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Hausarztverträge

22.01.2015

Nüßlein hofft auf unbürokratische Lösung mit AOK

Krumbacher Praxis kritisiert nach Umzug enormen Mehraufwand. Gespräche in München

Ein Umzug, bei dem es um ganze 200 Meter Luftlinie geht, kann bisweilen bemerkenswerte Folgen haben. Die Krumbacher Allgemeinarztpraxis Drexel, Posch, Sedlmeier zog vor einigen Monaten von der Babenhauser Straße in den Gesundheitsweg. Dies hatte zur Folge, dass rund 1500 Patienten der AOK aus den Hausarztverträgen ausgeschrieben und nun neu eingeschrieben werden müssen. Die AOK Günzburg verweist darauf, dass die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft den Umzug nicht rechtzeitig gemeldet hätte.

Die Ärzte kritisieren den beachtlichen bürokratischen Aufwand im Zusammenhang mit der Neueinschreibung der AOK-Patienten. Die Krumbacher Arztpraxis hat sich in der Hoffnung auf eine unbürokratische Lösung auch an den heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein gewandt. Nüßlein trifft heute in München mit dem bayerischen AOK-Chef Dr. Helmut Platzer zusammen. Zuletzt äußerte er sich gegenüber unserer Zeitung zuversichtlich, dass es eine unbürokratische Lösung geben werde. Nüßlein ist bekanntlich seit einigen Monaten stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und inzwischen auch für den Fachbereich Gesundheit zuständig.

Wiederholt hatten Vertreter aus der Ärzteschaft zuletzt auch darauf hingewiesen, dass angesichts des enormen bürokratischen Aufwandes immer weniger Mediziner eine Hausarztpraxis betreiben wollen. In der Region sind bekanntlich etliche Hausärzte über 60 oder gar über 70 Jahre alt. Experten befürchten, dass es in absehbarer Zeit bei der hausärztlichen Versorgung zu Engpässen kommen könnte.

Das Hausarztvertragsmodell sei ein Baustein, diesen Beruf wieder attraktiver zu machen, sagt Nüßlein. Weitere Schritte müssten folgen. Bereits im Medizinstudium sollte der Fokus stärker auf die Allgemeinmedizin gelegt werden. Er sei hier auch mit dem bayerischen Wissenschaftsministerium in Kontakt, sagte Nüßlein. Ferner werde derzeit ein Gesetz vorbereitet, das Kommunen die Möglichkeit bieten soll, Ärzte für Allgemeinmedizin bei Bedarf einzustellen. In Deutschland gebe es eine steigende Zahl an Ärzten, aber die Verteilung sei bezüglich der Regionen und der verschiedenen Fachrichtungen nicht optimal. Es gebe insgesamt zu wenig Ärzte für Allgemeinmedizin. Zu diskutieren sei, ob der Numerus Clausus das richtige Auswahlverfahren sei. Auch die ausufernde Bürokratie sei ein großes Problem. Doch dafür sei nicht in erster Linie die Politik verantwortlich, im Rahmen der Selbstverwaltung des Systems würden die Akteure immer mehr Bürokratie schaffen. Das sei „wie eine Spirale“.

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