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Deisenhausen

19.02.2018

Nach verpasster Olympia-Quali: Meike Pfister im Interview

Guter Laune ist die Deisenhauser Skirennläuferin Meike Pfister (Mitte), obwohl sie die Qualifikation für Olympia knapp verpasst hat. An ihrer Seite die Schwedin Lisa Hörnblad (links) und die Amerikanerin Alice Merryweather.
Bild: Sammlung Pfister

Wie die Deisenhauser Ski-Rennläuferin Meike Pfister ihre knapp verpasste Olympia-Quali verarbeitet, wie sie die Spiele fern von Südkorea verfolgt und welch großes Ziel sie hat.

Biathletin Laura Dahlmeier hat als Kind einmal ihren Berufswunsch auf „Hüttenwirtin oder Olympiasiegerin“ fixiert. Könnte man das auch auf Sie übertragen?

Meike Pfister: Ich denke, das mit der Olympiasiegerin schon. Das mit der Hüttenwirtin wäre nicht so mein Ding.

Sie sagen selber über sich, dass Sie mit dem Skifahren begonnen haben, als Sie noch den Schnuller im Mund hatten. Als Achtjährige kamen Sie in die Skirennschule Allgäu, später in den Ostallgäuer Förderverein und schließlich in C-, B- und A-Kader des DSV. Würden Sie heute wieder den gleichen Weg gehen?

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Pfister: Auf jeden Fall. Ich habe mich im Alter von 15 Jahren für das Sportinternat entschieden und das war gut so. Ich bereue nicht, dass ich kein – in Anführungszeichen – „normales“ Leben führe. Ich bin zufrieden mit dem, was ich bisher erreicht habe.

Sie haben die Olympianorm hauchdünn verpasst. Der 14. Platz bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen hätte letztlich gereicht, kam aber eine Woche zu spät. Was überwiegt jetzt? Die Enttäuschung darüber oder die Hoffnung, dass es vielleicht in vier Jahren klappt?

Pfister: Auch wenn es mit der Qualifikation nicht geklappt hat, konnte ich mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden sein. Und ich muss mir keinen Vorwurf machen, schließlich habe ich selbst nicht mit so einem guten Ergebnis gerechnet. Ich gehe davon aus, dass es in vier Jahren dann klappt. 2022 in Peking will ich auf jeden Fall dabei sein.

Ihre Kaderkameradinnen strecken sich in Pyeongchang nach Medaillen. Was machen Sie während der Olympiade?

Pfister: Ich habe trainiert und ein paar Fis-Rennen bestritten. Als Nächstes geht es im Europa-Cup weiter.

Aber die Rennen der Teamkolleginnen live zu verfolgen, ist doch sicherlich Pflicht, auch wenn man mitunter dafür mitten in der Nacht aufstehen muss?

Pfister: Wie gesagt, ich hatte selbst ein paar Rennen und konnte deshalb nicht mitten in der Nacht fernsehen. Wenn es irgendwie ging, habe ich die Rennen natürlich schon verfolgt.

Ist es nicht frustrierend, mit ansehen zu müssen, wie andere den Olympiahang hinunter brettern, während man selbst nur tatenlos im Fernsehsessel sitzen kann?

Pfister: Frustrierend nicht, auch wenn ich liebend gern dabei gewesen wäre. Ich bin noch jung und habe die Zukunft noch vor mir. Und so ist die momentane Situation eher Motivation für dieses große Ziel.

Stehen Sie während der Olympiade mit Ihren Teamkameradinnen in direktem Kontakt?

Pfister: Es ist nun nicht so, dass man täglich miteinander kommuniziert. Aber man wünscht schon ein gutes Rennen, viel Erfolg und drückt natürlich die Daumen.

Slalom, Riesenslalom und Super-G sind bereits absolviert. Frauen-Bundestrainer Jürgen Graller hat in den Medien das Abschneiden der deutschen Teilnehmerinnen als „ernüchternd und schlecht“ bezeichnet. Können Sie dem zustimmen?

Pfister: Die Beurteilung der Leistungen ist Sache des Trainers. Ich selbst will darüber aus der Ferne nicht urteilen. Das steht mir nicht zu.

Als nächste Disziplin steht am Mittwoch die Abfahrt der Damen auf dem Programm. Welcher deutschen Läuferin trauen Sie am ehesten einen Platz auf dem Podest zu?

Pfister: Deutschland hat hier mit Viktoria Rebensburg und Kira Weidle nur zwei Abfahrerinnen am Start und da traue ich eher der Viki zu, dass sie vorne reinfährt.

Und dann stehen noch die Alpine Kombination und der Mixed-Team-Wettbewerb auf dem Programm. Wie sehen Sie da die Chancen der deutschen Starter?

Pfister: So wie ich informiert bin, sind in der Kombination keine deutschen Läuferinnen am Start. Was das Mixed-Team-Event betrifft, könnte mit etwas Glück eine Medaille drin sein. Es kommt nämlich darauf an, wie die Auslosung ausfällt und auf welchen Gegner man in diesem K.o.-Wettkampf trifft.

Nach den Olympischen Spielen ist die Rennsaison ja noch nicht beendet. Es stehen noch Speed-Disziplinen in Crans Montana, Ofterschwang und Kvitfjell auf dem Programm. Sind Sie guter Hoffnung, nach ihrem hervorragenden Abschneiden in den letzten beiden Abfahrten nochmals in dieser Saison ein Weltcuprennen bestreiten zu dürfen?

Pfister: Es stehen noch keine deutschen Starterinnen für diese Wettbewerbe fest. Aber die nächsten Wochen werden zeigen, ob ich dabei bin. Das hängt vom Abschneiden bei den Europa-Cup-Rennen ab.

Wäre eine Nominierung dann der Beginn Ihres Unternehmens „Olympia 2022 Peking“?

Pfister: Kann man so nicht sagen. Das Unternehmen fängt nicht mit einem bestimmten Rennen an, sondern erstreckt sich über mehrere Jahre.

ZurPerson Meike Pfister (22) kommt aus Deisenhausen und startet für den Skiclub Krumbach. Seit dem Abitur 2015 ist sie Sportsoldatin. Sie durchlief die Kader des Deutschen Skiverbands (DSV) und feierte Anfang Februar mit Platz 14 in der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen ihren bisher größten Erfolg. Ihre Spezialität sind die Speed-Disziplinen.

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