Landkreis Günzburg

11.07.2018

Neue Wege zum Beruf

Viele Jugendliche sind mit einer Lehre und dem Besuch der Berufsschule überfordert. Alternativen bieten die Förderberufsschulen und die Berufsbildungswerke in Dürrlauingen und Ursberg. Das Foto zeigt Georg Weizmann, den Ausbildungsleiter am Berufsbildungswerk Dürrlauingen.
Bild: Walter Kaiser

Jugendliche mit besonderem Förderbedarf können spezielle Angebote beim Start ins Berufsleben nutzen. Drei Günzburger Schulen machen hier besonders gute Arbeit.

Rein rechnerisch scheint der Fall klar. Landauf, landab gibt es mehr freie Lehrstellen als Bewerber. Folglich müssten alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz finden. Doch ganz so einfach geht die Rechnung nicht auf. Denn viele tun sich aus den unterschiedlichsten Gründen schwer, nach der Schule ins Arbeitsleben einzusteigen. Zahlreiche Einrichtungen im Landkreis haben es sich zur Aufgabe gemacht, solchen Jugendlichen und jungen Erwachsenen – sowie deren Eltern – mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Welche Angebote es gibt, ist bei einer Veranstaltung des von den Wirtschaftsjunioren Günzburg getragenen Arbeitskreises SchuleWirtschaft erläutert worden.

„Kein Jugendlicher soll verloren gehen“, erklärte Schulrätin Barbara Keppeler zu Beginn des Info-Nachmittags im Schulungszentrum der Firma Alko in Kötz. Doch an wen sich wenden, wenn es beim Übergang von der Schule ins Berufsleben Probleme gibt?

Der übliche Weg scheint eine Lehre und der gleichzeitige Besuch der Berufsschule zu sein. Doch nicht wenige sind damit überfordert. Eine Alternative bieten die Förderberufsschulen, die es bei St. Nikolaus in Dürrlauingen und beim Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg gibt. Darüber hinaus gibt es in Dürrlauingen ein Berufsbildungswerk der Katholischen Jugendfürsorge, auch in Ursberg kann ein Berufsbildungswerk für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf besucht werden. Lehrer Peter Habla stellte diese besonderen Berufsschulen vor. Sein Appell an Eltern, Lehrkräfte und Unternehmen: „Überlegen Sie sich, ob bei wenig qualifizierten Schülerinnen und Schülern die Förderberufsschule nicht der geeignetere Lernort ist.“

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Zwei Praktiker berichteten von ihren positiven Erfahrungen mit den Förderberufsschulen. Jürgen Lenzer ist Inhaber der Bäckerei „Himmelreich“ in Lauingen. Er bildet derzeit zwei anerkannte junge Asylbewerber aus, die nicht zuletzt aufgrund sprachlicher Probleme „an der Regelberufsschule keine Chance hätten“. In Dürrlauingen würden die beiden jungen Männer dagegen „hervorragend betreut“. Ähnlich gute Erfahrungen hat Wolfgang Lambacher von der Krumbacher Metallbaufirma Weser mit der Förderberufsschule in Ursberg gemacht. Dank der dortigen Ausbildung hätten es etliche zunächst schwache Schulabsolventen bis zum Meisterbrief geschafft.

Eine wenig bekannte Einrichtung ist die Jugendberufsagentur im Landkreis. Sie wird getragen vom Kreisjugendamt, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und der Initiative Pro Arbeit. Auch die Jugendberufsagentur, so erläuterte Jugendamtsleiterin Antonia Wieland, biete vielfältige Angebote der Beratung, Begleitung und finanziellen Unterstützung in schwierigen Fällen. Zielgruppen seien vor allem junge Arbeitslose, Jugendliche ohne Schulabschluss, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und neuerdings auch junge Flüchtlinge. Antonia Wieland: „Das Bündnis Jugendberufsagentur will Jugendliche auffangen und sie wieder auf den richtigen Weg bringen.“

Mit Info-Ständen waren neben den Berufsbildungswerken und den Förderberufsschulen auch der Integrationsfachdienst, die Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer vertreten. Viel Applaus gab es für drei Günzburger Schulen: Für ihr Engagement bei der Berufsorientierung sind kürzlich die Mittelschule Wasserburg, die Maria-Theresia-Mittelschule und das Maria-Ward-Gymnasium von der Landesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft Bayern mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet worden.

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