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Günzburg

08.01.2020

Monika Mayer feiert ihren 90. Geburtstag gleich doppelt

Die treue Zeitungsleserin Monika Mayer aus Günzburg feiert heute ihren 90. Geburtstag.
Bild: Sandra Kraus

Die Günzburgerin Monika Mayer hatte keine leichte Jugend. Auf wen die Jubilarin besonders stolz ist und was sie sich zum Geburtstag wünscht.

Der beste Start in den Tag für Monika Mayer, die heute ihren 90. Geburtstag feiert? „Eine Tasse Kaffee und die Günzburger Zeitung!“, verrät die rüstige Günzburgerin. Bei der morgendlichen Lektüre wird darauf geachtet nichts zu übersehen, was ausgeschnitten werden muss und in den Ordner kommt – zum Beispiel, wenn jemand von der Großfamilie in der Zeitung steht. Monika Mayer weiß es zu schätzen, dass sie auch im hohen Alter fit ist, alleine in ihrem Haus leben kann und vor allem der Kopf gut funktioniert: „Ich mache alles noch selber – ein bisschen langsamer halt.“

Tatkraft musste Monika schon in jungen Jahren daheim in Tafertshofen südlich von Krumbach beweisen: Der frühe Tod des Vaters, der ältere Bruder als Soldat im Krieg und zwei jüngere Geschwister – da war in der Familie jede helfende Hand gefragt. Nach der Schulzeit brachte eine Anstellung als Hilfskraft im Altersheim Geld in die Familie, ein Großteil des Lohns musste daheim abgegeben werden. „Und wenn im Sommer die Zeit zum Seegrasrupfen war, musste ich Urlaub nehmen. Das gerupfte Seegras wurde getrocknet, eingelagert und im Winter zu langen Strängen gesponnen. Geflochten zu Zöpfen konnte es verkauft werden.“

Monika Mayer läuft mit ihrem "Mercedes" zum Einkaufen

1952 heiratete sie ihren Ehemann Heinrich in Deisenhausen, 1959 bauten sie ein Haus in der Weststadt. 1955 wurde Sohn Werner geboren, sieben Jahr später Tochter Karin. Familie, Haushalt und Garten wurden zu Monika Mayers Aufgabe. Bis heute werden im „Gärtle“ Radieschen, Zwiebeln, Erdbeeren, Himbeeren und Tomaten angebaut. Es wurde gestrickt, gestickt und geknüpft, solange die Hände noch mitmachten. In das nahe Einkaufsgebiet geht Mayer mit ihrem „Mercedes“, wie sie ihren Rollator liebevoll nennt. Ist in der Stadt etwas zu erledigen, wird der Stadtbus genutzt. Nur den Kirchgang hat sie durch den Fernsehgottesdienst ersetzt. „Hoffentlich sind Kopf und Körper noch ganz lange fit“, sagt Monika Mayer.

Die langen Winterabende verbringt sie gerne am Fernseher. „Bei Filmen aus den Bergen erkenne ich oft die Orte wieder, wo wir früher zum Wandern waren. Sonntags waren wir nämlich nie daheim.“ Seit 1996 ist Monika Mayer Witwe. Im katholischen Frauenbund fand sie Ablenkung und neue Freundschaften, die bis heute halten. Stolz ist Monika Mayer auf ihre vier Enkelkinder und die zwei Urenkel. Der 90. Geburtstag wird an den nächsten Wochenenden zweimal gefeiert – einmal mit der Familie und einmal mit den Freundinnen und Nachbarn. (sawa)

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