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Neue Prioritäten beim Bauen in Günzburg

Neue Prioritäten beim Bauen in Günzburg
Kommentar Von Rebekka Jakob
14.09.2019

Früher ging es bei Bauprojekten hauptsächlich darum, nicht zuviel Geld zu verbrauchen. Inzwischen sind andere Ressourcen in den Vordergrund getreten - auch in der Großen Kreisstadt.

Es muss Zeiten gegeben haben, als alles unendlich erschien: Der Vorrat an Erdöl auf der Erde, das Vorkommen von frischem Wasser, die Menge an Energie, die sich erzeugen lässt, und auch der Platz, der zum Bauen und Entwickeln zur Verfügung steht. Doch diese Zeiten scheinen unendlich weit weg. Die Endlichkeit von Ressourcen jeglicher Art ist in den vergangenen Jahren schlagartig ins öffentliche Bewusstsein geraten. Und damit auch die Köpfe von Planern und Politikern.

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Bauprojekte wachsen in die Höhe statt in die Breite

War in den vergangenen Jahren in der Kommunalpolitik hauptsächlich das Sparen mit finanziellen Mitteln die Devise, so ist jetzt der sparsame Umgang mit Flächen zu einem der wichtigsten Aspekte der Stadtentwicklung geworden. So kommt es nicht von ungefähr, dass man sich in Stadtverwaltung und den Fraktionen in Günzburg unter anderem darüber Gedanken macht, wie sich der Raum über bereits bebauten oder versiegelten Flächen nutzen lassen kann. Auch der Kindergarten, den die Große Kreisstadt in der Weststadt plant, fügt sich in diese geänderte Denkweise ein: Die Betreuungseinrichtung wird kein Flachbau auf der Grünen Wiese, sondern wächst zwischen bestehenden Wohnhäusern die Höhe.

Auch Legoland Günzburg spart an der Fläche

Selbst für den Freizeitpark Legoland als „Großgrundbesitzer“ ist Flächensparen entscheidend, wenn es um den Bau neuer Mitarbeiterwohnungen geht: Die Zahl der Unterkünfte für die Kollegen wird sich mit dem Neubau fast verdoppeln. Die Zahl und damit Grundfläche der dafür notwendigen Gebäude beträgt gerade einmal knapp die Hälfte des Bestands.

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Für Legoland ist der Grund seines Neubaus eine weitere knapp gewordene Ressource: Weil in der Region kaum noch neue Mitarbeiter für den wachsenden Freizeitpark gewonnen werden können, sucht die Klötzchenwelt längst nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland nach Fachkräften. Damit diese während der Saison gut untergebracht werden können, braucht es Wohnungen, die der Günzburger Immobilienmarkt einfach nicht hergibt. Mit der Mitarbeitersuche ist Legoland nicht allein – und wird es deshalb vermutlich auch mit dem Bau von Mitarbeiterwohnungen nicht lange bleiben.

Auch beim neuen Kindergarten in der Weststadt spielt – noch weit vor dem ersten Spatenstich – die Frage nach der Ressource Mensch eine zentrale Rolle. Neben der Suche nach genügend Platz treibt Stadträte und Verwaltung bereits die Suche nach Mitarbeitern für die Kita um. Die Frage, was der Bau am Ende kosten wird, rückt dabei eher in den Hintergrund. Auch wenn das Geld auch in Günzburg bestimmt nicht unendlich ist: Die Prioritäten haben sich geändert – bestimmt zum Besseren.

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