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Burgau

17.10.2016

Neues Theater öffnet viele Türen

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3 Bilder
Regisseur Lloyd Dallas (Joshua Hupfauer) erlebt den "nackten Wahnsinn": Nicht nur auf der Bühne, wo sein Stück außer Kontrolle gerät, sondern auch dahinter, wo seine Schauspieler (von links: Helmut Kircher, Vera Hupfauer, Olaf Ude, Mathias Heim und Marion Wessely) ihre ganz eigenen Probleme haben.
Bild: Rebekka Jakob

Die neue Spielstätte bietet spannende Aus- und Einblicke. Nach der gelungenen Premiere werden Off-Art-Werke über 2100 Euro für die Kartei der Not versteigert.

Burgau Es ist der dritte Neustart für das Neue Theater Burgau – und der ist gelungen: Vor vollem Haus fand am Samstagabend in der neuen Spielstätte in der Robert-Bosch-Straße die Premiere von „Der nackte Wahnsinn“ statt – begleitet von großem Gelächter und am Ende mit Standing Ovations für das Ensemble. Redlich verdient, denn das Stück, das sich das einzige professionelle Theater in weitem Umkreis ausgesucht hat, fordert vollen körperlichen Einsatz – deshalb macht es aber auch so viel Spaß.

Eigentlich war’s in den vergangenen Wochen genau so, wie eben im Stück zu sehen, sagte Dörte Trauzeddel, gemeinsam mit Vera Hupf-auer die Leiterin des Theaters. Die Komödie „Der nackte Wahnsinn“ spielt vor und hinter den Kulissen eines Tourneetheaters, in dem es im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber geht. Da knallen sage und schreibe acht Türen auf und zu, Teller voller Sardinen müssen ebenso balanciert werden wie verschiedenste Liebesaffären zwischen den Darstellern.

Regisseur Lloyd Dallas (Joshua Hupfauer), Regieassistentin Poppy (Selma Berger) und Bühnenmeister Tim (Martin Kraus) haben alle Hände voll damit zu tun, das Geflecht zu entwirren – denn die Probleme machen auch während der Aufführung keine Pause. Marion Wessely als Dotty, Mathias Heim als Garry, Dörte Trauzeddel als Brooke, Olaf Ude als Freddy und Vera Hupfauer als Belinda spielen, lieben und kämpfen mit Begeisterung und versuchen dabei, vor dem Alt-Star im Ensemble, Selsdon Mowbray (Helmut Kircher), die unvermeidliche Schnapsflasche zu verstecken. Das Ganze vor einem raffinierten, aus beweglichen Modulen aufgebauten Bühnenbild, das auch ganz ohne kostspielige Drehbühne den erforderlichen Wechsel zwischen den Szenen vor und hinter der Bühne ermöglicht. Die Burgauer Theaterprofis begeistern in der unfassbar temporeichen Inszenierung von Philipp J. Neumann. Gelegenheit, sich das anzuschauen, gibt es noch am 22., 28., 29. Oktober sowie 5., 11., 12., 18., 19., 25., 26. November und 2. und 3. Dezember, 19 Uhr.

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Ein privater Theaterabendals Dankeschön

Einen ganz eigenen Theaterabend werden dagegen Gertrud und Robert Baumeister und ihre Tochter Bettina Schulz demnächst erleben – als Dankeschön für die Schaffung der neuen Spielstätte schenkte das Theater der Familie eine private Aufführung. Und für Baumeister, den „Urheber des Theatermärchens“, wie es in der neuen Broschüre der Bühne heißt, gab es obendrauf noch ein „Buntes Verdienstkreuz“. Für Bürgermeister Konrad Barm, der sich mit Kollegen wie Sandra Dietrich-Kast (Rettenbach), Matthias Kiermasz (Kammeltal) und Hans Reichhart (Jettingen-Scheppach) sowie zahlreichen Stadtratskollegen die Premiere anschaute, hat das Neue Theater aus mehreren Gründen ein Alleinstellungsmerkmal. „Nicht nur, weil heute so viele Besucher da sind. Sondern auch, weil ihr einfach gut seid.“

37 Werke wurden für die Kartei der Not versteigert

Das stellten die Schauspieler am gestrigen Sonntag erneut unter Beweis. Am Tag der offenen Tür zeigten Vera und Joshua Hupfauer, Dörte Trauzeddel, Olaf Ude und Andreas Werner im Improvisationstheater spontane und sinnreiche Szenenwechsel. Die drei Sequenzen, in denen sich jeweils zwei Schauspieler im fliegenden Wechsel die Einfälle zuspielen, lockerten die Versteigerung von Kunstwerken zugunsten der Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, auf. Mitglieder des Günzburger Kunstvereins Off-Art ließen sich von Rolf Eichelmann (er ist Beisitzer im Förderverein des Neuen Theaters) nicht lange bitten und spendeten 37 Werke. Olaf Ude verstand es gekonnt im Hamburger Slang, den interessierten Gästen die Scheine heraus zu locken.Von der kleinen Pferdchenfigur aus Ton, über kunstvolle Aquarelle, bis zum wandfüllenden Frauenakt in Acryl reichte die künstlerische Vielfalt. Mehr als 2100 Euro kamen dabei für den guten Zweck zusammen.

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