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Burgau

23.01.2019

Mit dem „Normalen“ gibt sich Konni Bigelmayr nicht zufrieden

Konni Bigelmayr aus Burgau ist Malermeister und Künstler zugleich.
Bild: Peter Wieser

Wie sich der Burgauer Maler zwischen Kunst und Handwerk bewegt - und was seine Werke auszeichnet.

Was haben der elegante Wintersportort Kitzbühel, die oberbayerische Gemeinde Vogtareuth bei Rosenheim und die Markgrafenstadt Burgau gemeinsam? Eigentlich nicht viel – bis auf eines: Ausstellungen mit Bildern des Burgauer Malers und Künstlers Konni Bigelmayr. Wie kommt der gebürtige Freihaldener, der in seinem Familienbetrieb mit mehreren Mitarbeitern Räume und Fassaden gestaltet, dazu, in der Vogtareuther Schön- Klinik großformatige, bis zu zweieinhalb Meter hohe Bilder auszustellen? Die Ursache waren Krankenbesuche, bei denen er regelmäßig Bilder mit Vogelmotiven mitbrachte. „Kunst und Farben machen Menschen glücklich“, sagt der 64-Jährige. „Farben lösen Gefühle aus, Bilder sind Therapie.“

Ärzte und Belegschaft sahen dies ähnlich. Inzwischen zieren zehn christliche und abstrakte Naturmotive das Foyer der Klinik. Der Gedanke sei nicht der einer Ausstellung gewesen, sondern den Menschen dort eine Freude zu bereiten. „Farbe ist die Sprache der Seele.“ Zu der Ausstellung im A-Rosa Fünf-Sterne-Hotel in Kitzbühel kam er auf andere Weise: Sie hatte sich durch seine Besuche und die daraus entstandenen Kontakte, Arbeiten und Empfehlungen ergeben – übrigens nicht die erste Ausstellung in dem österreichischen Promi-Ort.

Und das Riesenosterei, das in der Osterzeit wieder auf dem Kitzbüheler Marktplatz stehen wird, wird in diesem Jahr Konni Bigelmayr gestalten. Für den jeweiligen Künstler sei das immer eine große Ehre, wie er sagt. In seinem Atelier entsteht derzeit ein Bild für den Ski-Rennläufer Peter Fill, den er während einer seiner Ausstellungen getroffen hat. Es wird den Ausblick von seinem Haus auf die Südtiroler Berge zeigen. Vieles habe sich nach und nach und nebenbei zwischen Tür und Angel ergeben.

Reisen sind für ihn Inspiration

Überhaupt seien es seine Reisen, die die Basis seines Schaffens bildeten. Dabei entstandene Freundschaften hätten ihn bis in die Arabischen Emirate geführt. Reisen seien für ihn Inspiration. Auf Mallorca allerdings, da sei er noch nicht gewesen. „Einen Urlaub in Ruhe, den gibt es nicht“, bestätigt seine Frau Venetia. „Er sucht immer etwas, er findet immer etwas und er setzt es um.“ Auch wenn die meisten Motive zumeist ins Abstrakte gehen, spätestens nach dem dritten Augenblick erkennt der Betrachter dessen Aussage und setzt sich damit auseinander. Er habe sehr oft den Stil gewechselt, teilweise auch ins Realistische, erzählt Bigelmayr.

„Einfach das, was das Herz gerade aussagt.“ Wenn in seiner Galerie ein Bild die abstrakte Frontpartie eines Maserati zeigt und sich daneben leicht verschwommene D-Mark-Münzen zu Zehn-Mark-Scheinen gesellen, ist das normal. Das Großformatige sei überhaupt seine Leidenschaft. Er habe schon immer etwas anderes machen wollen als andere. Auch seine Visionen über Farben seien nie die gleichen wie die seines Vaters gewesen, der damals noch in Freihalden das Geschäft führte, erzählt er weiter. Mit dem „Normalen“ gibt er sich nicht zufrieden: „Man muss sich jeden Tag neu entwickeln.“

Seine Farben kreiert und mischt er selbst

Aus diesem Grund findet sich bei seinen Bildern nie ein einheitliches Format und die Leinwand spannt er individuell und je nach Größe in seiner Werkstatt selbst auf den Rahmen. Die Farben, die er verwendet, kreiert und mischt er selbst. Das Ergebnis ist eine unglaubliche Leuchtkraft, die seine Bilder ausstrahlen. Immer wieder taucht das unverkennbare Blau auf. Das Blau Griechenlands, des Landes, das ihn geprägt habe. Seine „blaue Phase“, die es schon gegeben habe, lässt sich dabei nicht verleugnen. Diese Handschrift lässt sich bis heute in und an verschiedenen Gebäuden in der Markgrafenstadt erkennen.

Gemalt hat Konni Bigelmayr schon immer. Anstatt die Kunstakademie zu besuchen, wie es sich sein Lehrer gewünscht hätte, legte er seine Gesellenprüfung als Maler und Lackierer als Kammersieger von Schwaben ab, seine Meisterprüfung ebenfalls. Wenn mancher meine, er sei ein teurer Künstler, der liege falsch. Er betont: „Wir leben vom Handwerk. Wir sind genau so billig und so teuer, wie jeder andere Betrieb im Landkreis auch.“

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