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Burgau

25.06.2020

Neue Diskussionen in Burgau: Grüne pocht auf Grün in der Stadt

Eveline Kuhnert von den Grünen spricht sich dafür aus, mehr auf das Grün in Burgau zu achten.
Bild: Christin Klose/dpa-tmn (Symbolbild)

Im Bauausschuss Burgau führt mancher Antrag zu mehr Diskussionen. Doch das Ex-Gärtner-Areal, das viele in der Stadt bewegt, wird nicht öffentlich besprochen.

Das Aufstellen eines Sichtschutzzauns, der Bau einer Garage: Früher wären solche Anträge mit großer Wahrscheinlichkeit direkt durchgewunken worden. Doch man merkt, dass nun Mitglieder der Grünen im Burgauer Stadtrat sitzen. Neben dem Thema Fahrradstellplätze pochte Eveline Kuhnert in der Sitzung des Bauausschusses nämlich mehrfach darauf, dass auf vorgeschriebene Eingrünungen nicht einfach verzichtet wird.

So ging es beispielsweise darum, dass an einer Straße jemand statt einer Hecke nun einen höheren Zaun aufstellen will, um einen besseren Sicht- und Lärmschutz zum angrenzenden Spielplatz zu haben. Der Bebauungsplan sieht hier, so heißt es in den Sitzungsunterlagen, „nur Einzäunungen aus grünem Maschendraht (...) vor, die mit Hecken oder Büschen zu hinterpflanzen sind“. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der neue Zaun die Bepflanzung ersetzen soll, kontrollieren könne man ohnehin nicht, ob das Grün bleibt oder neu gepflanzt wird. Das wollte Eveline Kuhnert aber nicht einfach hinnehmen.

Wo führen diese Diskussionen eigentlich hin?

Zum einen seien Hecken wichtig, zum anderen gebe es nun einmal die Vorschrift. Unter anderem Frank Rupprecht (CWG) jedoch fragte, wo diese Diskussion hinführe. Man mische sich hier in eine Angelegenheit des Grundstückseigentümers ein und man habe so etwas schon früher genehmigt. Beide Seiten hatten ihre Befürworter im Ausschuss, mit sechs zu drei Stimmen wurde der Antrag schließlich angenommen. Aber es soll noch angesprochen werden, das Grün zu erhalten.

Neue Diskussionen in Burgau: Grüne pocht auf Grün in der Stadt

Ähnlich lief es bei einer geplanten Garage an der Bleichstraße. Eigentlich muss hier „eingegrünt“ werden. Da die Garage aber direkt an der Straße gebaut werden soll, wäre das nicht möglich. Kuhnert erklärte, dann könne man das auch nicht genehmigen. Die überwiegende Meinung war hingegen der Ansicht, dass man froh sein könne, dass hier überhaupt jemand ein Auto von der Straße holen will. Kuhnert stimmte als einzige gegen den Antrag.

Mehrfamilienhaus passt nicht ganz und gefällt trotzdem

Diskutiert wurde ebenfalls über den Bau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage am Eschenweg. Der war bereits im vergangenen Jahr Thema im Ausschuss gewesen und damals wurde festgestellt, dass sich das Vorhaben nicht in die Umgebung einfüge. Nun soll es zwar nur fünf statt sechs Wohnungen geben, aber nicht weniger Geschosse. Vielmehr würde das Projekt in zwei Baukörper untergliedert.

Grundsätzlich passe das Haus daher nach wie vor nicht in die Gegend, aber da das Grundstück schon lange frei sei und Wohnungen gesucht würden, hält Stadtbaumeister Werner Mihatsch es für vertretbar – zumal es dem heutigen Architekturstandard entspreche, den Hang nutze und sich der Bereich sicherlich irgendwann durch Um- und Neubauten verändere. Bis auf Dieter Endris (FDP/FB), der keine Unterschiede zum früheren Plan erkennen konnte, konnten alle Ausschussmitglieder das mittragen.

Ehemaliges Gärtner-Areal ist nur hinter verschlossenen Türen Thema

Keine Diskussion gab es beim gemeindlichen Einvernehmen für den Umbau des Wohn- und Geschäftshauses an der Käppelestraße 9 in ein Themenhaus „Bienenhaus“. Hier soll eine „Begegnungsstätte für Kurse, Ausstellungen, Vorträge oder kulturelle Veranstaltungen entstehen“, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Warum das Thema Ex-Gärtner-Areal nun nicht öffentlich behandelt werden soll, nachdem es in der Vergangenheit – Stichwort Ansiedlung des Drogeriemarktes Müller contra Wohnungen – ausführlich in den Gremien öffentlich behandelt worden war, wollte Hermann Mühlbauer (ABB) wissen. Bürgermeister Martin Brenner (CSU) erklärte, dass neue Entwicklungen erst mit den Bauherren besprochen werden sollten. Mühlbauer fand das nicht überzeugend, beantragte aber nicht, das Thema in den öffentlichen Teil zu verschieben. Daher wurde hinter verschlossenen Türen gesprochen.

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