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Kommunalwahl 2020

02.03.2020

Neuer Bürgermeister ist Stimmenkönig in Jettingen-Scheppach

Hier zieht bald der neue Bürgermeister ins Büro ein.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die CSU trifft es doppelt hart bei der Ratswahl, die Grünen holen aus dem Stand zwei Sitze, auch die Jungbürger müssen bluten - und die Freien jubilieren.

Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten nicht sein. Riesige Enttäuschung bei CSU und Jungbürgern, die pure Freude bei Freien Wählern und Grünen. So lassen sich in aller Kürze die Reaktionen auf das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Jettingen-Scheppach zusammenfassen.

Die CSU musste bei der Wahl zwei bittere Pillen schlucken. Erstmals seit 50 Jahren stellt sie nicht mehr den Bürgermeister. „Das hat uns schmerzlich getroffen“, räumt Ortsvorsitzender Hermann Högel ein. Hinzu kommt der Verlust eines Mandats bei der Ratswahl. Ein kleiner Trost: Mit nun acht Sitzen sei die CSU noch immer stärkste Fraktion. Als Zeichen der Anerkennung für „eine erfolgreiche Arbeit“ wertet er den Umstand, dass alle amtierenden CSU-Räte, die erneut kandidiert hatten, wiedergewählt wurden. „Aus allen Wolken gefallen“ ist der CSU-Vorsitzende angesichts des Wahlergebnisses in Scheppach. Der zweitgrößte Ortsteils ist nur noch mit zwei Ratsmitgliedern vertreten.

„Die Enttäuschung ist riesengroß“, erklärt Josef Seibold von den Jungbürgern. Die Gruppierung hat zwei Mandate verloren, nur noch drei JB-Räte sind im neuen Gemeinderat vertreten. Warum seine Gruppierung derart „abgewatscht“ wurde, ist Seibold unerklärlich. Ihm bleibt nichts anderes, als sich „eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister“ zu wünschen.

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Der neue Bürgermeister ist auch der Stimmenkönig

Der neue Bürgermeister heißt Christoph Böhm von den Freien Wählern. Mit knapp 65 Prozent der Stimmen hat er nicht nur die Bürgermeisterwahl überraschend deutlich für sich entschieden. Böhm ist mit 3961 Stimmen auch der absolute Stimmenkönig bei der Gemeinderatswahl geworden – noch vor dem künftigen Landrat Hans Reichhart von der CSU. Für diesen rückt übrigens Christian Weng nach.

Die Freien konnten die Zahl ihrer Mandate von sechs auf sieben erhöhen. Böhm: „Das freut uns sehr.“ Nach einem „sehr intensiven Wahlkampf“ stehe nun das Wohl der Bürger und der Gemeinde im Vordergrund, erklärte der neue Bürgermeister. Er sei zuversichtlich, im Gemeinderat Mehrheiten für Maßnahmen zu finden, die diesem übergeordneten Ziel dienen. „Die Interessen der Bürger stehen im Vordergrund“, eine Opposition im eigentlichen Sinne gebe es in Gemeindeparlamenten nicht. Da Böhm neuer Bürgermeister ist, rückt Jonas Fischer für ihn in den Rat nach.

Die Grünen holen aus dem Stand zwei Mandate

Erstmals sind die Grünen bei einer Gemeinderatswahl in Jettingen-Scheppach angetreten. Aus dem Stand haben sie zwei Mandate geholt. Entsprechend „mega-zufrieden“ äußerte sich Spitzenkandidat Philipp Beißbarth. Ihn freute vor allem auch sein persönliches Ergebnis – mit 1625 Stimmen rangiert der junge Kandidat weit oben auf den Bewerberlisten. Im Interesse der Marktgemeinde müssten nun „alle an einem Strang ziehen“, wünscht sich Beißbarth, der nicht zuletzt den Klima- und Umweltschutz voranbringen will.

Leer ist bei der Gemeinderatswahl hingegen die Linke ausgegangen. 1,8 Prozent der Stimmen reichten nicht aus, um ein Mandat zu holen.

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