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Rathaus

27.08.2015

„Mit Zahlen konnte ich immer umgehen“

Vor dem Offinger Rathaus stehen (von links) Bürgermeister Thomas Wörz, Kämmerer Rainer Groß und sein Nachfolger Christoph Zeh. Dieser ist ab September der neue Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Offingen.
Bild: Felicitas Macketanz

Die Verwaltungsgemeinschaft Offingen verliert mit Rainer Groß einen langjährigen Mitarbeiter. Auf was sich der zukünftige Pensionär jetzt freut und wer sein Nachfolger ist

Rainer Groß ist leicht gebräunt, wirkt glücklich und vor allem gelassen. Er hat auch allen Grund dazu: Demnächst hat er seinen letzten Arbeitstag – er geht in Pension. Und damit verliert die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Offingen einen langjährigen Mitarbeiter und Mitgestalter. Doch sein Nachfolger steht schon fest und der hat sogar eine Gemeinsamkeit mit dem zukünftigen Pensionär.

Seit mehr als 34 Jahren arbeitet Rainer Groß als Beamter in der VG Offingen. Er addiert und subtrahiert, berechnet und kalkuliert, er ist derjenige, der den Bürgermeister stoppen kann, wenn die Finanzen für bestimmte Projekte nicht ausreichen – kurz: Er ist der Kämmerer. Dass er eines Tages mal diesen Beruf ausüben wird, wusste Rainer Groß eigentlich schon lange. „Da war ich mir von Anfang an sicher“, sagt er. „Ich konnte schon immer mit Zahlen umgehen.“

Christoph Zeh wird den 65-Jährigen in seiner Aufgabe als Kämmerer ersetzen. Dabei fallen acht Haushalte jährlich unter seine finanzielle Verwaltung. Neben den Gemeinden Offingen, Gundremmingen und Rettenbach kümmert er sich um die Finanzen der Schulverbände Offingen und Gundremmingen, des Abwasser-Zweckverbands Mindel-Kammel, der Kulturstiftung des Marktes Offingen sowie der gesamten Verwaltungsgemeinschaft.

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Der neue Kämmerer freut sich auf seinen Posten. Er findet es toll, dass er in dieser Position Dinge mitgestalten kann und möchte für die Gemeinde stets das Optimale herausholen. Seit 20 Monaten arbeitet der 46-Jährige bereits in Offingen. Bis vor Kurzem war er der Stellvertreter, jetzt wird er der Chef der Kämmerei im Rathaus.

Zum Traumberuf fand sein Vorgänger Rainer Groß damals durch den „Schubs“ des Vaters. Der war Leiter eines Sozialamts und hatte den gebürtigen Schwäbisch-Gmünder quasi zum Beamtenberuf verpflichtet. „Bua, du wirsch Beamter“, sagte er. So war es dann auch. Angefangen hat der heutige 65-Jährige in der Gemeinde Kleinglattbach im Landkreis Ludwigsburg als Inspektorenanwärter. Es folgte das Studium zum Verwaltungsbeamten des gehobenen Dienstes in Baden-Württemberg. Seine erste Kämmererstelle trat er dann im baden-württembergischen Wiernsheim an. Das war im Jahr 1973.

Inzwischen hat Groß fünf Kinder, lebt in Offingen und meditiert in seiner Freizeit, um Kraft zu schöpfen. Sogar den Verein Buddhistisches Glaubens- und Meditationszentrum in Offingen mit mehr als 600 Mitgliedern hat er aufgebaut. In den buddistischen Tempel, den es dort gibt, möchte er sich während seiner Pension auch zurückziehen. „Sehnsucht nach meiner Arbeit, werde ich, denke ich schon haben“, gibt der Familienvater zu. Er werde sicherlich bei Gelegenheit die Mitarbeiter besuchen.

Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt daran, weil er sich immer sehr für die VG eingesetzt hat. Das Rathaus hat er von der „Stunde Null“, wie er es formuliert, Anfang der 80er Jahre mit dem damaligen Bürgermeister Alois Brunhuber mitgestaltet. Auch die Kläranlage hat er als ehemaliger Geschäftsführer des Abwasser-Zweckverbands Mindel-Kammel aufgebaut. Seinem Nachfolger gibt er auf den Weg: „Ertrag erzielen, ohne Risiko einzugehen.“

Der Diplom-Verwaltungswirt Zeh hat in Stuttgart angefangen. Das Bundesland, aus dem sie beide kommen, verbindet Groß und Zeh. Respekt hat der neue Kämmerer vor allem vor der Arbeit der Bürgermeister in der Verwaltungsgemeinschaft. „Sie machen diesen schwierigen Job, obwohl sie keine Fachausbildung dafür haben. Das verdient Anerkennung.“

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