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GuD-Kraftwerk

21.04.2011

Nachdenkliche Betroffenheit

Bubesheimer Gemeinderäte beschäftigen sich einmal mehr mit Großprojekt. Sondersitzung am 2. Mai zum Bürgerentscheid

Bubesheim Nicht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung, dafür aber von 2. Bürgermeister Rainer Finkel (CSU) unter dem Punkt Verschiedenes angesprochen wurde das Bubesheimer Bürgerbegehren zur Verhinderung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) auf dem Interkommunalen Gewerbegebiet. Wie berichtet, haben 240 Bürger mit Unterschriften deutlich gemacht, dass sie einen Bürgerentscheid darüber wollen.

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Die Stimmung am Ratstisch lässt sich am ehesten mit nachdenklicher Betroffenheit beschreiben. „Das sind 20 Prozent der Wähler, eine Meinungsbildung, die ich als Demokrat anerkennen muss“, stellte Gerhard Sobczyk fest. Der CSU-Kommunalpolitiker versuchte wie alle anderen, die sich zu Wort melden, zu begründen, warum sich der Gemeinderat für eine Befürwortung des Kraftwerkbaus entschieden hat. Sobczyk: „Es gibt keine Diskussion über Gelder, die wir liegen lassen würden, dabei wollen wir 90 Hektar des Flugplatzes zu einem Industriegebiet entwickeln. Manches haben wir schon abgelehnt. Ich vermisse jetzt deutliche Stellungnahmen von Kommunalpolitikern.“ Ihm gefalle, dass sich im Strommarkt ein kommunaler Betreiber etablieren wolle und er sei sich sicher, dass sich andere um ein solches Kraftwerk reißen würden.

Auch 2. Bürgermeister Rainer Finkel (CSU) spricht sich für das GuD aus: „Wir leben hier mit unseren Eltern und Kindern und wollen ihnen Entwicklungschancen bieten. Sollte ein Betrieb mit 1000 Arbeitsplätzen sich ansiedeln, bringt das 1000 Autos, die auch CO2 ausstoßen und zusätzlich durch unser Dorf fahren.“ „Wenn die Gutachten eine verträgliche Nutzung bescheinigen, bekommen wir einen sicheren Steuerzahler“, ist sich Bürgermeister Walter Sauter (FW) sicher, der sich schon mehrfach als Befürworter geäußert hat.

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Erschreckend findet Finkel die Meinung, dass ein Gaskraftwerk an sich schon gut sei, aber eben nicht hier. Hans Peter Häußler (CSU) fügt hinzu: „Zu Logistikunternehmen mit ihren Lastwagen wird Nein gesagt, ebenso wie zu Wertstoffhändlern mit Containern. Irgendwann finden wir gar nichts Passendes.“ „Im Ort herrscht zum Teil eine Voreingenommenheit, das Kraftwerk nicht zu wollen, da hilft auch die Tatsache nichts, dass führende Grünenpolitiker für GuD sind“, stellt Georg Zeiser (UBL) fest. Viele wüssten nicht, dass in diesen Tagen der Solarpark in Bubesheim stundenweise vom Netz genommen wurde, da Gundremmingen eben nicht bei Bedarf so einfach gedrosselt werden könne wie ein GuD.

Laut Zweitem Bürgermeister Finkel erwägt der Zweckverband, einen Gutachter der TU München zu einem öffentlichen Informationsgespräch einzuladen. Harald Schaich (CSU) befürchtet, dass sich alles nur im Kreis dreht: „Der Zweckverband will vor dem Optionsvertrag genaue Zahlen, die SWU machen aber ohne den Vertrag keine Detailplanung. Was soll da der unabhängige Gutachter für Werte haben?“

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