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Landkreis Günzburg

27.11.2020

Neue Corona-Regeln für Schulen und Seniorenheime im Kreis Günzburg

In Senioreneinrichtungen und Schulen gelten ab Dienstag neue und strengere Corona-Regelungen.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Günzburg liegt am Freitag bei 266,09. Ab Dienstag gelten neue Vorgaben für Schulen und Seniorenheime.

Das Landesamt für Gesundheit hat am Freitag 2069 Corona-Fälle im Landkreis gemeldet, ein Plus von 34 im Vergleich zum Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken auf 266,09 (Vortag: 297,57). Es bleibt bei 29 Todesfällen. Von der Kreisklinik Günzburg wurden am Freitag fünf Corona-Patienten auf Intensiv – alle beatmet – und sieben auf der Isolierstation gemeldet, in Krumbach sind es drei auf Intensiv, davon einer beatmet, und vier auf der Isolierstation.

Fast 40 Prozent der positiv Getesteten sind in Gesundheitseinrichtungen im Kreis Günzburg

Nachdem das Landratsamt trotz der Inzidenz, die zeitweise über 300 gelegen hatte, keinen Anlass für verschärfte Maßnahmen sah, bringt eine neue Vorgabe der Staatsregierung die Behörde nun zum Handeln. Davon betroffen sind vor allem die Gesundheitseinrichtungen, in denen laut Landratsamt fast 40 Prozent aller positiv Getesteten seien, sprich Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Behinderteneinrichtungen. „Da der Landkreis mehr als andere Kreise Einrichtungen dieser Art hat, treibt auch dies die Inzidenzzahlen in die Höhe.“ Anderweitige „Hotspots“ gebe es derzeit nicht.

Ab Montag wird die Förderstätte des Dominikus-Ringeisen-Werkes (DRW) in Ursberg geschlossen. Dort gab es zuletzt 39 Fälle. Betroffen sind auch die Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) des Dominikus-Ringeisen-Werkes in Ursberg. Ab Dienstag sollen neue Regeln für die Schulen gelten. Ab Jahrgangsstufe 8 wird der Unterricht in geteilten Klassen als Wechselunterricht durchgeführt, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen sind Abschlussklassen. Die Schulen werden dem Schulamt Sitzpläne der ausgemessenen Räumlichkeiten vorlegen müssen, wenn Präsenzunterricht stattfinden soll. Grundschulen und Übergangsklassen sind auch ausgenommen.

Ab 1. Dezember gelten neue Corona-Regelungen für Schulen und Senioreneinrichtungen

Darüber hinaus gelten ab Dienstag neue Regelungen für Senioreneinrichtungen: Für einen Besuch in einem Alten- und Pflegeheim ist es zwingend erforderlich, zuvor einen negativen Corona-Schnelltest vorzuweisen, der unmittelbar vor dem Besuch durchgeführt wird. Nicht zuletzt werden sich Mitarbeiter zweimal wöchentlich einem Schnelltest unterziehen müssen. Gleiches gilt für Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten.

Das Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass bis zum Inkrafttreten der neuen Infektionsschutzverordnung die Kreisverwaltungsbehörden verschärfte Maßnahmen anordnen konnten - nun sei es ein Muss im Rahmen der Hotspot-Strategie.

Noch immer gibt es indes keine genauen Informationen, wie viele Patienten und Mitarbeiter im BRK-Seniorenzentrum St. Michael in Krumbach mit Corona infiziert sind (wir berichteten). „Es ist im Haus, das wissen wir“, sagt Jenny Schack, Pressesprecherin im Landratsamt. Die Abstriche wurden am Mittwoch gemacht, die Ergebnisse lagen am Freitag jedoch noch nicht vor. Das Haus steht seit Samstag vergangener Woche unter Quarantäne. Deshalb sind Besuche derzeit nicht möglich.

Mittelschwabenbahn muss mit einem Triebwagen weniger agieren

Ausnahmen gelten jedoch für die Patienten, die im Sterben liegen. Diese können nach Absprache mit dem Heim besucht werden, sagte Daniel Freuding, BRK-Kreisgeschäftsführer. Wie Gerhard Weiß, im Landratsamt für die Heimaufsicht verantwortlich, erklärt, handelt es sich beim BRK-Seniorenzentrum um das größte Heim im Landkreis. Überall, wo viele Menschen seien, sei auch die Gefahr groß, dass trotz aller Maßnahmen ein Fall auftauche. Das Seniorenzentrum habe seit Beginn der Pandemie ein Hygienekonzept, das mit der Heimaufsicht abgestimmt worden sei.

Wegen voller Schulbusse in Corona-Zeiten hatten sich Eltern bereits beim Landratsamt beschwert (wir berichteten). Doch auch in Zügen der Mittelschwabenbahn, die zwischen Günzburg, Krumbach und Mindelheim verkehrt, kann es eng zugehen. Auf Anfrage erklärt die Deutsche Bahn, dass ihr leider wegen eines von einem Autofahrer verursachten Unfalls an einem Bahnübergang ein Triebwagen fehle, der bei dem Vorfall beschädigt wurde. Er befinde sich bis Mitte Dezember in Reparatur. „Dieses Fahrzeug ist aber entscheidend, um gerade jene Schülerzüge zu verstärken.

Deutsche Bahn bittet um Einhaltung der Maskenpflicht

Sobald die Unfallschäden behoben sind, kann das Fahrzeug wieder eingesetzt werden.“ Da man in allen benachbarten Regio-Netzen vergleichbare Fahrzeuge brauche, damit es nicht zu eng zugeht, „bitten wir um Verständnis, dass wir kurzfristig keinen Ersatz bereit stellen können“. Die Schadensbehebung sei absehbar. Das Unternehmen bitte auch alle jungen Fahrgäste im eigenen Interesse, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und empfiehlt Fahrgästen, die Reisezeiten flexibler gestalten können, andere Verbindungen zu wählen. (cki, abi, zg)

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