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Krumbach/Ichenhausen

19.10.2020

Nach Corona-Fall: In Krumbach muss die halbe Realschule in Quarantäne

Nachdem eine Lehrkraft an der Krumbacher Realschule positiv auf das Coronavirus getestet ist, müssen 247 Schüler und vier weitere Lehrkräfte in Quarantäne. Ein weiterer Corona-Fall zwingt an einer Schule in Ichenhausen 88 Schüler und zwölf Lehrkräfte in die Quarantäne.
Bild: Christoph Lotter

Plus Nach Corona-Fällen in Krumbach und Ichenhausen müssen Hunderte Schüler und mehr als ein Dutzend Lehrkräfte in Quarantäne. Das Landratsamt richtet eine mobile Teststation ein.

Welch einen irrsinnig langen Rattenschwanz ein positiver Corona-Test an einer Schule zuweilen mit sich bringen kann, zeigen zwei aktuelle Beispiele aus dem mittleren und südlichen Landkreis eindrücklich. Nachdem am Wochenende eine Lehrkraft der Realschule in Krumbach positiv auf das Coronavirus getestet wurde, sind seit Montag vier weitere Lehrkräfte und 247 Schüler in Quarantäne. Das bedeutet, mehr als die Hälfte aller Schüler der Krumbacher Realschule – nach Angaben von Schulleiter Rudolf Kögler sind es insgesamt 478 – befinden sich voraussichtlich bis 28. Oktober zwangsweise im Homeschooling. So lange dauert die Quarantäne. Beim zweiten Corona-Fall an einer Schule, den das Landratsamt am Wochenende mitteilte, handelt es sich um eine Schule in Ichenhausen. Hier befinden sich, wie Jenny Schack, Sprecherin am Landratsamt, am Montag bestätigte, 88 Schüler und zwölf Lehrkräfte in Quarantäne.

Insgesamt sind damit an den beiden Schulen 335 Schüler und mehr als ein Dutzend Lehrkräfte in Quarantäne. Sie alle sollen am Mittwoch auf das Coronavirus getestet werden. Eine Dimension, die bislang noch einzigartig ist im Landkreis. Um diese logistische Herausforderung zu lösen, hat das Landratsamt angekündigt, eine mobile Teststation einzurichten.

Corona-Fälle an Schulen: Landratsamt Günzburg richtet mobile Teststation ein

Denn die maximale tägliche Kapazität der beiden Corona-Testzentren an den beiden Klinikstandorten Günzburg und Krumbach ist auf etwa 300 Abstrich-Proben ausgelegt. Das Landratsamt hat nun eine mobile Einheit des Freistaats angefordert. Auf diesem Weg kann bereits am Mittwoch eine weitere provisorische Test-Einrichtung den Betrieb aufnehmen. Dahin werden ausschließlich die von den aktuellen Fällen betroffenen Schüler und Lehrer der beiden Schulen beordert. Sehr wahrscheinlich wird dies aufgrund der räumlichen Nähe der Stadtsaal in Krumbach sein. Die Mitarbeiter des Landratsamts versuchten bis Montagabend, alle betroffenen Schüler und Lehrer zu erreichen.

An den Schulen im Landkreis gilt wegen der erhöhten 7-Tage Inzidenzzahl, die seit dem Wochenende im Kreis nahe der kritischen 50er-Marke liegt, wieder die Maskenpflicht im Unterricht für Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe.

Das Landratsamt hat auch Grundschüler dazu aufgerufen, im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sollte es zu einem positiven Corona-Fall an einer Einrichtung kommen, kann sich dadurch die Quarantänezeit für die Betroffenen von zwei Wochen auf eine Woche verkürzen.

Wie Jenny Schack, Pressesprecherin am Landratsamt Günzburg, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, lag die Entscheidung dazu „im Ermessen des Gesundheitsamts“. Jede Behörde solle dies eigenständig beurteilen, deshalb sei es gut möglich, dass es bei der Quarantänezeit zu Schwankungen je nach Region komme. „Wir versuchen, eine gute Mitte zu finden“, so Schack.

Von der Quarantäne betroffen sind an der Krumbacher Realschule die Klassen 5d, 8a und 8c sowie alle 9. und 10. Klassen. Diese machen mehr als die Hälfte aller Schüler der Schule aus – viele Klassenräume bleiben nun notgedrungen wieder leer. Die Schüler arbeiten wieder im Homeschooling und bekommen ihre Arbeitsaufträge online von den Lehrern übermittelt.

Für beide Seiten bedeutet das eine enorme Belastung, berichtet Schulleiter Rudolf Kögler im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar habe man seit dem Frühjahr in Sachen Homeschooling vieles optimieren können. Die Realschule habe eine eigene Cloud eingerichtet, auf die Lehrer und Schüler ohne Software von zu Hause aus zugreifen können. Kögler gibt aber zu bedenken: „Den Präsenzunterricht ersetzt nichts und die Schüler waren zuletzt auch froh, wieder in die Schule kommen zu dürfen.“ An seiner Schule mache sich nach dem Corona-Fall nun zudem Nervosität und Unsicherheit breit, wie es mit Blick auf das Infektionsgeschehen weitergeht. „Wir hoffen natürlich, dass keine weiteren Infektionsfälle auftreten und das Ganze glimpflich ausgeht“, sagt Kögler. Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt habe indes gut funktioniert, berichtet der Schulleiter. „Aber man merkt schon, dass die gut zu tun haben. Manchmal ist da eine Mail zielführender als ein schneller Anruf.“

Dauerhafte Maskenpflicht ist nach Corona-Fällen im Gespräch

Nicht nur Schüler müssen ab sofort wieder eine Maske tragen: Ab Dienstag gilt auch im Legoland Deutschland eine Maskenpflicht im gesamten Park. War der Mund-Nasen-Schutz bisher auf die Wartebereiche und die Fahrattraktionen beschränkt, muss er jetzt auch auf den Freiflächen getragen werden. Wie Sprecherin Marion Pachmann mitteilte, sind davon Parkbesucher und Mitarbeiter betroffen. Durfte die Maske bislang in den Legoland-Filmstudios mit Filmbeginn abgenommen werden, müssen Gäste sie jetzt dauerhaft anlassen. Dies gilt auch im Feriendorf und allen Spielplätzen des Freizeitparks.

Sollten die Zahlen in den nächsten Tagen nicht zurückgehen, arbeitet das Landratsamt an einem weiteren Maßnahmenkatalog. Laut Sprecherin Jenny Schack wird derzeit darüber diskutiert, ob künftig auch auf allen größeren Plätzen im Landkreis eine dauerhafte Maskenpflicht erhoben werden soll. Zumindest an Markttagen ist dies auf dem Marktplatz in Günzburg ohnehin schon der Fall. Jenny Schack betonte jedoch am Montag: „Wir sind darum bemüht, den Menschen im Außenbereich so viel Freiheit wie möglich zu erhalten.“

Um die Zahlen in den Griff zu bekommen, ist außerdem im Gespräch, ein Alkoholverbot an Raststätten entlang der Autobahn auszusprechen. Dies könnte dann die Anlagen in Jettingen-Scheppach, Burgau und Leipheim betreffen.

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