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Amoklauf

29.07.2011

„Mir kommen die Tränen“

„Norwegen ist so ein friedliches Land.“Andreas Mayer, Roßhaupten

Die Bluttat des Attentäters Breivik erschüttert den Roßhauptener Andreas Mayer, der in Norwegen Fußball gespielt und dort einen Sohn hat

Roßhaupten Für Andreas Mayer gibt es gegenwärtig auch im Urlaub in Spanien nur ein Thema. Der 38-jährige Roßhauptener liest Nachrichten aus Norwegen und ist schockiert über den Amoklauf des mutmaßlichen Massenmörders Anders Behring Breivik. „Ich bin erschüttert, mir kommen die Tränen“, sagt Andreas Mayer. Der Mann aus dem Landkreis Günzburg hat eine besondere Beziehung zu Norwegen. Drei Jahre lang schnürte der frühere Fußballprofi in dem Land die Kickstiefel. Mit Rosenborg Trondheim wurde er zwei Mal norwegischer Meister und kam in der Champions League zum Einsatz. In Norwegen lernte Mayer seine damalige Lebensgefährtin Kristine kennen. Mit ihr hat er einen Sohn: Nikolai, der am heutigen Freitag elf wird.

Der Amoklauf, bei dem mindestens 76 Menschen ums Leben kamen, hat Mayer ratlos gemacht. „Ich habe sofort meine frühere Lebensgefährtin angerufen“, berichtet der Roßhauptener. Sie und sein Sohn leben in der Nähe von Bergen, etwa 400 Kilometer von Oslo entfernt. Der Amokläufer sei mit der Cousine seiner Ex-Freundin in die Schule gegangen.

Norwegen ist so ein friedliches Land“, sagt Mayer. Die Menschen seien familienverbunden, gastfreundlich und „unglaublich ehrenhaft“. In vielen Orten sei Kriminalität ein Fremdwort. Die Leute hätten sich gewundert, dass der als Polizist verkleidete Breivik bewaffnet war. Denn die Polizei trage in Norwegen keine Waffen. Mayer liest norwegische Zeitungen, die sich mit der Psyche des Attentäters befassen. „Das ist ein verrückter Eigenbrötler“, sagt der Fußballer, der unter anderem auch beim FC Bayern in der zweiten Mannschaft, bei St. Pauli und Oldenburg gespielt hat.

Norwegen werde sich nur langsam von diesem Amoklauf erholen. „Es ist ein Land, in dem kaum jemand einer Fliege etwas zuleide tut“, sagt Andreas Mayer. Es werde wohl sehr lange dauern, bis wieder Normalität in Norwegen einkehrt.

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