1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Niederlage für Umfahrungsgegner

Gericht

21.04.2016

Niederlage für Umfahrungsgegner

Die Maschinenhalle des Münsterhauser Marktgemeinderats Karl Alt: Er befürchtet, dass sie durch den Bau der Ortsumfahrung deutlich mehr als bisher von Hochwasser betroffen sein könnte. Die Richter am Verwaltungsgericht Augsburg wiesen die Klage von ihm und zwei weiteren Grundbesitzern aber ab.
Bild: Monika Leopold-Miller

Drei Münsterhauser Grundbesitzer hatten gegen das Bauprojekt geklagt, doch die Richter wiesen ihre Einwände ab. Dass jetzt bald die Bagger anrollen, ist aber nicht sicher

Eigentlich hätten die Bagger schon anrollen können zum Baubeginn der Ortsumfahrung von Münsterhausen. Doch drei Bürger, die im Bereich der geplanten Trasse landwirtschaftliche Grundstücke besitzen, hatten gegen die wasserrechtliche Genehmigung und den Vollzug des Wasserrechts geklagt. Die Trasse für die Ortsumfahrung liegt teils im Überschwemmungsgebiet. Jetzt fand vor dem Verwaltungsgericht Augsburg die Verhandlung statt. Ergebnis: Die Klagen wurden abgewiesen, die Kläger können aber Berufung einlegen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Zu den Klägern zählt auch Marktgemeinderat Karl Alt. Er hat Sorgen, dass durch die auf einen Damm gebaute Trasse seine Maschinen- und Lagerhalle bei Hochwasser überschwemmt werden könnte. Durch den Rückstau vom Damm könnte das Wasser auch seine Halle stärker in Mitleidenschaft ziehen, befürchtet er. Nach Auskunft von Peter Thoma von der Verwaltungsgemeinschaft Thannhausen liegt die Halle 150 Meter westlich von der geplanten Trasse.

Laut Ulrich Kost von der Krumbacher Servicestelle des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, seien die Auswirkungen aber geringfügig, wenn die Straße wie geplant realisiert würde. Wegen der großzügig dimensionierten Brücken und Durchlässe sei laut Kost die Wahrscheinlichkeit einer Aufstauung sehr gering. „Eventuell könnten es ein paar Zentimeter sein“, sagte Kost. Ferner erwähnte er, dass Münsterhausen keinen Hochwasserschutz mehr benötige, wenn die Schutzmaßnahmen in Thannhausen erst einmal wirksam seien.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Karl Alt hegt Zweifel an der Wirksamkeit des Hochwasserschutzes in Thannhausen für Münsterhausen. Zudem sei der Bau in Thannhausen derzeit noch in der Schwebe, sagte Alt. Mit „ziemlicher Sicherheit“ werde er in Berufung gehen, sagte er auf Nachfrage. Dass auch die beiden anderen Parteien diesen Weg beschreiten werden, war bereits in der Verhandlung den Äußerungen ihres Rechtsanwalts zu entnehmen.

Die landwirtschaftlichen Grundstücke (teils Ackerland, teils Grünland) der Kläger Barbara Geiger und Leonhard Atzkern liegen im Bereich der Trasse der Ortsumfahrung. Die beiden Kläger befürchten nach Auskunft der VG, dass ihr Boden nach dem Bau deutlich nässer würde. Außerdem könne die „Verschattung“ durch das Pflanzen von Bäumen Nachteile bei der Verpachtung ihrer Grundstücke bringen. Im Zusammenhang mit dem Bau der Ortsumfahrung sollen bei einer Unternehmensflurbereinigung betroffene Grundstücke ausgeglichen werden.

Bei dieser Verhandlung ging es um eine grundsätzliche juristische Auseinandersetzung. Im Wesentlichen ging es darum, ob die Klage zugelassen wird oder nicht, sagte Günther Thielemann vom Planungsbüro. Die Abweisung der Klagen bezeichnete er als „Etappensieg“. „Das Urteil bestätigt unsere Rechtsauffassung und zeigt, dass wir bei der Planung ordentlich gearbeitet haben“, sagte Bürgermeister Robert Hartinger nach der Verhandlung. Wenn die Kläger den Weg der Berufung gehen sollten, rechnet Thielemann mit mindestens einem Jahr Wartezeit, bis die Sache am Verwaltungsgericht in München verhandelt wird.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren