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Reise

17.05.2018

Mit Tempo 30 bis nach Ungarn

Mit ihren Oldtimer-Bulldogs haben sich Leonhard Schmid aus Anhofen (links) und Hermann Mayer aus Schneckenhofen (rechts) auf die Tempo-30-Reise nach Ungarn gemacht.
Bild: Sandra Kraus

Nach ihrer Traktor-Pilgerfahrt legen drei Rentner aus Bibertal nun 1000 Kilometer mit ihren Oldtimer-Bulldogs zurück .

Ab Freitag sind sie wieder auf Achse. Hermann Mayer aus Schneckenhofen, Leonhard Schmid aus Anhofen und Josef Gretschmann aus Schönberg wollen mit ihren Bulldog-Oldtimern bis in Ungarns Süden nach Transdanubien fahren.

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Die Traktor-Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela vor zwei Jahren hat die Rentner zusammengeschweißt. Heuer ist der Balkan das Ziel. Hermann Mayer erklärt: „Es geht nach Véménd und Somberek. Zwei kleine Dörfer in Ungarn nahe der kroatischen Grenze. Dort wohnen seit Langem Josef und Gregor Häußler, zwei Brüder aus Bühl.“ Früher fuhr Mayer dort mit dem Auto zum Metzgen hinunter, man schätzte seine Würste und den Pressack nach deutscher Rezeptur. Heuer soll aber nicht gearbeitet werden. Die Zeiten seien vorbei.

Es geht den drei Rentnern um diese ganz besondere Art des Reisens. Mit Tempo 30 auf kleinen Straßen 1000 Kilometer machen, offen sein für Begegnungen mit Menschen, aber auch für Kirchen, Museen, Burgen. Und keine Hetze, sondern 150 bis 180 Kilometer pro Tagesetappe. „Man sieht viel, wenn man langsam fährt“, weiß Leonhard Schmid, der mit seinem Hanomag Brillant 600, Baujahr 1965, auf die Reise geht. Hinten angehängt ist ein Wohnwagen mit allen Raffinessen. Eine Fotovoltaikanlage ermöglicht samt Antenne unbegrenztes Fußball-Fernsehen. Ein Hingucker ist der Eicher Königstiger, Baujahr 1963, samt Schäferkarren von Hermann Mayer.

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An der Inneneinrichtung getüftelt

Der Schneckenhofer hat seit der Jakobswegpilgerfahrt an der Inneneinrichtung herumgetüftelt, vor allem das Bett ist komfortabler geworden. Eine Nacht im eigenen Anhänger, eine Nacht auf dem Campingplatz, so lautet der Plan. Nur eine grobe Idee ist dagegen die Reiseroute. „Am ersten Tag unserer Fahrt treffen wir uns in Landshut mit Josef, dann besprechen wir uns“, sagt Schmid. Auf dem Tisch haben die beiden eine Ungarn-Landkarte ausgebreitet. Von Wien aus wird es entweder östlich oder westlich am Plattensee vorbeigehen. Außer dem Besuch bei den Häußlers möchten sie in die Bischofsstadt Pécs, zu Deutsch Fünfkirchen, dort sei am Sonntag immer Flohmarkt mit einzigartigen Raritäten. Gretschmann würde gerne einen Abstecher nach Rumänien machen. Fest eingeplant ist ein Besuch im Thermalbad Harkány. In Ungarn werden sie sich an Forint statt Euro gewöhnen müssen. „Der Euro auf der ganzen Fahrt bis Spanien vor zwei Jahren war eine tolle Sache“, erinnert sich Leonhard Schmid.

Wettersorgen macht sich keiner

Mayer nickt und spricht sich für ein gemeinsames Europa aus: „Das dauert halt noch ein bissle. Aber nur so können wir Amerika und Russland Paroli bieten.“ Wer mit Oldtimern unterwegs ist, hat auch Wagenheber, Batterieladegerät, Überbrückungskabel, Abschleppstange und Werkzeug dabei. Jedes Teil nach Absprache genau einmal, das spart Platz. Wettersorgen gibt es keine. Mayer meint, dass sein Königstiger ein Dach habe, und für Schmid steht fest: „Wenn wir fahren, ist das Wetter gut.“ Fünf Wochen werden sie unterwegs sein, im Gepäck sind Kleidung, Notration, Reiseapotheke, Ausweis, die grüne Versichertenkarte und die ADAC-Plus-Mitgliedschaft. Nur so könne im Falle eines Falles ein defekter Bulldog ohne größere Umstände zurückgeholt werden. Natürlich stehen Königstiger und Brillant 600 generalüberholt da. Gretschmann geht zum ersten Mal mit seinem frisch hergerichteten Hanomag Robust 800 auf die Fahrt. Schon die Trecker-Namen lassen auf gutes Gelingen der Ausfahrt hoffen. Es soll heuer nicht die letzte sein, Heilbronn-Böckingen oder Bad Schussenried könnten diesen Sommer angefahren werden, am besten immer mit einer Handbreit Diesel im Tank und einem ausgeruhten Fahrer am Lenker.

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