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Jubiläum

11.04.2016

Musik von Hand gemacht

Die langjährigen Musiker des Musikvereins Reisensburg zusammen mit ihrer neuen Trommel (von links): Hans Höfner, Barbara Munk, Dirigent Gerhard Kratzer, Heike Jedelhauser, 2. Vorstand Daniel Schmid, Renate Schmid, ehemaliger ASM-Bezirkspräsident Alois Brunhuber, Vorsitzender Wolfgang Hödl, Hans Kempter und Thomas Gruber.
Bild: Peter Wieser

Die Reisensburger feiern mit einem großen Konzert ihr 25. Bestehen. Am Ende werden sie mit einer Überraschung belohnt

Schon der Einmarsch der 35 Musiker auf die Bühne der Reisensburger Herrenwaldhalle wurde von den Gästen mit einem gewaltigen Applaus begleitet. Gleich einer Fanfare, feierlich und ehrwürdig dem Anlass des 25. Jubiläums gebührend, leitete das Eröffnungsstück „Centuria“ des Komponisten James Swearingen am Samstag den Beginn des Konzertes ein.

„Es ist wirklich Musik von Hand gemacht“, ging Vorsitzender Wolfgang Hödl auf die Ursprünge des Musikvereins ein. „So eine große Gemeinde, und keine eigene Kapelle“, hatten sich bis Ende der 80er Jahre viele Reisensburger gesagt. Hödl erinnerte daran, wie Andreas Fink und Hans Briegel den Wunsch der Bürger zum Anlass nahmen, sich im Dorf sozusagen als Geburtshelfer auf den Weg zu machen, um passive Mitglieder und aktive Musiker zu suchen: „Die Musiker haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind.“ Nicht wegzudenken sei dabei der Fanclub mit seinen Mitgliedern aus Reisensburg und Riedhausen.

Die bezaubernde Melodie von „You Raise me up“ (Brendon Graham und Rolf Lovland) ließ das Publikum in Erinnerungen schwelgen. Auf schwäbisch: „Du reisch mi auf“, wie Theresa Willmy, die zusammen mit Barbara Munk und Daniela Volk durch das Programm führte, dem belustigend hinzufügte. Im Stück „Auf einem persischen Markt“ aus der Feder von Albert Ketelbey erinnerten dominante Querflöten an orientalisches Flair und tiefes Blech unter Trommelschlägen an eine vorbeiziehende Karawane. Eine feierliche Ouvertüre führte die Gäste mit „Le Nozze Veneziane“ von Alfred Bösendorfer zu einer Traumhochzeit in Venedig: Von der Trauung mit Röhrenglocken, begleitet von den Chören der Gondolieri durch die Kanäle, unter der Rialtobrücke hindurch bis zum Markusplatz.

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Den zweiten Teil des Konzerts widmete der Musikverein dem Traditionellen. Mit „Lebensfreude pur“ von Kurt Gäble wurde nicht nur diese, sondern auch die Spielfreude der Musiker deutlich. Dass dabei Klassiker wie „Aus Böhmen kommt die Musik“ und „Von Freund zu Freund“ nicht fehlen durften, lag nahe. Mit vollem Einsatz führte Dirigent Gerhard Kratzer, der sein 25. Dirigentenjubiläum feiert, die Musiker stets zusammen.

Man habe damals nicht gedacht, dass aus einem so zarten Pflänzchen ein so starker Baum wachsen wird, sagte Alois Brunhuber, ehemaliger Bezirksvorsitzender des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM). Er ehrte Barbara Munk für zehn Jahre Vereinstätigkeit, weiter für langjähriges Musizieren Thomas Gruber (15 Jahre), Heike Jedelhauser, Hans Höfner und Hans Kempter (25 Jahre) sowie Renate Schmid für ihr 50-jähriges Musikantenjubiläum, davon 25 Jahre im Musikverein Reisensburg.

Das wertvollste Kapital befinde sich nicht auf der Habenseite des Bankkontos, sondern mit langjährigen Musikern, betonte Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. „Wir hören Euch nicht nur gerne, wir sehen Euch auch gerne“, wies er auf ihre traditionelle Tracht hin. Wie auch der Fanclub, der einen größeren Beitrag zur Beschaffung einer Musikanlage überreichte, übergab Jauernig im Namen der Stadt Günzburg einen Scheck. „Musik verbindet und macht Freude“, lobte Stadtrat Leopold Munk, selbst Reisensburger. Aber es brauche auch Menschen, die diese machen. Er übergab dem Verein eine „rückenschonende Spende“ – eine leichtere Trommel für den Vorsitzenden Wolfgang Hödl.

Mit „Dem Land Tirol die Treue“, der Reisensburger Hymne getextet auf das Dorf, beschloss der Musikverein noch einmal mit seinem damaligen Dirigenten Hermann Kiechle das Konzert.

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