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Landkreis Günzburg

25.04.2019

Müll aus AKW Gundremmingen: Das sagt der Umweltminister

Im Müllheizkraftwerk Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) ist seit 2016 freigemessener Müll aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen verbrannt worden (Archivfoto).
Bild: Alexander Kaya

Thorsten Glauber antwortet den Landräten aus Günzburg und Neu-Ulm. Warum er die Entsorgungspraxis im Müllkraftwerk Weißenhorn für nicht problematisch hält.

Bereits seit 2016 wurde sogenannter freigemessener Müll aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen im Weißenhorner Müllkraftwerk verbrannt – und die breite Bevölkerung wusste nichts davon. Das hat viele Bürger und Kommunalpolitiker empört (wir berichteten). Der Günzburger Landrat Hubert Hafner und sein Neu-Ulmer Amtskollege Thorsten Freudenberger nahmen die Verunsicherung zum Anlass, sich in einem gemeinsamen Schreiben an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) zu wenden. Sie wollten unter anderem wissen, warum Müll, der nur gering radioaktiv belastet ist, nicht einfach mit radioaktivem Müll oder als Sondermüll entsorgt werden kann.

"Eine gesundheitliche Gefährdung besteht in keiner Weise"

In seiner Antwort an die Landräte, die unserer Redaktion vorliegt, verteidigt der Minister die rechtlich zulässige Praxis, freigemessene Abfälle in Müllheizkraftwerken zu verbrennen. „Eine gesundheitliche Gefährdung besteht in keiner Weise, weder für die Bevölkerung noch für die in den Entsorgungsbetrieben tätigen Personen“, schreibt Glauber. Die behördliche Freigabe von Stoffen aus den bayerischen Kernkraftwerken erfolge strikt nach den Bestimmungen der geltenden Strahlenschutzverordnung.

Der Grenzwert von zehn Mikrosievert für solche Stoffe stelle sicher, dass für jegliche Einzelpersonen der Bevölkerung durch die freigegebenen Stoffe maximal eine effektive Dosis im Bereich von zehn Mikrosievert im Kalenderjahr auftreten könne. Dies sei im Vergleich zur natürlichen jährlichen Strahlenbelastung von durchschnittlich 2100 Mikrosievert eine im Hinblick auf Gesundheitsrisiken vernachlässigbare Dosis, betont Glauber. Er verweist auch darauf, dass jährlich bis zu 100 Tonnen freigemessener Stoffe aus dem AKW Gundremmingen in Weißenhorn verfeuert werden dürften. Das sei völlig unbedenklich. Eine Entsorgung freigebbarer Stoffe als radioaktiver Abfall sei nicht notwendig.

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Minister: Öffentlichkeit war informiert

Ferner teilt der Minister mit, dass das bayerische Umweltministerium im Rahmen der Genehmigungsverfahren zu Stilllegung und Abbau der bayerischen Kernkraftwerke stets die Öffentlichkeit über die Freigabe von Stoffen aus Atomkraftwerken informiert habe, speziell bei einem Erörterungstermin im März 2017 in Gundremmingen. Als Quelle für ausführliche allgemeine Informationen zur Freigabe nennt er die Internetseite der Entsorgungskommission, die das Bundesumweltministerium in den Angelegenheiten der nuklearen Entsorgung berät: www.entsorgungskommission.de.

Lesen Sie hier: Strahlender Abfall: Demnächst wird gemessen

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