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Günzburg

21.07.2020

Neue multiprofessionelle Hilfe für junge psychisch Kranke in Günzburg

Auf dem Gelände des BKH in Günzburg wird es ein neues Angebot geben.
Bild: Christian Kirstges (Archiv)

Auf dem Gelände der Günzburger Bezirksklinik entsteht eine ambulante Rehaeinrichtung. Was sie bewirken soll.

Bisher gibt es mit Kempten gerade einen Standort für eine Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke (RPK) in Schwaben. Bald wird es zwei geben. Denn in Günzburg soll eine weitere ambulante Einrichtung entstehen, deren Fokus vor allem auf jüngere Erkrankte liegt.

Das hat jetzt der Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Schwaben in seiner vergangenen Sitzung beschlossen. Damit sei eine „überaus positive versorgungspolitische Komponente für die schwäbische Bevölkerung geschaffen“ worden, sagt die örtliche Bezirks- und Verwaltungsrätin Stephanie Denzler erfreut. Sie ist derselben Ansicht wie Bezirkstagspräsident Martin Sailer: „Wir schließen mit dieser Entscheidung eine aktuelle Versorgungslücke.“ Insgesamt gibt es in Deutschland nur knapp 60 solcher Standorte, sechs davon in Bayern.

In der RPK Schwaben in Kempten werden seit mehr als 25 Jahren psychisch kranke Menschen unterstützt und begleitet. Mit einem Durchschnittsalter von circa 26 Jahren handelt es sich vorrangig um junge Menschen, die wegen ihrer psychiatrischen Erkrankung noch keine tragfähige Berufs- und Lebensperspektive entwickeln konnten. Viele haben noch keine Ausbildung, wechselnde berufliche Tätigkeiten – meist in sehr niederschwelligen Arbeitsbereichen. Diesen Menschen wird bei der Wiedereingliederung in den Alltag und das Berufsleben geholfen.

Die berufliche Reha kann anschließen

Die medizinische Rehabilitation dient einer psychischen Stabilisierung und der Überwindung von Krankheitsfolgen und soll eine erneute Erkrankung verhindern. Das vorrangige Ziel ist eine möglichst selbstständige Lebensführung.

An eine erfolgreiche medizinische Rehabilitationsmaßnahme kann sich eine berufliche Rehabilitation anschließen. Diese dient der Re-Integration in den Arbeitsmarkt oder der Vorbereitung auf eine Ausbildung beziehungsweise Umschulung. Für diese Phase der Behandlung ist eine kooperative Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft sehr hilfreich und wichtig, sagt Bezirksrätin Denzler: „In unserem Landkreis kenne ich zahlreiche Unternehmen, die sich sozial engagieren und für die Anliegen des Bezirks und seiner Einrichtungen ein offenes Ohr haben.“

Die Behandlung und Betreuung der Rehabilitanden erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Pflegekräften, Arbeitsanleitern und Sporttherapeuten.

Es werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, wie wichtig für den Erfolg dieser psychiatrisch-rehabilitativen Angebote die Wohnortnähe für die Betroffenen ist. Bisher waren in Kempten 96 Prozent der schwäbischen Rehabilitanden aus Südschwaben, nur vier Prozent der Rehabilitanden kamen aus Nordschwaben. „Es ist unzweifelhaft notwendig auch außerhalb des Allgäus entsprechende rehabilitative-psychiatrische Angebote für die Region Nordschwabens vorzuhalten. Immerhin wurden 76 Prozent aller Rehabilitanden der RPK in Kempten im vergangenen Jahr wieder in Arbeit und/oder Ausbildung gebracht“, stellt Denzler fest.

Sie ist nach eigenen Worten „begeistert von diesem positiven und wichtigen Beschluss“. Geplant ist der neue Standort auf dem Gelände der psychiatrischen Klinik in Günzburg. Der Bezirk Schwaben investiert rund eine Million Euro zur Ertüchtigung und Ausstattung eines vorhandenen Gebäudes und schafft für die Region Nordschwaben neue Arbeitsplätze. Bereits ab Oktober 2021 soll das RPK am Standort Günzburg in Betrieb gehen.

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