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Jettingen-Scheppach

01.03.2020

Mit dem Rathausanbau auf dem Weg zur „Neuen Mitte“

So soll der Platz vor dem neuen Rathaus in Jettingen-Scheppach in Zukunft aussehen.
Bild: Architekturbüro Schirmer

Plus Mit der Einweihung des Gebäudes in Jettingen ist ein wichtiger Teil des Großprojekts abgeschlossen. Er soll einen „Dominoeffekt“ auslösen.

Der Bürgermeister strahlte mit der Sonne um die Wette. „Ich bin glücklich, zufrieden und innerlich ein wenig aufgewühlt“, bekannte Hans Reichhart. Der Grund der Freude: Mit einem kleinen Festakt ist am Sonntagvormittag der neue Anbau am alten Rathaus in Jettingen eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Etwa 3,2 Millionen Euro kostet der Neubau. Die wirtschaftlich florierende Marktgemeinde kann das aus dem Laufenden bezahlen – „ohne Schulden“, wie Reichhart stolz erklärte. Weitere 1,5 bis 1,7 Millionen wird, wie berichtet, die Neugestaltung des Rathausumfelds kosten. Und am Donnerstag wird der Gemeinderat den Neubau einer Dreifachsporthalle auf den Weg bringen. Jettingen-Scheppach kann es sich leisten.

Bei der Begrüßung der geladenen Gäste erinnerte Bürgermeister Hans Reichhart an die Entstehungsgeschichte des Rathausneubaus. 2015 konnte das Grundstück des benachbarten ehemaligen Zeinerhauses erworben werden, im Herbst 2016 war der Architektenwettbewerb entschieden worden, im Mai 2018 waren die ersten Bauarbeiter angerückt. Das Ergebnis aller Bemühungen sei „begeisternd“, dankte Reichhart Architekten und Planern, Bauarbeitern und Handwerkern sowie den Mitarbeitern der Verwaltung für ihre Opferbereitschaft. Dies umso mehr, als parallel zum Neubau auch noch das alte, im Jahre 1470 erbaute Rathaus bei laufendem Betrieb und bis zum heutigen Tage grundlegend saniert wird.

Strahlkraft für die Nachbarschaft

„Sie können stolz sein wie Oskar“, erklärte der stellvertretende Landrat Anton Gollmitzer in einem Grußwort. Die Verbindung von Alt und Neu sei stets eine Herausforderung, die in Jettingen aber bestens gelungen sei – zum Wohle der Bürger und der Beschäftigten.

Mit dem Rathausanbau auf dem Weg zur „Neuen Mitte“

Der frühere bayerische Bauminister, Marktgemeinderat und Bürgermeistersohn Hans Reichhart , erklärte, „lebendige und ansehnliche Ortskerne“ seien essenziell für die Gemeinschaft. Die „Neue Mitte Jettingen “ rund um das Rathaus werde künftig auf attraktiven Freiflächen ein Begegnungs- und Kommunikationsraum sein, der Neubau soll zudem für Vereins- und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Das alles werde auch Strahlkraft für die Nachbarschaft haben, zeigte sich Reichhart optimistisch. Die Erfahrung zeige, dass eine Art „ Dominoeffekt “ eintrete. Auch Privatpersonen investierten eher, wenn sich ihre Immobilien in einem attraktiven Umfeld befinden.

"Ausgerechnet Berlin", dachte sich der Bürgermeister

Den Architektenwettbewerb hat der Berliner Architekt Arthur Numrich gewonnen. „Ausgerechnet Berlin “, dachte sich der Bürgermeister spontan, wie er erzählte. Die Anspannung legte sich, als Numrich bei einem ersten Telefonat auf seine bayerische Herkunft verwies. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in Jettingen-Scheppach sei in einer „kollegialen und freundlichen Atmosphäre“ verlaufen, dankte der Architekt. „Das ist heute nicht mehr selbstverständlich.“ Zugleich verwies Numrich darauf, wie aufwendig das Bauen heutzutage sein kann. Nicht weniger als 30000 Vorschriften seien bisweilen zu beachten, dabei bleibe vielfach der gesunde Menschenverstand auf der Strecke.

Am Bau des neuen Rathauses in Jettingen waren zahlreiche Architekten, Planer und Politiker beteiligt. Bei der gestrigen Einweihung des Gebäudes trugen sie sich alle in das Goldene Buch der Marktgemeinde ein.
Bild: Greta Kaiser

Symbolisch überreichte der Architekt dem neuen Hausherrn Hans Reichhart einen Schlüssel aus Kunststoff , den die Umrisse des alten und des neuen Rathauses sowie das Wappen der Marktgemeinde zieren. „Gemäß bayerischer Bauordnung hatte ich bis heute das Hausrecht“, erklärte Numrich.

Den kirchlichen Segen spendeten die Pfarrer Franz Wespel und Norbert Riemer sowie Monsignore Wolfgang Miehle. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von einem erst vor einer Woche gegründeten Bläserquintett mit dem noch provisorischen Namen „Jettinger Quintettfreunde“ unter Leitung von Musikschulleiter Christian Weng. Am Nachmittag konnten die Bürger das neue Rathaus besichtigen.

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