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Fußball-Landesliga

19.07.2019

Nur eine schöne Momentaufnahme für den SC Ichenhausen?

Bei seiner Premiere im SCI-Trikot spielte Alexander Sigl stark, in Egg lief es nicht gut für ihn. Macht er im Derby gegen Gundelfingen den Unterschied?
Bild: Ernst Mayer

Vor dem Gipfeltreffen im Hindenburgpark betonen die Trainer des SC Ichenhausen und des FC Gundelfingen, dass sie keine echten Spitzenteams sind. Das könnte sich ändern.

Erster gegen Zweiter, obendrein noch ein Lokalderby – das Landesliga-Fußballspiel zwischen Spitzenreiter SC Ichenhausen und dem punktgleichen Verfolger FC Gundelfingen hat am Samstag, 20. Juli (Anstoß: 13.30 Uhr), reichlich Anziehungskraft.

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Das unterstreicht Ichenhausens Trainer Oliver Unsöld. „Für die Region freut’s mich brutal, dass diesmal im Derby Platz eins gegen Platz zwei spielt. Das hatten wir, wenn überhaupt jemals, schon lange nicht mehr“, sagt er schwärmerisch. Auch Gäste-Coach Martin Weng sieht eine „schöne Voraussetzung“ für einen Zuschauermagneten.

Allerdings stellt Weng nach dem Sechs-Punkte-Start klar: „Die Tabelle hat nach zwei Spieltagen noch wenig Aussagekraft, ein Spitzenteam sind wir sicherlich noch nicht.“ Bestätigt fühlt er sich durch die beiden 2:0-Siege. „Die Ergebnisse waren top und geben ein gutes Gefühl, doch sowohl gegen Gilching als auch gegen Durach waren Phasen dabei, die mir nicht gefallen haben.“ Nach Einschätzung des 34-Jährigen hätte die Partie gegen Durach sogar kippen können. „Letzte Saison hätten wir da mit Sicherheit Gegentore gefangen“, sagt er mit mahnendem Unterton.

Nur eine schöne Momentaufnahme für den SC Ichenhausen?

Kein Anlass zu Euphorie

Unsöld erkennt ebenfalls keinen Anlass zu Euphorie. Zweimal haben die Seinen 3:0 gewonnen, sich damit die Spitzenposition redlich verdient. Mehr als eine „wunderschöne Momentaufnahme“ will der 45-Jährige darin aber nicht sehen. Über den Auftakt-Kontrahenten aus Kaufbeuren sagt er beispielsweise: „Ich glaube, dass die noch in der Findungsphase sind. Sie haben einen ähnlichen Umbruch wie wir vor einiger Zeit. Damals standen wir nach zwei Spielen mit null Punkten da.“

Dass Gundelfingen an diesem erst dritten Spieltag der Runde eine deutlich höhere sportliche Qualität mit in den Hindenburgpark bringt als zuletzt das Team aus dem Allgäu, steht für Unsöld außer Frage. Das jüngste Kräftemessen liegt ja erste wenige Wochen zurück und der SCI-Trainer erinnert: „Im Pokal haben wir schon gesehen, was für ein harter Brocken mit Gundelfingen auf uns zukommt.“

Es versteht sich von selbst, dass er die Punkte trotzdem unbedingt haben will. Allerdings zählt Unsöld zu jenen Fachleuten, die mehr interessiert als das schnöde Resultat. Seiner Erfahrung nach neigen inzwischen viele Beobachter dazu, den Fußball bereits im Amateurbereich viel zu ernst zu nehmen. „Man vergisst dann gerne die schönen Seiten des Spiels.“ Deshalb will er den Derby-Charakter bei aller sportlicher Rivalität auch nicht überbetonen. „Klar wollen beide Mannschaften gewinnen, dafür spielen wir Fußball. Aber es bleibt ein ganz normales Spiel, es geht hier nicht um Biegen und Brechen.“

Oliver Unsöld betont den Teamgedanken

Den Teamgedanken betont der Ichenhauser Coach seit jeher. Schon als ganz junger Profi, damals, beim SSV Ulm 1846, hat er alles gelernt über die Kraft des Zusammenhalts, die Kunst, sich immer wieder gegenseitig aufzumuntern und zu unterstützen. Er nennt das „Fürsorgepflicht im Mannschaftssport“; die habe der damalige Spatzen-Coach Ralf Rangnick schon vorgelebt.

Natürlich weiß auch Unsöld, dass bei aller Konzentration auf das Team zuweilen Einzelne ein Spiel entscheiden. Alexander Sigl zählt in seiner Mannschaft zu jenen Akteuren, denen ein solch entscheidender Schachzug zuzutrauen ist. Nach einem starken Einstand gegen Kaufbeuren zeigte der 28-jährige Neuzugang zuletzt in Egg zwar eine mäßige Leistung, die Ursachen dafür lagen aber nicht im sportlichen Bereich. Gut möglich also, dass der Angreifer auch gegen Gundelfingen in der Anfangsformation steht. Konkretes lässt sich Unsöld dazu nicht entlocken. Er dankt auch hier an das ganze Team und sagt: „Es gibt sowieso keine Wunsch-Elf.“

Drei SCI-Spieler fallen aus

Beim SC Ichenhausen fehlen Pierre Heckelmüller, Julian Riederle und Marco Schlittmeier. Gundelfingen muss den nach einer Roten Karte gesperrten Elias Weichler ersetzen.

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