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21.03.2009

Moderner Brandschutz im historischen Museum

Günzburg Im Günzburger Heimatmuseum geben zurzeit die Handwerker den Ton an. Dort werden Brandschutztüren eingebaut und Brandmeldeanlagen installiert. Museumsleiter Walter Grabert geht davon aus, dass die Bauarbeiten, die rund 180 000 Euro kosten, Ende Juni beendet sein werden. An diesem Wochenende bleibt das Museum erst einmal geschlossen.

Nach mehreren, immer nur vorübergehenden Domizilen fand das Heimatmuseum 1958 seinen endgültigen Platz im ehemaligen Piaristenkolleg und später als Schule genutzten Gebäude in der Rathausgasse. Das aus dem Jahre 1757 stammende Haus wurde zwar in den 80er Jahren gründlich saniert, wobei zum damaligen Zeitpunkt der "Brandschutz" noch außer Acht gelassen wurde. Alljährlich besuchen etwa 2500 Interessierte die Sammlung aus 4000 Jahren Geschichte.

Um den Schutz von Menschenleben und dem unersetzlichen Kulturgut unserer Vorfahren zu gewährleisten, entschloss sich die Stadt zum Einbau einer Brandmeldeanlage vom Keller bis zum Dach. Die zukünftigen sechs Raumtüren sind mit Türschließern versehen, die sich im Falle einer Rauchentwicklung, elektrisch angesteuert, automatisch schließen, aber trotzdem manuell geöffnet werden können. Für das beauftragte Architekturbüro keine leichte Aufgabe, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht und die vorhandene Bausubstanz so weit wie möglich erhalten werden soll.

Mit fast 40 Metern die längsten Hausflure der Stadt

Moderner Brandschutz im historischen Museum

Die langen Flure - es sind mit 39,5 Metern die längsten Hausflure in Günzburg - müssen in ihrem Charakter erhalten bleiben. Für die Baufirmen heißt dies, dass kein "schweres" Gerät zum Einsatz kommen darf, um baulich bedingte Beschädigungen zu vermeiden.

In sämtlichen Fluren werden rauchdichte Türen eingebaut, wodurch sich sogenannte Rauchabschnitte bilden. Wegen der von Stockwerk zu Stockwerk unterschiedlichen Raumhöhen müssen die tragenden Elemente einzeln angefertigt werden. Der TÜV muss alle Türen einzeln prüfen. Durch die Unebenheiten des historischen Bodenbelages mit Solnhofer Kalksteinplatten war auch die teilweise Entfernung und Neuverlegung unumgänglich, um luftdicht abgeschottete Bereiche zu erzielen. Durch entsprechende Planung muss der Flur im Erdgeschoss, wo sich der Museumszugang befindet, nicht durch Rauchschutztüren getrennt werden.

Besonders aufwendig gestaltete sich die Planung zur Führung der elektrischen Verkabelung. Teilweise waren 300 Kabelverbindungen zur Verlängerung und Überbrückung des bestehenden Netzes erforderlich. Große Teile wurden unter dem Fußboden verlegt. Dadurch konnten bislang Beschädigungen an den zahlreichen Stuckierungen verhindert werden. Um Beschädigungen durch Baustaub weitestgehend zu vermeiden, wurden alle Bauabschnitte durch Staubschutzverkleidungen abgeschottet und die gesamte Baustelle zusätzlich täglich vom angefallenen Staub gesäubert.

2010 steht dann noch der Einbau eines über alle Geschosse reichenden Aufzuges an, um auch schwerbehinderten Besuchern den Besuch des Museums in den oberen Etagen mühelos zu ermöglichen, teilte Grabert mit.

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