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Günzburg

19.02.2020

Neun Projekte für "Jugend forscht" kommen aus Günzburg

Am "Jugend forscht"-Regionalentscheid Schwaben nehmen Sonja Hermann, Katharina Kohl und Annika Webert vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg teil. Sie haben mit wissenschaftlichen Methoden die Wirkung von Mykorrhiza auf das Wachstum von Pflanzen nachgewiesen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Schüler des Dossenberger und des Maria-Ward-Gymnasiums nehmen am Regionalentscheid von „Jugend forscht“ teil. In welchen Gebieten sie geforscht haben.

101 Mädchen und Buben nehmen heute und morgen mit 57 Projekten in Augsburg am Regionalentscheid für Schwaben von „Jugend forscht“ teil. Bayernweit haben sich 1943 Nachwuchsforscher angemeldet. Das ist bundesweit die höchste Quote der insgesamt 11768 jungen Forscher.

Allein neun Projekte kommen von zwei Gymnasien in Günzburg: Eine Schülerin des Dossenberger und acht Projekte mit 15 Schülern des Maria-Ward-Gymnasiums. „Dass es so viele werden, war gar nicht beabsichtigt. Aber sie waren alle so begeistert, am Wettbewerb teilzunehmen“, sagt die Koordinatorin Judith Schimana-Pfeifer. Einige der Schüler sind zum wiederholten Mal dabei und landeten in den Vorjahren mit ihren Projekten schon auf den vorderen Plätzen.

Nathalie Grandel vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg hat die antibiotische und antifungische Wirkung von Salbei erforscht.
Bild: Bernhard Weizenegger

Heilmittel Salbei

„Wer auf Salbei baut – den Tod kaum schaut“, heißt es in alten überlieferten Heilschriften. Was genau es mit den Wirkungen des Salbeis als Heilpflanze auf sich hat, hat Nathalie Grandel vom Maria-Ward-Gymnasium in ihrem Projekt mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Ihre W-Seminararbeit kürzte sie auf 15 Seiten und hat mit ihren Experimenten eine Menge über die Heilpflanze gelernt. Ihr Tipp ist eine Tinktur: Blätter entfalten mehrere Wochen in 96 prozentiges Ethanol eingelegt und dunkel gelagert am besten ihre antibakterielle und antifungische Wirkung.

Neun Projekte für "Jugend forscht" kommen aus Günzburg

Wettbewerb mit zwei Altersklassen

Die jungen Forscherinnen und Forscher wählen ihr Thema frei. Sie suchen sich selbst eine interessante Fragestellung, die sie mit naturwissenschaftlichen, technischen oder mathematischen Methoden bearbeiten. Die insgesamt 36 Gruppen- und 21 Einzelarbeiten müssen sich in jedem Falle einem dieser sieben Fachgebiete zuordnen lassen: Biologie (18 Projekte), Chemie (12), Technik (8), Mathematik/Informatik (6), Arbeitswelt (5) sowie Geo- und Raumwissenschaften (2).

Der Wettbewerb ist in zwei Altersklassen unterteilt: Die bis 14-Jährigen messen sich bei „Schüler experimentieren“ mit in diesem Jahr 25 Projekten. Die 15- bis 21-Jährigen treten mit 32 Arbeiten bei „Jugend forscht“ an.

Alissah Moser und Johanna Niemann vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg haben verschiedene Rezepte ausprobiert, um Slime herzustellen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die wunderbare Welt des Slimes

Kinder lieben den glibbrigen, bunten, glitzernden Spielschleim. Auch Alissah Moser und Johanna Niemann vom Maria-Ward-Gymnasium in Günzburg finden den Slime cool. Sie haben in ihrem Projekt verschiedene Rezepte ausprobiert, um Slime selbst herzustellen und die Eigenschaften des selbstgemachten Slimes untersucht. „Daheim hat das nie geklappt, selbst nicht mit Filmen und Life-hacks im Internet“, berichten die beiden Schülerinnen der Klasse 5b. Viele Versuche hat es auch in der Schule gebraucht, bis sie ihren Lieblingsschleim „Fluffy-Slime II“ zur Perfektion gebracht haben. Der hat alle Tests mit Bravour bestanden.

