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Günzburg

04.02.2015

Mutmaßliche jugendliche Vergewaltiger bleiben in U-Haft

Drei Jugendliche sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Sie sollen eine 15-Jährige vergewaltigt haben.
Bild: Jan Woitas/dpa (Symbolbild)

Wegen bestehender Fluchtgefahr bleiben die drei mutmaßlichen Vergewaltiger eines 15-jährigen Mädchens weiter in Haft. Die Beschuldigten zeigen sich nur "teilweise kooperativ".

Die drei Jugendlichen aus dem Landkreis Günzburg, die ein 15-jähriges Mädchen vergewaltigt haben sollen, bleiben weiter in Untersuchungshaft. Das bestätigt Christoph Ebert, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen.

Den Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren wird vorgeworfen, das gleichaltrige Mädchen mit Alkohol gefügig gemacht und es anschließend in wehrlosem Zustand vergewaltigt zu haben. Einer der Beschuldigten ist in einem anderen Bundesland von der Polizei festgenommen worden. Die Jugendlichen seien in den Vernehmungen „teilweise kooperativ“, sagt Ebert.

Wegen Fluchtgefahr: Untersuchungshaft dauert an

Die Untersuchungshaft sei aus mehreren Gründen gerechtfertigt. Zum einen droht den Tätern eine hohe Strafe. Das allein sei als Haftgrund aber nicht ausreichend, betont der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Hinzu komme die Fluchtgefahr, die, je höher die zu befürchtende Strafe ausfällt, wahrscheinlicher wird. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich die Täter absprechen oder Zeugen beeinflussen. Die Untersuchungshaft fällt in dem Moment weg, in dem die Täter in vollem Umfang mit der Polizei kooperieren. Nur so besteht die Möglichkeit, vor einem Prozess noch einmal frei zu kommen. Während des Verfahrens werden die Haftgründe immer wieder auf den Prüfstand gestellt.

Mutmaßliche Täter haben die Tat fotografiert

Es gibt weitere Anhaltspunkte, dass die drei Jugendlichen die Tat begangen haben. Wie die Polizei berichtet, haben sie von dem Geschehen Bilder gemacht, die die Polizei bei Hausdurchsuchungen sicherstellen konnte. Eine weitere Frage in den Ermittlungen ist, ob die Fotos weiter verbreitet oder anderen gezeigt worden sind, sagt Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Neben den Aussagen des Opfers, möglichen Zeugen und Tätern, dienen die Fotos den Ermittlern zur Aufklärung des Falles.

In dem vorliegenden Verfahren halfen sie der Polizei auch bei der Identifizierung des dritten Täters. Allein die Aussage des Opfers würde für eine Festnahme und Untersuchungshaft nicht ausreichen, erklärt Owsinski. „Wir versuchen, erst einmal die Beweis- und Sachlage zu klären.“ In solchen Situationen sei es oft schwierig, „den Tatnachweis von Anfang an zu führen“, sagt Staatsanwaltssprecher Ebert. Vor allem, weil es sich bei dem Opfer, aber auch den möglichen Tätern, um Minderjährige handelt, sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht darüber, wo die Tat stattfand.

Mutter des Opfers nimmt Kontakt zur Polizei auf

Aufmerksam wurde die Polizei auf den Fall durch einen Anruf der Mutter des Mädchens bei der Polizei, die um ein Gespräch am Wohnsitz bat. Dabei offenbarte die 15-Jährige den Beamten, was ihr widerfahren ist. Warum das Mädchen sich erst knapp drei Monate nach ihrer Vergewaltigung an die Polizei gewandt hat, könne er nicht beurteilen, sagt Ebert. Er sei jedoch froh, dass sie es überhaupt gemacht habe. „Manche brauchen fünf bis zehn Jahre, um darüber sprechen zu können.“ Zu massiv sind die psychischen Belastungen.

Obwohl für die Jugendgerichtshilfe normalerweise die Täter im Blickfeld stehen, habe er sich dennoch als erstes nach dem Schutz des Opfers erkundigt, sagt Johann Klampfl von der Jugendgerichtshilfe Günzburg. Da im Jugendstrafrecht gemäß dem Grundgesetz der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht, kümmert sich die am Jugendamt des Landkreises angesiedelte Behörde im Lauf des nun anhängigen Verfahrens um die jugendlichen Straftäter. Dabei geht es auch darum, das Umfeld zu erörtern und zu klären, wie die möglichen Täter ticken. Zunächst würden deshalb die Eltern kontaktiert.

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