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Günzburg

16.07.2020

Neuapostolische Kirche in Günzburg soll zu Wohnraum werden

Das Dach des Kirchengebäudes ist bereits weg (rechte Bildhälfte). Auf dem Gelände soll ein Mehrfamilienhaus errichtet werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus In Günzburg gibt es Pläne für ein zentrumsnahes Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen. Der Bauausschuss bewertet das positiv, es gibt aber auch Kritik.

Der Wunsch nach Wohnraum ist überall im Landkreis groß – doch das Angebot ist überschaubar. Umso erfreulicher ist es, wenn neues Bauland oder Wohnungen entstehen. Dass dies auch noch zentrumsnah geschieht, ist selten. In Günzburg plant ein Bauherr nun dieses: Ein neues Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten – doch der Günzburger Bau- und Umweltausschuss hat gleich mehrere Probleme mit dem Vorhaben.

Das Gebäude soll am Markgrafenweg 9a entstehen – also dort, wo noch die Überreste der ehemaligen Neuapostolischen Kirche stehen. Anfang 2015 wurden die beiden Kirchengemeinden Günzburg und Leipheim zusammengeführt. Der letzte Gottesdienst am Markgrafenweg fand wegen Renovierungsarbeiten im Leipheimer Kirchengebäude dann im Sommer 2016 statt. Seitdem steht das Gebäude mit dem markanten Dach – welches bereits vor einiger Zeit abgerissen wurde – leer.

Günzburger Stadtrat sieht Bauplanung skeptisch

Die ursprüngliche Planung aus dem vergangenen Jahr sah ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen vor – diese genehmigte Planung wurde aber nicht realisiert. Statt deren fünf sollen es nun acht Wohnungen werden – verteilt auf drei Geschosse. Ein Aufzug soll für Barrierefreiheit sorgen. Die Größe des Gebäudes gefiel aber längst nicht jedem Stadtrat im Günzburger Bauausschuss. Simone Riemenschneider-Blatter (SPD) wollte dem Projekt aus mehreren Gründen nicht zustimmen: Es sei zu massiv und passe nicht in die Umgebung hinein. Außerdem stelle sie sich die Frage, wo noch Platz für Grünfläche auf dem Gelände sei. Die Grundfläche des 15 Meter breiten und fast 27 Meter langen Mehrfamilienhauses hat sich im Vergleich zur letztjährigen Planung deutlich erhöht.

So sah die Neuapostolische Kirche in Günzburg am Markgrafenweg bis vor wenigen Jahren noch aus.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Ähnlich sah dies GBL/Grünen-Fraktionsvorsitzende Angelika Fischer: „Das einzig Positive ist, dass Wohnraum entstehen soll.“ Aus ihrer Sicht seien sehr viele Punkte verbesserungswürdig, da der Charakter der Wohnstraße durch das Gebäude komplett verändert werde. Sie sprach ebenfalls die relativ kleinen Häuser in der Umgebung an. Ihrer Meinung nach wäre ein Flachdach eine bessere Alternative. Als völlig unverständlich bezeichnete sie die im Norden gelegene Einfahrt für die geplante Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Damit würde ihrer Meinung nach der Verkehr unnötig in den Markgrafenweg hineingezogen; eine Einfahrt im südlichen Grundstücksbereich erscheine ihr sinnvoller.

Günzburger Oberbürgermeister sieht von Abstimmung ab

UWB-Stadtrat Hans Kaltenecker hielt die Dimensionierung ebenfalls für fragwürdig. Er regte wie Angelika Fischer ein Flachdach an und stellte die Frage in den Raum, ob die geplanten fünf oberirdischen Parkplätze benötigt oder nicht doch in die Tiefgarage integriert werden könnten. Joachim Bandlow (FDP) störte unter anderem die Lage auf dem Grundstück. Sowohl im Osten als auch im Westen seien jeweils nur drei bis 4,5 Meter Freifläche vorhanden. Nachdem auch CSU-Stadtrat Thomas Ermer die Höhe und Grundfläche des Mehrfamilienhauses kritisierte, sah Oberbürgermeister Gerhard Jauernig von einer Abstimmung bezüglich des Bauvorhabens ab – da diese vermutlich negativ ausgefallen wäre.

Stattdessen soll die Verwaltung in den kommenden Tagen ein Gespräch mit dem Bauherrn führen, um unter anderem die Möglichkeit eines „abgespeckten Baukörpers“ abzuklopfen und einen Grünflächenplan für das Vorhaben zu erhalten. Denn die Schaffung nach Wohnraum und die angedachte Tiefgarage stieß bei allen Stadträten auf Zustimmung.

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