1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Nicht nur Raser machen Ärger

25.06.2009

Nicht nur Raser machen Ärger

Ichenhausen (ilor) - Unübersichtliche Kreuzungen und Einmündungen, parkende Fahrzeuge, Geschwindigkeitsübertretungen - solche Punkte waren es auch diesmal wieder, die Vertreter von Stadt, Landratsamt, Polizei und Staatlichem Bauamt bei der turnusmäßigen Verkehrsschau zu besprechen hatten.

Ein Punkt sorgte im Bauausschuss für Ärger: der illegale Durchgangsverkehr an der Bushaltestelle in der Gartenstraße, wo uneinsichtige Autofahrer Schulkinder in Gefahr bringen. Radler, da wurden Zweifel bei der Verkehrsschau ausgeräumt, dürfen den gesperrten Bereich der Bushaltestelle Gartenstraße passieren, ohne abzusteigen. Ansonsten aber ist der Abschnitt zwischen Hauptschule und Franziska-Ziehank-Halle nur für Busse geöffnet - was nicht zuletzt offenbar Eltern von Schulkindern trotz längst vorhandener Beschilderung nicht wahrhaben wollen.

Schulklasse gefährdet

Unlängst sei ein Autofahrer "mit hoher Geschwindigkeit" durch die Haltestelle gefahren, nachdem kurz zuvor eine Schulklasse die Fahrbahn überquert hatte. Im Bauausschuss war auch davon die Rede, dass ein Auto kürzlich so flott durchgefahren sei, dass nicht einmal das Kennzeichen abgelesen werden konnte.

Nicht nur Raser machen Ärger

Zweiter Bürgermeister Franz Zenker, der als Busunternehmer auch diese Haltestelle andient, habe beim Ortstermin gar angekündigt, dass er diese Haltestelle aus Sicherheitsgründen bald nicht mehr anfahren könne. Er habe von zahlreichen verbotswidrig durchfahrenden Autos berichtet, aber auch von Fußgängern im Fahrbereich.

Während im Bauausschuss noch überlegt wurde, ob (für die Busse versenkbare) Poller oder Schranken Abhilfe schaffen könnten, ging SPD-Stadtrat Georg Abt einen Schritt weiter und schlug vor, den Platz per Video zu überwachen, um so den Verkehrssündern auf die Spur zu kommen. Abt bezeichnete die Bushaltestelle bei den drei Schulen als "sensiblen Bereich".

Um öffentliche Flächen per Video zu überwachen, "muss es ganz besondere Gefährdungspotenziale geben", sagte Bürgermeister Hans Klement, der diesen Vorschlag aber nicht verwerfen wollte. Der Ärger über unvernünftige und rücksichtslose Autofahrer war ihm deutlich anzumerken: "Da muss die Stadt wieder Geld in die Hand nehmen wegen ein paar wenigen", kritisierte er, dass die Allgemeinheit zahlen muss, weil Einzelne sich nicht an die Regeln halten. "Am meisten fasziniert es mich, dass es wohl auch Eltern sind", fügte Klement an.

Dass Poller, die von den Busfahrern per Fernbedienung automatisch versenkt werden können, ebenso wie automatisch öffnende Schranken "halt eine teure Angelegenheit" werden, befürchtete nicht nur Verkehrsreferent Vitus Madel. Von 7000 Euro pro versenkbarem Poller war die Rede. Davon würden laut Stadtbaumeister Gerhard Hruby mindestens zwei benötigt, dazu zwei stationäre Poller. Zu bedenken sei auch, dass solche versenkbaren Verkehrshindernisse regelmäßige Wartung brauchten - "damit machen wir ein Fass auf", so Hruby.

Für eine engmaschige Überwachung der Bushaltestelle Gartenstraße durch die kommunale Verkehrsüberwachung plädierte Ottmar Sauter (CSU). Reinhold Lindner (Freien Wähler) empfahl als "Sofortmaßnahme", die Sperrung vor allem aus Richtung Aberthamer Straße mit Markierungen noch deutlicher zu kennzeichnen.

Die Verwaltung wird jetzt prüfen, ob eine Videoüberwachung möglich ist und ob die Beschilderung noch verbessert werden kann. Außerdem wird sie Angebote für Poller und Schranken einholen. Bis Schuljahresbeginn hätte die Stadt gern eine Lösung für das Problem.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren