk verrichten.“

Ferber: Europa muss bayerischer werden

Einig war sich Söder mit seinen Vorrednern Alfred Sauter und Markus Ferber auch darin, dass eine reelle Chance darauf bestehe, mit der EVP-Fraktion die stärkste Kraft im Europaparlament und mit Manfred Weber als deren Spitzenkandidat einen möglichen Präsidenten der EU-Kommission zu stellen: Ein Bayer an Europas Spitze schaffe ungeahnte Möglichkeiten, betonten die CSU-Politiker. „Wir Bayern haben schon viele Persönlichkeiten hervorgebracht. Wir hatten sogar schon einen Papst – aber einen EU-Kommissionspräsidenten hatten wir noch nie.“ Es sei, so Söder, also fast schon patriotische Pflicht seiner Landsleute, den Bayern Manfred Weber zu unterstützen. Europaabgeordneter Markus Ferber hatte die Aussichten, die durch einen Bayern im Spitzenamt entstehen können, zuvor so formuliert: „Es heißt nicht, dass wir als Bayern dann europäischer werden müssen – Europa muss vielmehr bayerischer werden.“

Auch Gundremmingens Bürgermeister Tobias Bühler bekam ein Autogramm ins Goldene Buch der Atomgemeinde.

Dem Appell, zur Europawahl zu gehen, schloss sich auch Gundremmingens Bürgermeister Tobias Bühler in seinem Schlusswort an, bevor Ministerpräsident Söder sich nach Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde verabschiedete. Die Autogramme, die der Ministerpräsident anderthalb Stunden vorher den E-Jugend-Kickern gegeben hatte, dürften mindestens genauso hoch geschätzt worden sein.

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Ministerpräsident Markus Söder wirbt in Gundremmingen für die Europawahl
Bild: Bernhard Weizenegger
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