Forscher stellen ihre Projekte vor

Dem Vorbild der amerikanischen „science fairs“ folgend stellen die jungen Forscher ihre Arbeiten an einem Messestand, den sie selbst gestalten, einer fachkundigen Jury und der breiten Öffentlichkeit vor. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine schriftliche Ausarbeitung zum Wettbewerbsprojekt von maximal 15 Seiten. An den Ausstellungsständen findet die Befragung durch die jeweiligen Fachgebietsjuroren statt. Die Jury bewertet die Beiträge nach den Kriterien Kreativität, Originalität, Alltagsbezug, eigenständige Bearbeitung und Exaktheit.

Leonie Hörauf vom Dossenberger Gymnasium Günzburg hat ein Modell gebaut, das anschaulich und interaktiv die wesentlichen Funktionen des Gehirns darstellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Funktionen des Gehirns sichtbar gemacht

Leonie Hörauf vom Dossenberger-Gymnasium hat ein Modell gebaut, das anschaulich und interaktiv die wesentlichen Funktionen des Gehirns darstellt. Basis ihres Modells ist eine Schaufensterpuppe, die sie mit verschiedenen interaktiven Elementen ausgestattet hat. Ihr Modell soll zum Beispiel im Unterricht eingesetzt werden, um die komplexen und vielschichtigen Funktionen des Gehirns anschaulich erklären zu können. Neun verschiedene Funktionen werden mit Leuchtdioden in der betreffenden Gehirnregion angezeigt. Leonie hat beim Modellbau auch viel über Elektronik gelernt.

Die Besten kommen weiter

In 90 Regionalwettbewerben werden in der ganzen Bundesrepublik die Teilnehmer für die jeweiligen Landesentscheide ermittelt. „Schüler experimentieren“ endet auf Landesebene in Bayern am 2./3. April in der Universität Regensburg. Bei „Jugend forscht“ geht es vom 31. März bis 2. April beim bayerischen Landesentscheid im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München um den Einzug ins Bundesfinale. Gastgeber ist die Wacker Chemie AG.

Deutschlands beste Nachwuchsforscher kommen vom 16. bis 19. Mai in den Hallen 1 und 2 der Messe Chemnitz zusammen. Bundespateninstitution ist dort das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU.

Jérome Le Compte und Christopher-Robin Zanke vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg haben untersucht, wie viel Gewicht der Keimling einer Bohne stemmen kann.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Kraft der Bohnen gemessen

Christopher-Robin Zanke und Jérôme Le Compte haben beobachtet, wie Pflanzen auch zwischen Steinen keimen können und dabei bei ihrem Weg ans Licht so manches Hindernis aus dem Weg schaffen. Die Schüler der 6. Klasse am Maria-WardGymnasium haben untersucht, wie viel Gewicht der Keimling einer nur 0,2 Gramm schweren Bohne stemmen kann. Es sind exakt 124 Gramm. Das haben die beiden in ihren zahlreichen Experimenten ermittelt. Nun wollen beide die Bohnen-Power auch im eigenen Gemüsegarten wirken lassen und im Sommer fleißig ernten.

Fünf Millionen Euro für die Nachwuchswissenschaftler

Wissenschaft und Wirtschaft investieren jährlich einen Betrag von fünf Millionen Euro in „Jugend forscht/Schüler experimentieren“, in zukünftige Generationen von Forschern und Fachkräften.

MAN Energy Solutions und die RENK AG richten als Patenunternehmen gemeinsam den Regionalentscheid für Bayerisch-Schwaben in Augsburg aus und leisten so einen gezielten Beitrag.

