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Günzburg

28.03.2019

Noch vor fünf Jahren war dieser Bau reine Utopie

14 Millionen Euro investiert die Scheppach-Gruppe aus Ichenhausen in den Bau einer Logistikhalle auf dem Prinz Eugen Park (PEP) in Günzburg an der Lochfelbenstraße. Das Unternehmen wächst beständig: Scheppach durchbrach eigenen Angaben zufolge 2018 die 200 Millionen-Umsatzmarke.
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14 Millionen Euro investiert die Scheppach-Gruppe aus Ichenhausen in den Bau einer Logistikhalle auf dem Prinz Eugen Park (PEP) in Günzburg an der Lochfelbenstraße. Das Unternehmen wächst beständig: Scheppach durchbrach eigenen Angaben zufolge 2018 die 200 Millionen-Umsatzmarke.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Hersteller Scheppach aus Ichenhausen tätigt in Günzburg mit seinem Logistikzentrum die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte.

Geradezu winzig nehmen sich die Paletten mit Scheppach-Produkten aus, die auf der Baustelle in der Lochfelbenstraße stehen. In dem neuen Gebäude, das die Firma Scheppach hier baut, wird einmal Platz für mehr als 20 000 dieser Paletten mit Sägen, Kompressoren oder Gartengeräten sein. Das Ichenhauser Unternehmen baut in Günzburg ein neues Logistikzentrum – mit 14 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der 90-jährigen Unternehmensgeschichte, sagt Geschäftsführer Stephan Müller. Und obwohl der Neubau nicht am Firmensitz, sondern in der benachbarten Großen Kreisstadt gebaut wird, wollen die beiden Firmenchefs dieses Projekt als klare Bekenntnis zum Standort verstanden wissen.

Das freut auch Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel, der mit seinem Günzburger Amtskollegen Gerhard Jauernig gestern an der Grundsteinlegung für die Halle teilnahm. „Aber natürlich können wir bei uns nicht aus einem ähnlich großen Flächenpool schöpfen, wie ihn hier in Günzburg das ehemalige Kasernengelände bietet“, räumt Strobel ein. Der Grundstein – eine Zeitkapsel, die unter anderem ein Plakat mit Unterschriften der Gäste, ein Exemplar der Günzburger Zeitung und einen aktuellen Scheppach-Katalog enthält – wurde zwar am Mittwoch erst gelegt. Gleichwohl ragen schon unzählige Betonpfeiler der neuen, 21 000 Quadratmeter großen Halle in den Himmel. Es geht schnell mit der Scheppach-Baustelle – das sei auch bei der Beantragung schon so gewesen, lobt Stephan Müller das Günzburger Rathaus. „Der am 30. August 2018 eingereichte Bauantrag konnte nach rekordverdächtigen sechs Wochen Bearbeitungszeit – trotz der Dimension des Bauvorhabens – bereits am 11. Oktober in der Ausschusssitzung positiv beschieden werden.“

Scheppach hat einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro erreicht

Dass es zu einem Projekt dieser Größenordnung jemals kommen werde, hätte bei Scheppach noch vor wenigen Jahren kaum jemand geglaubt. Müller erzählt, wie man sich im Unternehmen noch 2007 lange und am Ende „mutig“ überlegt habe, eine Lagerhalle auf dem Ichenhauser Firmengelände statt 1000 gleich 1200 Quadratmeter groß zu bauen. Und als 2012 der Jahresumsatz erstmals die 50 Millionen Euro-Grenze durchbrach, hätte eine Hochrechnung des Firmenwachstums, das für 2025 die Rekordsumme von 180 Millionen Euro ergab, Reaktionen „von ungläubigem Zweifeln, über Kopfschütteln bis hin zum Zeigefinger an die Stirn“ ergeben. Damals habe niemand so recht dran glauben können, wie sich Scheppach entwickeln würde: Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen bereits einen Umsatz von 200 Millionen Euro erreicht – weit früher und weit über der Prognose, die noch vor wenigen Jahren als utopisch angesehen worden sei.

Praktisch alle Baumarktketten in Europa sind Kunden der Scheppach-Gruppe

Heute zählen laut Müller alle namhaften Baumarktketten in Europa zum Kundenkreis der Scheppach-Gruppe, neben traditionellen Holzbearbeitungsmaschinen und Produkten für die Aufbereitung von Brennholz sei ein umfangreiches Programm an Kompressoren und Baumaschinen etabliert worden, auch Generatoren und Schweißgeräte sind heute im Portfolio von Scheppach zu finden. Namhafte Kunden sind inzwischen auch Discounter: In Einzelprojekten werden hier bis zu 200 000 Kompressoren und über 300 000 Kappsägen verkauft“, sagt Müller.

Das Logistikzentrum soll zehn bisherige Standorte bündeln

Mit dem neuen Logistikzentrum will Scheppach seine bisherige auf mehr als zehn Standorte zentralisierte Struktur bündeln. Das ist auch notwendig: Seien früher Lieferungen am nächsten Tag das Maß gewesen, zählten heute Lieferfristen am selben Tag oder sogar binnen weniger Stunden zu den Herausforderungen. Das Unternehmen führt dazu auch ein neues Warehouse-Management-System ein, diese Woche soll ein neues ERP-System in Betrieb genommen werden, das Abläufe zwischen Kunden, Dienstleistungspartnern und Lieferanten automatisiert.

Das Wachstum dürfte bei Scheppach also noch lange nicht am Ende sein. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sprach in seinem Grußwort jedoch einen limitierenden Faktor an: den der Arbeitskräfte. „Bei einer Arbeitslosenquote in der Stadt von 1,6 Prozent, der niedrigsten aller Zeiten, ist die größte Herausforderung tatsächlich die Gewinnung von Fachkräften und die Bereitstellung von Wohnraum.“

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