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Bubesheim

28.11.2017

Musiker sind eben keine Politiker

Zum Grand Prix der Blasmusik gehörten auch Ehrungen. Von Links: Dirigent Peter Niederhofer, Schlagzeuger Peter Vereb (15 Jahre), Günter Fritz an der Posaune (15 Jahre), Vorstand Werner Betz, ASM-Vorsitzender Robert Strobel.
Bild: Sandra Kraus

Die Koalition aus den Vereinen Bubesheim und Unterknöringen funktioniert bei der Premiere im Kirchenbauerhof tadellos.

Keine klanglichen Experimente, sondern exzellente Blasmusik und etliche Bravorufe gab es beim „Grand Prix der Blasmusik“, zu dem der Musikverein Bubesheim in die Kirchenbauer-Festhalle eingeladen hatte. Es war das erste Konzert der Spielgemeinschaft der Musikvereine Bubesheim und Unterknöringen. Seit September probt man gemeinsam unter der Leitung von Peter Niederhofer. Schon beim ersten Stück, der Grand Prix Erkennungsmelodie mit dem treffenden Titel „So schön ist Blasmusik“, horchten die Zuhörer auf. Die Klangfülle, die 30 Blech- und Holzbläser zusammen mit zwei Schlagzeugern bieten, doppelt so viele wie gewohnt, begeisterte und beim nachfolgenden Florentiner Marsch Opus 214 waren erste spontane „Bravo“-Rufe zu hören. „Die Dirigentensuche war sehr schwierig, da war es ein Glücksfall, dass die Unterknöringer einen Dirigenten hatten, aber Musiker suchten. Wir unterstützen uns musikalisch, die Vereine bleiben aber selbstständig“, erklärte Bubesheims Vorsitzender und Flügelhornist Werner Betz.

Dirigent Peter Niederhofer führte die Kapelle sicher durch die Takte des „Russian Waltz“, „Nessaja“ aus dem Tabaluga-Musical, der „Parade of Glory“, den „St. Patrick Dances“ und der „Highland Cathedral“. „Wir hatten großen Spaß, neue Leute kennenzulernen und gemeinsam zu musizieren. Heute sind alle Register gut besetzt, sie können die Früchte der Zusammenarbeit hören“, sagte Unterknöringens Vorsitzender und Tubaspieler Benjamin Köpf zu den Gästen im voll besetzten Kirchenbauerhof. Auch die Solisten konnten sich hören lassen. Die nervöse Anspannung wich bald einer gelösten Atmosphäre. Dazu trugen die informativen Ansagen von Alexandra Betz und Katrin Losert bei, die auch manches Probengeheimnis zum Besten gaben.

Der zweite Teil des Grand Prix eröffnete rockig mit einem „Rock Opening“, lud ein in „Highlights from La La Land“, um dann bei böhmischer Blasmusik, markant interpretiert, zu verweilen. Das traf den Geschmack des Publikums, zumal die Stücke blitzsauber vorgetragen wurden. Auch 2. Bürgermeister Rainer Finkel drückte seine Freude über die Kooperation aus: „Das ist ein Gewinn für die Vereine, die Gemeinden und die Bürger. Zweieinhalb Monate proben und nicht scheitern, man sieht, sie sind Musiker und keine Politiker.“

Komplimente gab es von Robert Strobel, ASM-Bezirksvorsitzender: „Dank an Dirigent und Musiker, es kann sich sehen und hören lassen!“ Die Musiker trugen ihre jeweiligen Trachten, die Notenpultbanner aus Unterknöringen und Bubesheim wechselten sich ab. Renate Peschkes aus Unterknöringen, mit ihrer Klarinette ganz rechts in der ersten Reihe, meinte: „Wir ergänzen uns phantastisch. Es gab so viele Begegnungen und die Fahrgemeinschaften zu den Proben sind gut organisiert. Ich würde mir ausdrücklich wünschen, dass es weitergeht.“ Ähnlich hörte es sich bei Frank Hempe, Bubesheimer und Bariton-Spieler an: „Die Spielgemeinschaft war das Beste, was wir machen konnten. Wir haben den richtigen Partner gefunden und es macht Spaß, weil Klangkörper und Volumen so sind, wie es sein soll.“ Traditionell wird beim Jahreskonzert nicht nur musiziert, sondern auch geehrt. Geschenke gab es für die Männer im Hintergrund Wolfgang Lechleitner, Gerhard Hanker und André Schimetschek, sowie für den laut Vorstand Betz „ruhigen und kompetenten“ Dirigent Peter Niederhofer und seine Gattin. Die Anstecknadel des ASM in Silber für 15 Jahre aktives Musizieren hatte Strobel für Posaunist Günter Fritz, der sich als Musiker beim Schafkopf-Spiel während einer langen Fahrt zur Partnergemeinde nach Frankreich reaktivieren ließ, und für Schlagzeuger Michael Vereb, der eigentlich nie fehlt, aber verlässlich ein bis zwei Minuten zu spät kommt.

Jetzt freuen sich Dirigent und Musiker darauf, ihren Grand Prix der Blasmusik am Samstag um 19 Uhr in Unterknöringen in der Schulturnhalle ein zweites Mal spielen zu können. Dem Bubesheimer Publikum hat es gefallen, Applaus, Lob und Schulterklopfen gab es zuhauf. Die Kapelle bedankte sich mit zwei Zugaben.

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