Für Jugend Forscht hat Julia Schinkel vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg die antibiotische Wirksamkeit von Knoblauch und Zweibeln erforscht.
Bild: Bernhard Weizenegger

Wie wirksam sind Knoblauch und Zwiebeln?

Julia Schinkel vom Maria-Ward-Gymnasium hat verschiedene Proben von Zwiebeln und Knoblauch auf ihre antibiotische Wirksamkeit untersucht. Eine besonders hohe Wirksamkeit hat Knoblauch. „Dafür wird die Knolle so fein wie möglich gepresst“, erklärt Julia. Sie untersuchte auch Zwiebeln und Knoblauch unterschiedlicher Sorten. Gibt es beim Knoblauch kaum Unterschiede, so hat die rote Zwiebel mit den meisten Antioxidantien die beste Wirkung. Und ihr Tipp für den Alltag: Am besten das Gemüse roh verzehren. Denn da bleibt die maximale Wirkung erhalten.

Filip Cernoch und Maik Zimmermann vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg haben untersucht, warum Kupferblech in der Luft grün wird und selbst Kristalle aus Kupfersalzen gezüchtet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum Kupfer grün wird und wie blaue Kristalle entstehen

Warum wird Kupferblech in der Luft grün? Diese Frage hat Maik Zimmermann und Filip Cernoch beschäftigt. Die Schüler des Maria-Ward-Gymnasiums haben Kupfer mit verschiedenen Säuren in Kontakt gebracht und die Wirkung auf die Metalloberfläche beobachtet. Der anschließende Kontakt mit Sauerstoff an der Luft über einen Zeitraum von 49 Tagen führt zur Oxidation, die sich mit einer grünlichen Oberfläche bemerkbar macht.

Aus Kupfersalzen haben sie ein „blaues Wunder“ erlebt: Setzt man Kupfersulfat mit Wasser der Kälte aus, entstehen schöne, kräftig blaue Kristalle.

Für Jugend Forscht haben Johanna Eska und Marie Christin Brenner vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg mit wissenschaftlichen Methoden die Heilwirkung von Kamille und Ringelblume nachgewiesen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Heilkraft von Kamille und Ringelblume

Ringelblumen und Kamille gelten als Heilpflanzen. Johanna Eska und Marie Christin Brenner vom Maria-Ward-Gymnasium haben in ihrem Projekt mit wissenschaftlichen Methoden die Heilwirkung dieser Pflanzen nachgewiesen. Die Schülerinnen der Q12 haben dabei auch die eigene Vorgehensweise und die gewonnenen Ergebnisse mit anderen wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema verglichen. Dünnschicht-Chromatografie und UV-Vis-Spektrum waren zwei Techniken, die sie für die Ermittlung der Inhaltsstoffe angewendet haben. Die beste Wirkung hat die Kamille übrigens in heißem Wasser gelöst: Tee trinken ist also wirklich gesund.

Am Jugend Forscht Regionalentscheid Schwaben nehmen 2020 sind Lisa Mangold und Lilly Maier vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg dabei. Sie haben zwei Kartoffelsorten auf ihre Bestandteile untersucht und sogar eine biologische Folie aus Kartoffelstärke hergestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Starke Kartoffeln

Lisa Mangold und Lilly Maier vom Maria-Ward-Gymnasium haben die Kartoffel als eines der wichtigsten Nahrungsmittel für den Menschen auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Und wie sieht es mit der Süßkartoffel aus? Auch diese haben die beiden Schülerinnen unter die Lupe genommen und in ihren Experimenten herausgefunden, dass sich aus der Stärke der Kartoffeln Folien herstellen lassen. Ein Thema, mit dem sie sich weiter beschäftigen wollen. „Die Experimente haben viel Spaß gemacht“, sagen die beiden. Und ihr Fazit lautet: „Unterschätze nie eine Knolle.“

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