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Kreis Günzburg

11.08.2018

Neue Wege für die Landwirtschaft

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Ministerin Michaela Kaniber (Zweite von rechts) lässt sich in Oberegg von Landwirt Andreas Vogel (links) und seiner Tochter Sonja das Konzept des Automaten auf dem Hof erklären. Neben der Ministerin ist Vogels Frau Hilde zu sehen, die sich ebenfalls sichtlich über den Besuch freut.
Bild: Peter Bauer

Ministerin Michaela Kaniber ist zu Gast in Oberegg und Höselhurst. Warum ein Miteinander zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft möglich ist.

Ja, das Dirndl. Es ist in diesen Wahlkampfzeiten ein, sagen wir, von Politikerinnen doch sehr bevorzugtes Kleidungsstück. Und so gingen am Freitag nicht wenige davon aus, dass auch Michaela Kaniber im Dirndl aus dem Dienstwagen steigen würde. Zumal die 40-jährige, aus Bad Reichenhall stammende Michaela Kaniber ja seit März dieses Jahres auch noch bayerische Landwirtschaftsministerin ist.

Doch sie kam nicht im Dirndl. Und das sorgte zur Ouvertüre ihres Auftritts im Landkreis Günzburg zunächst für reichlich Gesprächsstoff. Dann aber wurde sehr schnell deutlich, dass an diesem Tag ganz andere Themen im Mittelpunkt standen. Dafür stehen Stichworte wie beispielsweise die Direktvermarktung, der Flächenverbrauch oder der Düngemitteleinsatz. Immer wieder in den Mittelpunkt rückt in den Diskussionen das Verhältnis zwischen der Bio-Landwirtschaft und der konventionellen Landwirtschaft.

Das wurde deutlich bei den beiden Ortsterminen des Freitags. In Oberegg besichtigte die Ministerin den konventionell arbeitenden Betrieb der Familie Vogel, in Höselhurst dann den Bio-Betrieb der Familie Böller. Deutlich wurde bei den beiden Betrieben, welch innovative Wege Landwirte inzwischen gehen, um sich auf einem immer schwieriger werdenden Markt überhaupt noch zu behaupten.

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Andreas Vogel stellte seinen Oberegger Betrieb der Ministerin in allen Einzelheiten vor. 45 Kühe sind es auf dem Betrieb und rund 1200 Hühner. Eng ist die Zusammenarbeit mit der Landkäserei Herzog, aber die Familie geht auch den Weg der Direktvermarktung. In Automaten auf dem Hof werden unter anderem Eier, Käse und Milch angeboten. Der Bedarf werde größer, erklärte Vogel. Kunden würden sogar bis aus Thannhausen nach Oberegg fahren.

Eine außergewöhnliche Kombination

Für die Innovationsfähigkeit der heimischen Landwirte steht auch die zweite Station, der Hof der Familie Böller in Höselhurst. Hier gibt es eine außerordentlich ungewöhnliche Kombination: Im Hofbereich ist auch ein Friseursalon. Alexander Böllers Frau Tanja hat ihn vor Kurzem von Krumbach nach Höselhurst verlegt. Ihr Arbeitsalltag – das ist der Friseursalon und die Arbeit in der Landwirtschaft und im Direktverkauf gleichermaßen. Zehn Mutterkühe sind es auf dem Hof und rund 300 Hähnchen.

Zudem hat Böller nach einem Brand auf einem anderen Hof acht Kühe dieses konventionell arbeitenden Hofes bei sich aufgenommen. Sozusagen gelebte Solidarität über die beiden Bereiche bio/konventionell hinweg. Dies wurde auch von Kreisbäuerin Marianne Stelzle und vom CSU-Landtagsabgeordneten Alfred Sauter gewürdigt. Sauter hob zudem die Innovationsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft hervor und er hatte lobende Worte für die Ministerin, die sich in kürzester Zeit ein umfassendes Fachwissen angeeignet habe.

Die Ministerin erklärte, dass im bayerischen Landwirtschaftskonzept sowohl Biobetriebe als auch konventionelle Betriebe ihren Platz hätten. Die Besichtigung der beiden Betriebe habe unter anderem gezeigt, welche Möglichkeiten es durch die Direktvermarktung gebe. Im Lebensmittelbereich gebe es mittlerweile ein Umdenken der Verbraucher in die richtige Richtung. „Wir dürfen Lebensmittel nicht verramschen“, hob sie hervor. Bayerns Landwirtschaft biete immer wieder „Premiumqualität“. Möglichkeiten für die Landwirtschaft gebe es beispielsweise auch im Tourismus und im Rahmen einer noch engeren Zusammenarbeit mit örtlichen Bäckereien oder auch Metzgereien.

Von Landwirten und der Schönheit Bayerns

Deutlich wurde in ihren Ausführungen, wie komplex die Landwirtschaftspolitik zwischen der europäischen, deutschen und bayerischen Ebene ist. Wichtig sei die Rolle der Landwirte für die Pflege der Landschaft. Die Schönheit Bayerns sei ganz maßgeblich auch den Landwirten zu verdanken.

In der von Stephan Bissinger, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, geleiteten Diskussion wurde vom Flächenverbrauch, Straßenumgehungsbau, Düngemitteleinsatz über Wasserschutzgebiete, die Rolle von Nebenerwerbslandwirten bis hin zur Biber- und Graugansproblematik eine ganze Reihe von landwirtschaftlich bedeutsamen Themen angesprochen.

Ähnlich wie Ministerin Kaniber sprach sich auch Kreisobmann Bissinger für ein gutes Nebeneinander von Bio- und konventioneller Landwirtschaft aus, die beide ihre Märkte hätten.

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