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24.02.2010

Museumsdörfer sind nicht gewünscht

Rettenbach Heuer wird wieder der Wettbewerb ausgetragen "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden". Ob die Gemeinde Rettenbach sich beteiligt, steht noch nicht endgültig fest. Nach dem ausführlichen Referat des Kreisfachberaters Josef Stocker am Montag zeigten die Ratsmitglieder großes Interesse und wollen die Chancen zur Aufwertung der Lebensqualität ihrer drei Ortsteile nutzen.

Rettenbachs Erfolge bei diesem Wettbewerb liegen weit zurück. Im Jahr 1970 wurde das Dorf Kreissieger, drei Jahre darauf auch Siegergemeinde im Bezirk Schwaben. Beim dritten Mal (1978) hieß es "Dabei gewesen ist alles". Rettenbach zögerte in der Folge, es rechnete sich wegen der ausstehenden Verbesserungen bei den örtlichen Straßen wenig aus. Auch lief das Flurbereinigungsverfahren im Ortsteil Remshart.

Inzwischen änderten Land und Bund die Kriterien. Der Wettbewerb, so Josef Stocker, "hat ein frisches neues Gesicht bekommen". Statt Blumenschmuck und sauberen Gehöften, die jetzt weniger wiegen, gehe es um ehrenamtliches Engagement. Der Landkreis begleite die Aktion durch "bürgernahe staatliche Beratung" und stifte bei der Abschlussveranstaltung jedem Teilnehmer einen Baum und eine stabile Sitzbank.

Um auch kleineren Orten eine Chance zu geben, wird der Wettbewerb in zwei Gruppen ausgetragen. Gruppe A umfasst Gemeinden bis 600 Einwohner, Gruppe B von 601 bis 3000. Die Meldefrist läuft bis 1. Juni 2010. Der jüngste Kreissieger 2009, der Ort Nattenhausen (Gruppe A), beteiligte sich automatisch auf der höheren Wettbewerbsebene und wurde Bezirkssieger. Kreissieger Gundremmingen (Gruppe B) musste sich auf Bezirksebene mit einem Trostpreis begnügen.

Der Wettbewerb, führte der Fachberater aus, kümmere sich bloß am Rande um vorbildlichen Garten- und Hausschmuck. Auch sollen keine Museumsdörfer mit möglichst vielen historischen Gebäuden auf den Schild gehoben werden. Vielmehr ziele man auf Grüngestaltung, Einbindung in die Landschaft, Naturschutz, Stellung der Landwirtschaft, stilgemäßes Häuserbild und lebendiges Vereinsleben. Stocker hoffte, der Wettbewerb stärke ganz von selbst das Wir-Gefühl und damit die Dorfgemeinschaft.

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