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Handball

16.10.2020

Nach dem Schock: So geht's dem Günzburger Torwart Patrick Rösch

Im ersten Moment sah das überhaupt nicht gut aus: Günzburgs Physiotherapeut Hans-Peter Beer, diverse Betreuer und Sanitäter kümmern sich in der Pforzheimer Sporthalle um den verletzten Torwart Patrick Rösch.
Bild: Harry Rubner

Plus Verletzungspech verfolgt Patrick Rösch. In Pforzheim erwischte es den Torwart des Handball-Drittligisten VfL Günzburg am Rücken. Ein Comedy-Star sendet Genesungswünsche.

Ausgerechnet Patrick Rösch. Ausgerechnet der 22-jährige Nersinger, der in seiner noch jungen Laufbahn als Handball-Torwart schon so viele schlimme Verletzungen einstecken und sich immer wieder mühsam zurückkämpfen musste. Ausgerechnet Rösch also prallte an diesem 10. Oktober 2020 im Drittliga-Spiel des VfL Günzburg bei Mitaufsteiger SG Pforzheim/Eutingen so heftig und so unglücklich mit Julian Broschwitz zusammen, dass er minutenlang am Boden liegen blieb und letztlich ins Krankenhaus gefahren wurde. Die sorgenvollen Augenblicke hat der Günzburger Torwart in frischer, wenngleich unangenehmer Erinnerung.

„Im ersten Moment bin ich auf den Kopf geflogen und hatte auch nur Kopfschmerzen. Bis ich aufstehen wollte und gemerkt habe, ich spüre mein linkes Bein nicht mehr“, berichtet der Sportler. Inzwischen ist klar, und das ist die gute Nachricht nach diesem Unglück, dass kein Wirbel angeknackst oder gar gebrochen ist.

Mehr noch: Rösch plaudert wenige Tage nach dem Ereignis schon wieder zuversichtlich von seiner Rückkehr aufs Spielfeld. „Handballer haben immer irgendwas. Aber man spielt halt weiter“, versichert der 22-Jährige.

Rösch: "Den Traum von der dritten Liga muss man leben"

Ohne diese Grundeinstellung geht ohnehin nichts in einem Sport, in dem pausenlos Hünen auf einen zufliegen – vor allem, wenn man Torwart ist. Wer Rösch ins Gesicht blickt erkennt sofort, dass sich dieser junge Mann seinen größten sportlichen Erfolg nicht nach dem zweiten Saisonspiel nehmen lassen will. Er selbst sagt das so: „Den Traum von der dritten Liga muss man leben und da will ich keine Zeit verlieren.“

Was übersetzt heißt: Sobald er aus medizinischer Sicht spielen darf, wird er auch wieder dabei sein. Das könnte sogar ziemlich schnell gelingen. Sein ehrgeiziger Plan ist, bis Sonntag die Physiotherapie voll durchzuziehen und dann wieder ins Training zu starten. „Ich habe mir das Ziel gesetzt, bis zum nächsten Heimspiel wieder auf dem Platz zu stehen“, kündigt Rösch an. Das wird am 24. Oktober stattfinden.

Nach Großsachsen will er unbedingt mitfahren

Die aktuell anstehende Partie bei TV Germania Großsachen (Anspiel ist am Samstag, 17. Oktober, um 20 Uhr) wird Rösch allenfalls als Zuschauer erleben. Sofern es irgendwie geht, will er die Reise an die Bergstraße unbedingt antreten. Allerdings vermag er noch nicht zu sagen, ob er so lange im Auto sitzen kann. Sein Hauptproblem ist im Augenblick, dass er eine riesengroße, schmerzhafte Schwellung an der Wirbelsäule hat. Erst wenn die weg ist, kann er wieder trainieren.

Dank an Hans-Peter Beer

Als überragende Hilfe im Heilungsprozess bezeichnet der VfL-Torwart den Physiotherapeuten der Günzburger Handballer, Hans-Peter Beer. „Ein toller Mensch. Er hat wirklich heilende Hände und ist die gute Seele unserer Mannschaft“, sagt Rösch. Unendlich dankbar ist er Beer unter anderem dafür, dass er bei ihm korrekterweise einen Sehnenabriss im Oberschenkel diagnostizierte, während Ärzte noch an eine simple Muskelverhärtung dachten.

Super Versorgung im Krankenhaus

Womit Rösch ausdrücklich nur diesen einen Fall kritisch anspricht. Insgesamt fühlt er sich als Patient in Deutschland nämlich sehr gut aufgehoben. Das gilt auch für das aktuelle Ereignis. „Im Krankenhaus in Pforzheim wurde ich super versorgt, alle haben sich um mich gekümmert und ich bin da auch nicht lange rumgelegen, obwohl es ja schon spät am Abend war“, berichtet er. Nach diversen Röntgenaufnahmen und einem Arztgespräch sei recht schnell klar gewesen, dass kein Wirbel gebrochen ist. „Trotzdem war es im Nachhinein natürlich eine gute Entscheidung, ins Krankenhaus zu fahren. Wenn da was gewesen wäre.“ Gegen 1 Uhr nachts wurde der nun einigermaßen erleichterte Rösch dann von seinen Eltern abgeholt und nach Hause gebracht.

Ausschließlich lobend äußert sich der Verletzte auch über die Pforzheimer Sportfamilie. „Das war totales Fairplay. Der Spieler hat sich hinterher persönlich bei mir gemeldet und mir gute Besserung gewünscht. Auch der Trainer und zwei Zuschauer haben mit mir gesprochen“, erinnert er sich.

Der Witz vom Olli ist ausnahmsweise ganz ernst

Gefreut hat sich Rösch, als ihn der Comedian Oliver Gimber am Tag danach im Intro zu seinem Facebook-Auftritt herzlich grüßte. Der Malermeister, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Witz vom Olli, ist bekennender Fan der SG Pforzheim/Eutingen und war als Besucher in der Bertha-Benz-Sporthalle, als der Unfall passierte. Ehe Gimber seinen neuesten Witz zum Besten gab, wandte er sich ausnahmsweise ganz ernsthaft an Rösch und sagte: „Ich hoffe, bei dir ist alles in Ordnung.“ Und weiter: „Ich bin mit Fairness und mit Fairplay groß geworden. Das geht in der heutigen Zeit leider viel zu häufig verloren.“

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