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Leipheim

28.01.2021

Niels Carstensen: Beherzte Sprünge auf dem Weg nach oben

Beim Finale in Salzburg klappte längst nicht alles so gut wie dieser Sprung. Dennoch holten sich der Leipheimer Niels Carstensen und FBW Cornflake die Gesamtwertung des European Youngster Cup.
Foto: Sibil Slejko

Plus Dank einer überragenden Saisonleistung gewinnt Springreiter Niels Carstensen aus Leipheim die europäische Nachwuchsserie EY Cup. Und der 20-Jährige schmiedet schon neue Pläne.

In Fachkreisen gilt Niels Carstensen seit geraumer Zeit als ein herausragendes Talent des deutschen Springsports. Am Vorabend seines 20. Geburtstags hat der Leipheimer nun die Gesamtwertung des European Youngster Cup (EY Cup) gewonnen. Dieser Erfolg soll nur ein Etappenziel sein. Der Jungspund aus dem Landkreis Günzburg hat sich für die nähere Zukunft einiges vorgenommen.

Der Vorsprung war riesig

Das Weltfinale des EY Cup, einer internationalen Turnierserie für U25-Reiter, wurde wie bereits in den Jahren zuvor in Salzburg ausgetragen. Hier erwischten Carstensen und sein zehnjähriger Württembergischer Wallach FBW Cornflake zwar keinen Sahnetag, aufgrund des unfassbar großen Vorsprungs aus der Qualifikationsserie reichte es für das Paar aber zum Gesamtsieg.

Wirklich überraschend kam dieser Erfolg nicht. Bereits ein Jahr zuvor hatte sich der Jungspund für seine zahlreichen Erfolge in Springprüfungen der schweren Klasse das goldene Reitabzeichen abgeholt. Im Jugendbereich war er unter anderem deutscher Vizemeister. Zuletzt wurde er im Rahmen der nationalen Titelkämpfe Vierter im Deutschen Springpokal der U25-Reiter.

Überragende Auftritte

Überragend traten Carstensen und FBW Cornflake auch im EY Cup 2020 auf. Pandemiebedingt fanden die insgesamt sechs Qualifikationsturniere erst ab August statt. Gleich zum Auftakt in Ranshofen am Inn feierten die beiden den Sieg im Großen Preis. Österreich entwickelte sich endgültig zum Glücksort für Carstensen, als das Paar zum Abschluss der Serie auf der Reitanlage Magna Racino in Ebreichsdorf bei Wien ebenfalls auf ganzer Linie überzeugte und sich im S**-Springen gegen 24 Konkurrenten durchsetzte. Einen weiteren Treppchenplatz gab’s in Olmütz/Tschechien.

Flüchtigkeitsfehler im Finale

Ausgerechnet beim Finale in Salzburg lief es vergleichsweise schlecht. Nach zwei Abwürfen sprang für den Leipheimer und seinen Wallach lediglich Platz zwölf im Finale der besten 16 Paare heraus. „Zwei Flüchtigkeitsfehler“ seien ihnen auf der 430 Meter langen und mit 16 Sprüngen bis 1,55 Meter Höhe bestückten Bahn unterlaufen, sagte Carstensen im Rückblick.

Um den Gesamterfolg zittern musste der zu diesem Zeitpunkt noch 19-Jährige freilich nicht lange. Selbst der Tagessieg spülte den 23-jährigen Schweizer Bryan Balsiger und seinen neunjährigen Wallach Everest v’t Hof V Eversem Z nur noch auf den zweiten Platz der Jahreswertung. Als letzter Starter im Stechen der drei fehlerfreien Paare aus dem Umlauf beobachtete er Abwürfe seiner Kontrahenten, behielt die Nerven und kam fehlerfrei in 46,50 Sekunden über die auf 320 Meter verteilten acht Sprünge. Die weiteren Podestplätze gingen an Andrzej Oplatek aus Polen auf Diaroubet (4/44,57) und an Simone Widmann aus Deutschland auf CMS Compliant (8/41,43).

Einmal Fünfter, einmal Siebter

Das erste Qualifikationsspringen zum Finale gewann der Italiener Giacomo Casadei auf dem zwölfjährigen Schimmelhengst Ballantine di Villagana. Die beiden absolvierten den 460 Meter langen Parcours mit zwölf Hindernissen (14 Sprünge) fehlerfrei in 66,85 Sekunden. Carstensen und FBW Cornflake befanden sich am Ende unter den insgesamt elf fehlerfreien Paaren und wurden in 72,50 Sekunden Fünfte. In der zweiten Qualifikation landete der Leipheimer auf Platz sieben. Vier Strafpunkte handelte er sich über die auf 430 Meter verteilten 13 Hindernisse (darunter zwei zweifache Kombinationen) ein, 71,46 Sekunden benötigte er für den Umlauf. Bester war hier Edouard Schmitz (Schweiz), der auf der zehnjährigen Stute Babylone des Erables fehlerfrei blieb und nach 69,65 Sekunden im Ziel war.

Es lockt die Europameisterschaft

Derart große Sprünge wie im EY Cup werden Carstensen und FBW Cornflake in den kommenden Wochen nicht machen. Der Wallach bekommt eine wohl verdiente Turnierpause, der Reiter konzentriert sich unterdessen auf die Arbeit mit seinen anderen Pferden. Im späten Frühling dann wird es auch auf internationaler Ebene wieder richtig interessant: Für die U25-Reiter stehen die Sichtungen für die Europameisterschaften an und Niels Carstensen darf zudem zuversichtlich darauf hoffen, dass ihn Nachwuchs-Bundestrainer Peter Teeuwen für den einen oder anderen Nationenpreis nominiert.

Der Sportler selbst möchte demnächst liebend gern auf einer höheren Ebene satteln und „regelmäßig gegen die Großen der Branche antreten“. Talent und Fleiß bringt er zweifellos mit. Nun geht es eben darum, die nötigen Startberechtigungen für internationale Turniere einzusammeln.

Gesamtwertung (110 Reiter):

1. Niels Carstensen, Deutschland (131 Punkte)

2. Bryan Balsiger, Schweiz (123)

3. Edouard Schmitz, Schweiz (122)

4. Nina Pangersic, Slowenien (118)

5. Simon Widmann, Deutschland (117)


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