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Bürgerversammlungen

16.11.2019

Nicht mehr zeitgemäß?

In Autenried ging es um die Frage nach einheitlichen Dachformen

Über Geschmack lässt sich eigentlich nicht streiten, doch gehen die Ansichten über ein gelungenes Ortsbild immer wieder weit auseinander. So störte sich bei der Bürgerversammlung im Ichenhauser Stadtteil Autenried ein Bewohner an der unterschiedlichen Bedachung der Häuser in den Wohngebieten.

Die früher üblichen Ziegeldächer würden immer mehr durch Fotovoltaikanlagen belegt, monierte der Bürger. Trotz dieser Anlagen sollte auf ein einheitliches Bild geachtet werden, da früher wohl auf ein einheitliches Ortsbild Wert gelegt worden sei. Deshalb wollte der Autenrieder wissen, wie es in dieser Sache um die Einflussmöglichkeit der Kommune steht.

Die sei nur möglich im Bereich von Bebauungsplänen, entgegnete Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel. Früher seien die Festsetzungen strenger gewesen und erlaubten beispielsweise Dächer nur in roter Farbe. Bei einer derart einseitigen Festlegung sei damit zu rechnen, dass mindestens die Hälfte der Bauherrn eine andere Farbe bevorzuge und dafür Befreiungen beantrage. Es entspreche dem Zeitgeist, dass Bauherrn heute andere Vorstellungen hätten und beispielsweise den Toscanastil bevorzugten, sagte Strobel.

Überhaupt keinen Einfluss habe die Verwaltung im „Altdorf“, denn dort müsse sich ein Neubau lediglich nach Art und Maß in die Umgebung einfügen. Nur mit einer Veränderungssperre, die Grundstückseigentümer jedoch sehr einschränke, sei ein Eingriff möglich. Selbst wenn die Stadt ein Bauvorhaben ablehne, liege die letzte Entscheidung beim Landratsamt. Bei den vom Fragesteller beanstandeten Fotovoltaikanlagen habe die Stadt jedoch gar keine Einflussmöglichkeit.

Die Sicherheit der Wasserversorgung in Autenried sprachen zwei Bürger an. Dazu sagte Bürgermeister Strobel, dass die nach wie vor verbauten Asbestrohre der „alten Wasserversorgung“ in Autenried und Oxenbronn bis 2022 komplett ausgewechselt werden. Eine Druckerhöhungspumpe mit stärkerer Leistung in Oxenbronn sei zwar möglich, ließe sich aber wegen der dafür nicht ausgelegten Rohrleitungen nicht realisieren, da die vorhandenen Asbestrohre dann sogar brechen könnten.

Die Versorgung sei auch dann gesichert, wenn der Stadtteil Rieden mit angeschlossen werde, sagte Stadtbaumeister Adolf Stapf, da es sich lediglich um eine Notverbundleitung handele. Der Wasserdruck in Autenried werde noch zusätzlich gesichert, indem eine automatische Einspeisung von der Wasserversorgung „Rauher-Berg-Gruppe“ erfolge.

Zu der nachgefragten Belastung des Autenrieder Brunnenwassers sagte Bürgermeister Strobel, dass dort der Nitrat-Grenzwert höher liege als bei einer ständigen öffentlichen Wasserversorgung. Der Nitratwert habe bei der jüngsten Messung zwischen 40 und 43 Milligramm pro Liter gelegen, also noch unter den zulässigen 50 Milligramm. Aufgrund der ständigen Wartung könne der Brunnen für einen Notbetrieb problemlos zugeschaltet werden.

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